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Potsdam Pegida-Anhänger müssen tatenlos abziehen
Lokales Potsdam Pegida-Anhänger müssen tatenlos abziehen
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14:02 21.01.2016
Die Polizei trennte mit einem Großaufgebot und Hamburger Gitter die gegnerischen Lager in Potsdam. . Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Dank eines massiven Polizeiaufgebots von gut 1000 Beamten ist es am Mittwoch nur zu einzelnen Scharmützeln am Rande des zweiten Pegida“-Abendspaziergangs“ in Potsdam gekommen. An der Humboldtbrücke wurden Polizisten mutmaßlich von linken Kräften mit Schottersteinen aus dem Gleisbrett angegriffen. Die zur Hilfe gerufenen Wasserwerfer mussten aber nicht einschreiten. Am Platz der Einheit gab es gegen 21 Uhr mindestens einen Leichtverletzten, als Linke und Pegida-Leute nach Auflösung der Demo auf dem Bassinplatz aneinander gerieten.

>>> MAZ-Kommentar: Pegida findet wenig Gehör in Potsdam

Insgesamt wurden vier Personen in Gewahrsam genommen u.a. wegen Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte oder Verstößen gegen das Versammlungsgesetz. Zwei Beamte erlitten dabei leichte Verletzungen.

Polizei spricht von schwierigem Einsatz

Die Polizei hat den Einsatz von Mittwoch als schwierig bezeichnet. Insgesamt seien 1000 Polizisten im Einsatz gewesen, schreibt die Polizei in ihrem vorläufigen Fazit. Vier Menschen wurden in Gewahrsam genommen, außerdem seien zwei Polizisten leicht verletzt worden.

Die Polizei schreibt, dass es gelungen sei, größere Ausschreitungen zu verhindern. Allerdings sei es von Seiten der linken Gegendemonstranten mehrmals zu Böllerwürfen gekommen. Einige Demonstranten hätten auch versucht, die Pegida-Demo zu erreichen und hätten dabei Feuerwerkskörper eingesetzt. Deswegen habe man kurzzeitig über den Einsatz des Wasserwerfers nachgedacht. Dies sei aber dann nicht nötig gewesen, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Der Liveticker zum Nachlesen>>

Parallele zum ersten Versuch der Pegida, in Potsdam Fuß zu fassen: Entgegen ihrer Absicht konnten die rund 300 Anhänger der rechten Bewegung, auch diesmal nicht zu einem Demonstrationszug durch die Innenstadt aufbrechen. Zu viele Gegendemonstranten blockierten die Straßen rund um den Bassinplatz, wo sich die Pegida-Anhänger versammelt hatten.

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Asylkritiker, die der Pegida nahe stehen, haben am Mittwoch in Potsdam demonstriert. Von den angemeldeten 1000 Teilnehmern, kamen jedoch nur ein paar Hundert. Mit mehr als 1000 Menschen protestierte das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ dagegen. Es blieb weitgehend friedlich. Das lag auch an dem großen Polizeiaufgebot. Wir waren vor Ort.

Es gelang den zum Teil aus Sachsen, Berlin und Hamburg verstärkten Polizeieinheiten, die beiden Lager auf dem Platz getrennt zu halten. Die Polizei schätzte das Risiko von Gewalttätigkeiten in den Seitenstraßen des Holländischen Viertels als zu groß ein, denn die von Fußballhooligans verstärkten Pegida-Leute und die zahlreich anwesende linksautonome Szene provozierten einander schon während der Kundgebung auf dem Bassinplatz.

Mehrfach zündeten Gegendemonstranten Knallkörper und Bengalfeuer. So am Weitergehen gehindert, mussten die Rechten nach Ende ihrer Kundgebung bis 21 Uhr auf dem Platz in der Kälte ausharren, bis die Polizei sie zum Bahnhof geleitete. Kein Busunternehmen hatte sich gefunden, die islamfeindlichen Gruppen zu fahren – bei der letzten Demo war ein Bus demoliert worden.

Pegida und der Gegenprotest

Wir haben Ihnen die wichtigsten Texte zum Thema „Pegida in Potsdam“ auf einen Blick zusammengestellt.

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Die zweite Pegida-Veranstaltung

Potsdam wird ab dem Nachmittag zur Festung

So liefen die Demos am 20. Januar: Liveticker zum Nachlesen

Eine Anti-Rechts-Koalition („Potsdam bekennt Farbe“) unter Führung des Potsdamer Oberbürgermeisters Jann Jakobs (SPD) hatte sich ab 18 Uhr auf der anderen Seite des Bassinplatzes versammelt. Rund 1000 Teilnehmer kamen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: „Ich finde es so toll, dass heute Abend so viele Menschen Gesicht zeigen.“

Die Pegida will am Mittwoch wiederkommen, kündigte der Organisator Christian Müller an. In der Woche danach wolle er jeden Abend eine Demonstration in Potsdams Zentrum abhalten – sieben Tage lang.

Von Ulrich Wangemann

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