Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Jungbrauer in Forsthaus Templin prämiert
Lokales Potsdam Jungbrauer in Forsthaus Templin prämiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:17 29.10.2018
Jungbrauer Paul Könnecke hat beim Wettbewerb die Würze zum Spindeln der Biere beurteilt, wobei ihn die Prüfer beobachteten. Quelle: Foto:
Templiner Vorstadt

Gärung, Würze, Ausschank: Am Montag haben vier Jungbrauer in der Biermanufaktur Forsthaus Templin beim Bundeswettbewerb vor einer besonderen Herausforderung gestanden. Deutschlands bester Jungbrauer und -mälzer wurde gesucht. Mit dabei: Der 27-jährige Paul Könnecke, der erst im Februar in der Brauhausmanufaktur Forsthaus Templin seine dreijährige Ausbildung zum Brauer und Mälzer abgeschlossen hatte für das Land Brandenburg startete. Nachdem ein ehemaliger Auszubildender der Potsdamer Braumanufaktur im vergangenen Jahr zum besten Jungbrauer gekürt worden war, kam der Wettbewerb am Montag zum ersten Mal nach Brandenburg. Die Titelverteidigung des Landes verpasste Könnecke nach der mehrstündigen Prüfung nur knapp.

Bilder vom Finale im Forsthaus Templin

Seit 10 Uhr war er gemeinsam mit drei weiteren Jungbrauern im Forsthaus Templin angetreten, um den Besten ihrer Zunft herauszufinden. Könneckes Gegner reisten aus Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern an, um ihm als Vertreter Brandenburgs die Titelverteidigung zu vermiesen. „Das war auf jeden Fall ein anderes Niveau als in der Gesellenprüfung“, erzählte der gebürtige Berliner. In der zweistündigen Theorieprüfung musste er vor allen Dingen Fachbegriffe richtig erkennen, grundlegende Mathematikfähigkeiten anwenden und einen Fragenparcours zum Brauwesen insgesamt meistern.

Teilnahme für Paul Könnecke ein Gewinn

„Wir prüfen die Teilnehmer auf Herz und Nieren“, sagt Monika zur Lage vom Verband der Privaten Brauereien Bayerns, die den Wettbewerb veranstalten. Damit will der Verband vor allem kleine Brauereien fördern, die eher das kleine, handgefertigte Bier im Sinn haben, als die übliche Massenproduktion. In Bayern gibt es davon rund 650 Stück, sagt Monika zur Lage. Mittlerweile existieren auch in Brandenburg etwa 25 bis 30 dieser handwerklichen Manufakturen. Da nicht alle Ausbildungen zum Brauer und Mälzer anbieten, musste sich Paul Könnecke nur gegen fünf weitere Kandidaten durchsetzen, um am Bundeswettbewerb der Jungbrauer teilzunehmen. Zum Vergleich: der bayerische Konkurrent musste sich schon in einem Vorentscheid gegen die besten Brauazubis Bayerns für das Finale im Forsthaus qualifizieren.

Wie braue ich mein eigenes Bier?

Man muss kein Profi sein. Bierliebhaber können sich mit sogenannten Bierbrausets ihr eigenes Kaltgetränk kreieren. Das Anfängerpaket gibt es zum Teil schon ab 30 Euro. Mit dabei ist häufig ein 5-Liter-Bierfass, in der das Bier einige Tage gären kann. Je nach gewünschter Biersorte sind hier auch Flaschen mit Hopfen-, Weizen- oder Gerstenmalzextrakt enthalten. Manche Bierbrauereien bieten auch Brauseminare unter professioneller Anleitung an. Bei der Braumanufaktur Forsthaus Templin gibt es zweimal jährlich dreitägige Seminare. Sie kosten 270 Euro pro Person.

Als die Prüfungen am frühen Nachmittag beendet sind, beginnt für die vier Teilnehmer das Warten. „Egal, wie es ausgeht: Ich bin froh, hier mitmachen zu können und sehe das als Bonus zu meiner Abschlussprüfung, die ich bereits geschafft habe“, sagt Könnecke. Mittlerweile arbeitet der 27-Jährige in einer Bierbrauerei in Berlin-Friedrichshain und ist froh, nicht mehr achtzig, sondern nur noch zwanzig Minuten zur Arbeit zu brauchen. „Die Ausbildung war für mich nach meinem abgebrochenen Biotechnologie-Studium genau das Richtige. Hier konnte ich praktisch arbeiten und das Bierbrauen in Ruhe lernen“, sagt er.

Besonderes Geschenk für Potsdamer Jungbrauer

Zur Verkündung des Ergebnisses versammeln sich die vier Prüflinge mit Prüfern, Veranstaltern und Besuchern vor dem großen Braukessel der Biermanufaktur. Nachdem Jakob Hampel aus Dresden und Remi Geffroy aus Aalen die Plätze vier und drei belegen, steigt die Spannung bei Könnecke und seinem Ausbilder: Geht der Titel ein weiteres Mal nach Brandenburg? Kurze Zeit später ist klar: Der Titel geht nach Bayern. Nur ein Bruchteil eines Punktes hat gefehlt, doch Paul Könnecke nimmt die Teilnahmeurkunde und Glückwünsche zum zweiten Platz unter Applaus mit einem Lächeln entgegen und gratuliert seinem Braukollegen Sebastian Dippold aus dem bayerischen Memmelsdorf (Oberfranken).

„Der zweite Platz ist super. Ich bin mächtig stolz auf Paul“, sagt Jörg Kirchhoff, der ihn drei Jahre in der Potsdamer Braumanufaktur ausgebildet hat. Kurze Zeit später überreicht er seinem ehemaligen Lehrling als Dank für und Andenken an die gemeinsame Zeit noch ein signiertes Etikett des beliebten Hausbieres Potsdamer Stange. „Das ist eine schöne Sache. Das nehme ich gerne mit nach Berlin“, sagt Könnecke.

Auch wenn er seine Ausbildung zum Brauer und Mälzer beendet hat – seine Lehrjahre sind noch lange nicht zu Ende. „Ich möchte meinen Meister machen und noch mehr Details erfahren, noch besser Bescheid wissen, noch geschmackvolleres Bier herstellen“, sagt der Berliner. Vor allem das Experimentieren mit Hopfen und Gerste macht ihm jedes Mal aufs Neue Spaß. „Dadurch wird die Arbeit nie langweilig. Ich hatte mal ein Bier mit einem Hopfen versehen, der eine Zitrusnote hatte, sodass das Bier am Ende wie Orangensaft geschmeckt hat –mit einem Alkoholgehalt von acht Prozent.“

Von Fabian Lamster

Beim Firmenlauf gewinnen die sportlich fittesten Unternehmen, beim Firmenquiz ist Köpfchen gefragt. Zum 2. mal lädt die Berliner Quizfactory am 14. November zum Potsdamer Firmenquiz in den Lindenpark. Die MAZ verlost Karten an zwei Firmen, die sich trauen ein Rate-Team zu stellen.

29.10.2018

Die Ente Agathe, das Aktionsmobil und die Hüpfeburg für Kinder sind aus der Arbeit des Stadtjugendrings Potsdam nicht wegzudenken. Doch die Hüpfeburg ist nach zehn Jahren hinüber. Nun wird Ersatz gebraucht.

29.10.2018

Der Aradosee soll renaturiert werden. Zu diesem Zweck kündigte das Potsdamer Rathaus an, dass das Gebiet nach alten Sprengstoffen abgesucht wird. Dies sollte eigentlich schon längst erledigt sein.

01.11.2018