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Parken in der City: Künftig nur vorwärts?

Potsdam debattiert Parkordnung Parken in der City: Künftig nur vorwärts?

Bald beginnt die Freiluftsaison und Gastwirte in der Potsdamer City räumen wieder Tische und Stühle auf die Gehwege. Herrlich könnte so ein Imbiss in der Sonne sein – wären da nicht die Abgaswolken ein- und ausparkender Autos. Die SPD will die Gäste in den Straßencafés schützen: Autos sollen mit dem Auspuff weg vom Bürgersteig parken. Darf die Stadt das anordnen?

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Vorwärts oder rückwärts? Diese Frage dürfen Autofahrer beim Einparken wie hier in der Dortustraße selbst entscheiden.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Wer kennt es nicht: Die Sonne scheint, die Straßencafés sind bis zur Bordsteinkante voll besetzt und man könnte es sich jetzt bei Kaffee und Kuchen so richtig gut gehen lassen – doch schon blökert’s nebenan. Ein Auto parkt aus, das andere ein, die Abgase ziehen von Tisch zu Tisch und plötzlich ist’s vorbei mit der Sommerfrische.

Vorwärts oder rückwärts? Das ist die Frage für jeden Autofahrer, wenn er zum Einparken ansetzt. Aber: Darf die Stadt Autofahrern vorschreiben, dass sie sich nur mit der Nase voran in die Parklücke zu manövrieren, den Auspuff also vom Bordstein fernzuhalten haben?

Der Genuss der Speisen leidet – und auch der Erholungswert

Das will die SPD-Fraktion wissen. Deren Antrag „Weg vom Gehweg!“ zielt vor allem auf die City und dort zunächst auf die Dortu- und die Lindenstraße mit ihren viel besuchten Restaurants, Cafés, Bars und Geschäften. Wenn Fahrzeuge rückwärts zum Bürgersteig ein- und ausparken, heißt es in dem Antrag, sei das dem Aufenthalt der Gäste sowie der Qualität und dem Genuss der Speisen abträglich; auch der erwünschte Erholungswert leide.

Die Verwaltung hat den Antrag geprüft und im Ausschuss für Klima, Ordnung, Umweltschutz und ländliche Entwicklung die Antwort geliefert: Vorwärts immer, rückwärts nimmer? Nein, das darf die Stadt Autofahrern nicht vorschreiben.

Der Autofahrer darf selbst entscheiden

„Im Straßenverkehr ist zwar fast alles lückenlos geklärt“, sagt Torsten Wustrack von der Unteren Straßenverkehrsbehörde – nur im Flug- und beim Eisenbahnverkehr nehme es der Gesetzgeber noch genauer. „Aber beim Parken quer zur Fahrbahn darf der Autofahrer noch immer selbst entscheiden.“

Sicher, das Rückwärtsparken habe den Nachteil, dass die Abgase direkt auf den Gehweg gelangen, so Wustrack. Es gebe aber auch Vorteile. So falle es geübten Autofahrern leichter, rückwärts einzuparken, man schaffe es in engere Lücken, brauche weniger Züge beim Rangieren. Auch spiele der Sicherheitsaspekt beim Ausparken eine Rolle: Denn wer rückwärts eingeparkt hat, kann sich später vorwärts in den fließenden Verkehr einordnen. Zwar gebe es keine Polizeistatistik darüber, ober beim Rückwärts- oder beim Vorwärtsausparken mehr Unfälle geschehen. Die Stadt habe aber im Sterncenter-Parkhaus selbst den Test gemacht. Ergebnis: Beim Rückwärtsausparken kam es zu mehr Anremplern als beim Vorwärtsausparken; auch die Schäden waren dabei größer.

Nur ein radikaler Umbau der Parkplätze würde helfen

Eine offizielle Lösung für das Abgas-Problem gibt es nicht. „Es kann allenfalls Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden“, sagt Wustrack. In letzter Instanz könne die Stadt anordnen, dass nicht mehr quer, sondern nur noch parallel zur Fahrbahn geparkt werden darf. Dieser radikale Umbau koste allerdings 40 Prozent der jetzigen Stellflächen.

Von Nadine Fabian

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