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Parallelen zwischen alten und neuen Werken

Kunstausstellung in Potsdam Museum und KunstHaus Parallelen zwischen alten und neuen Werken

Auf den ersten Blick scheinen die Bilder und Videostills von Anna Werkmeister nichts Reales an sich zu haben. Bei einem Gespräch mit der Künstlerin wird jedoch schnell das Gegenteil klar. Werkmeister bezieht sich in ihren Serien auch auf Potsdams historische Mitte. Derzeit sind die Werke im Potsdam Museum und im Verein KunstHaus zu sehen.

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Künstlerin Anna Werkmeister vor ihrer neuen Serie „Landschaftsräume – Zeitfenster“ im Potsdam Museum.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Die Momentaufnahmen aus Anna Werkmeisters Videoarbeit „Turning Points“ zeigen ein Wasserrad in Bewegung. Hunderte Tropfen gleiten blitzschnell über die moosbedeckten Schaufeln. Alles drumherum wird schwarz oder verschwimmt. Denn die in Thüringen geborene Künstlerin zeigt nur einen Ausschnitt von 2,4 Zehntelsekunden des ganzen Videos. Trotzdem sind die Schaufel der Mühle und das Wasser zu erkennen. Lichtverhältnisse und besondere Blickwinkel spielen bei Anna Werkmeister eine besondere Rolle. „Sie nimmt abstrakte Motive und bezieht diese auf etwas Gegenständliches“, erklärt Jutta Götzmann, Direktorin und Kuratorin der neuen Ausstellung im Potsdam Museum.

Götzmann und Werkmeister arbeiten nicht zum ersten Mal zusammen. Bereits 2012 gastierte die Künstlerin mit einer Videoarbeit im Potsdam Museum. Für die neue Ausstellung, die noch bis zum 18. Juni zu sehen sein wird, schuf Götzmann besondere Rahmenbedingungen. Erstmals ließ sie den Eingangsbereich des Museums umgestalten. „Um die Arbeiten in einem großen Format hängen zu können, haben wir eine Wand komplett neu hergerichtet“, sagt sie. Die beiden Stills aus den Videos der Wasserräder sollen bis zum Ende des Jahres, also weit über die Dauer der Sonderausstellung hinaus, in dem Museum am Alten Markt verbleiben.

Der neu gestaltete Eingangsbereich des Potsdam Museums

Der neu gestaltete Eingangsbereich des Potsdam Museums.

Quelle: Bernd Hiepe

Als Grund dafür nennt Direktorin Götzmann das Verhältnis der Werke zur Landeshauptstadt. Schon 2012 begann mit der Ausstellung zum 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen die Beziehung von Anna Werkmeister zu Potsdams Museum für Kunst und Geschichte – für die Künstlerin ein „toller Standort, bei dem eine Intensivierung der künstlerischen Arbeit mit der Umgebung entsteht“, wie sie sagt. „Ihre Werke nehmen engen Bezug auf das aktuelle Geschehen in Potsdam“, erklärt auch Götzmann, die sich deshalb entschied, gleichzeitig ältere Arbeiten von Werkmeister zu zeigen: In der Medienlounge des Museums läuft momentan eine Videoarbeit der Wahl-Berlinern, die die architektonische Veränderung der historischen Mitte thematisiert

Im Fokus der aktuellen Sonderausstellung steht jedoch die neueste Serie von Anna Werkmeister. „Landschaftsräume – Zeitfenster“ lautet der Titel, der zwar nicht auf Orte in Potsdam, aber generell auf die Gestaltung von Landschaften Bezug nimmt. Die Künstlerin hat sich einzelne Werke aus der Zeit des Realismus und des Symbolismus von Carl Blechen, Ferdinand Holdner oder Carl Gustav Wegener zum Vorbild genommen, aus denen jeweils mehrere Teile entstanden. Sie zeigen märkische Felder, italienische Strände oder Eisberge als abstrakte, parallelisierte Landschaften: Werkmeister zerlegte die Bilder in Farbstreifen, fügte sie auf Plexiglasscheiben neu zusammen und möchte auf diese Weise die Veränderlichkeit der Natur und der Umgebung generell symbolisieren, wie sie derzeit am Alten Markt stattfindet.

Beim Verein KunstHaus, der seinen Sitz im Ulanenweg 9 hat, sind ein weiterer Teil der neuen Serie und alte Stücke von Werkmeister ausgestellt

Beim Verein KunstHaus, der seinen Sitz im Ulanenweg 9 hat, sind ein weiterer Teil der neuen Serie und alte Stücke von Werkmeister ausgestellt.

Quelle: Bernd Hiepe

Die durchsichtigen Plexiglasscheiben sind das materielle Bindeglied zwischen der Ausstellung im Potsdam Museum und der zeitgleichen Schau beim Kunstverein Kunsthaus. Auch hier leitete Jutta Götzmann die Vorbereitungen. Wie das Potsdam Museum zeigt der Verein neben Werken der neuen Serie alte Arbeiten, darunter skulpturale Objekte und kleinformatige Plastiken, die aus und auf Plexiglas entstanden sind wie. Ein weiteres Video ist im „Kunsthaus“ außerdem zu sehen: Während einer Autofahrt rauscht der Zuschauer an Lärmschutzwänden aus Plexiglas und Leitplanken vorbei, die die Parallelisierung der Landschaft im Realen so widerspiegeln wie sie die Künstlerin in ihrer neuen Serie abstrakt zeigt.

Der Verein Kunsthaus Potsdam lädt am Donnerstag, dem 18. Mai, zu einem Vortrag mit Kunsthistorikerin Birgit Möckel zum Thema „Natur als Ausgangsmotiv künstlerischer Betrachtung im Werk von Anna Werkmeister“ mit anschließendem Ausstellungsrundgang ein. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Ulanenweg 9 und ist kostenlos.

Von Victoria Barnack

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