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Parkinson-Gala mit Ex-Modern-Talking-Sänger

Thomas Anders kommt nach Potsdam Parkinson-Gala mit Ex-Modern-Talking-Sänger

Thomas Anders und Dieter Bohlen – das war wie Yin und Yang, wie Föhn und Welle, wie die Lizenz zur Hit-Single. Seit einigen Jahren wandelt Anders, die braunhaarige Hälfte des Duos, nun auf Solo-Pfaden. Vor allem in Osteuropa ist er erfolgreich. Auf einer Flugreise lernte Parkinson-Gala-Organisator Stephan Goericke den Sänger zufällig kennen.

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Thomas Anders ist Stargast der Parkinson-Gala.

Babelsberg. Der Potsdamer Gesellschaftskalender ist um einen Termin reicher: Am 5. November findet die Deutsche Parkinson Gala „Tulip 2016“ in der Metropolishalle statt – Promis und roter Teppich inklusive. Auf der Liste der rund 600 Gäste stehen unter anderem Alt-Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD mit Ehefrau Jeanette, Schauspielerin Anja Kling. Top-Model Franziska Knuppe, Ex-Profiboxer Axel Schulz und Counter-Tenor Jochen Kowalski. Auch Schauspiel-Doyen Herbert Köfer – mittlerweile 95 Jahre alt – wird das Tanzparkett entern. Als Stargast hat der Sänger und Musikproduzent Thomas Anders zugesagt.

Fans des deutschen 1980er-Jahre-Pop ist Anders sicher noch bestens als zweite Hälfte des Duos Modern Talking in Erinnerung. An seiner Seite als singender Blondschopf mit Föhnwelle stand damals Dieter Bohlen. Gemeinsam landeten sie Hits wie „You’re My Heart, You’re My Soul“, „Cheri, Cheri Lady“ oder „Geronimo’s Cadillac“. Nach einem kurzen Comeback von Modern Talking im Jahr 1998 beschreitet Anders seitdem meist Solo-Pfade. Besonders in Russland, wo seine Alben sogar Platinstatus erreichten, und in anderen osteuropäischen Ländern hat der braungelockte Barde eine treue Fangemeinde. Von der National-Universität für Kunst und Kultur in Kiew wurde Anders ehrenhalber zum Professor ernannt, mit der Begründung. Modern Talking habe den Musikgeschmack einer ganzen Generation geprägt. Aktuell ist er im Kino in der Komödie „Die Welt der Wunderlichs“ als Jury-Mitglied einer Castingshow zu sehen.

Die berühmte Goldkette mit dem Schriftzug „Nora“

Thomas Anders – eigentlich Bernd Weidung – wurde 1963 in Mörz im Hunsrück geboren. Mit über 120 Millionen verkauften Tonträgern als Teil des Duos Modern Talking gehört er zu den kommerziell erfolgreichsten deutschen Sängern. Anders fiel vor allem durch seine große Goldkette mit dem Schriftzug „Nora“ auf. Mit dieser Kette stellte er die Verbundenheit mit seiner damaligen Ehefrau Nora Balling zur Schau.

Morbus Parkinson ist nach dem englischen Arzt James Parkinson benannt, der die „Schüttellähmung“ 1817 erstmals beschrieb. Es handelt sich um eine Erkrankung des Gehirns. Nervenzellen sterben dabei ab.

In Deutschland gibt es etwa 300 000 bis 400 000 Menschen, die an Parkinson erkrankt sind. Symptome: Zittern der Hände, aber auch ein schlurfender Gang, steife Bewegungen oder plötzliches Erstarren. Parkinson gilt als unheilbar, kann aber mit Medikamenten, Bewegungstherapien und chirurgischen Verfahren behandelt werden.

Prominente Parkinson-Kranke waren bzw. sind Box-Legende Muhammad Ali, Hollywood-Star Michael J. Fox und der bayrische Schauspieler Ottfried Fischer („Der Bulle von Tölz“).

Für Ball-Organisator Stephan Goericke ist der Sänger vor allem „ein ganz toller Typ mit einem großen Herzen, der sich auch sozial engagiert“. Kennengelernt haben sich der Potsdamer Unternehmer und der Sänger schon vor einigen Jahren – rein zufällig. „Ich habe ihn auf einer Flugreise kennengelernt, als wir nebeneinander saßen“, erzählt Goericke über das erste Zusammentreffen, bei dem gleich der karitative Funke übersprang. Anders habe sofort Interesse an der Deutschen Parkinson Gala gezeigt und sein Kommen zugesagt. Aus Termingründen hat es allerdings erst in diesem Jahr geklappt. Modern-Talking-Nostalgiker dürfen sich freuen: Anders wird auch die alten Hits auf der Bühne zu Gehör bringen.

Das waren noch Zeiten

Das waren noch Zeiten: Dieter Bohlen und Thomas Anders (l.), damals Deutschlands fescheste Föhnwellen.

Quelle: dpa

Der Titel „You’re My Heart, You’re My Soul“ (Du bist mein Herz, du bis meine Seele) passt leitmotivisch auch ganz gut zur Gala. Für Stephan Goericke, der im Brotberuf das International Software Quality Institute (ISQI) zur Zertifizierung von Software-Experten führt, ist das Benefiz-Event ein echtes Herzensprojekt. Anstoß war die Parkinson-Erkrankung seines eigenen Vaters.

Damals erkannte Goericke, wie wichtig die Förderung von neuen Therapie-Ansätzen ist. Die Ball-Erlöse kamen bislang unter anderem der Bewegungstherapie in der Parkinsonklinik in Beelitz-Heilstätten (Potsdam-Mittelmark) zugute.

Top-Model Franziska Knuppe im Lose-Glück

Top-Model Franziska Knuppe im Lose-Glück.

Quelle: Bungert

Obwohl die Krankheit in der immer älter werdenden Gesellschaft zunehmend auf dem Vormarsch ist, herrscht doch immer noch große Unkenntnis: „Ein zentrales Anliegen der Tulip-Gala ist die Öffentlichkeits- und Informationsarbeit, um den Wissensstand rund um das Krankheitsbild in der Gesellschaft zu verbessern“ erklärt Goericke. Vor drei Jahren kam sogar First Lady Daniela Schadt als Schirmherrin zum Benefiz-Ball, der damals noch im „Van der Valk“-Hotel in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) stattfand.

Der frühere Boxstar Axel Schulz zeigte 2015 sein cooles Schuhwerk

Der frühere Boxstar Axel Schulz zeigte 2015 sein cooles Schuhwerk.

Quelle: Bungert

Dass die Gala nun vom Umland nach Potsdam wechselt, hat einen erfreulichen Grund. In der Metropolishalle ist deutlich mehr Platz als in dem Hotel, wo die Teilnehmerzahl auf 400 Gäste beschränkt werden musste.

In der Metropolishalle nahe dem Babelsberger Filmpark können sich nun 600 Benefiz-Besucher amüsieren – perspektivisch soll die Zahl sogar die Tausender-Grenze knacken, so Goericke. Bei der ersten Parkinson-Gala im Jahr 2010 liefen gerade mal 250 Ballbesucher über den roten Teppich.

Von Ildiko Röd

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