Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Pegida-Demo: Kritik am Polizeieinsatz
Lokales Potsdam Pegida-Demo: Kritik am Polizeieinsatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:20 13.01.2016
Lutz Boede (Die Andere). Quelle: Detlev Scheerbarth
Anzeige
Potsdam

Die Pegida-Demo und vor allem die Krawalle von linken Gegendemonstranten haben in der Stadt am Dienstag für viele Diskussionen gesorgt. Oberbürgermeister Jann Jakobs verurteilte die Gewalt, bezeichnete die Pegida-Demo als Versammlung von Rechtsextremen. Die Potsdamer CDU forderte, die Rädelsführer der Krawalle zur Rechenschaft zu ziehen. Die Linke bezeichnete es als Erfolg, dass die Pegida-Anhänger ihre Demo nicht abhalten konnten.

Auch Lutz Boede, von der Potsdamer Wählergruppe „Die Andere“ war bei der Demo dabei. Im MAZ-Interview kritisiert er den Einsatz der Polizei

Wie fällt Ihr Fazit zur Pegida-Demonstration am Montagabend aus?

Lutz Boede: Die Demo hat nicht stattgefunden, das ist positiv. Mir wäre allerdings lieber gewesen, wenn eine große gemeinsame Protestaktion vor Ort stattgefunden hätte. Es ist eine absurde Situation, wenn sich der Oberbürgermeister weit ab vom Schuss ablichten lässt, während wir gegenüber den Nazi-Schlägern Gesicht zeigen.

Ziel der Gegendemonstranten war es, die Pegida-Leute so schnell wie möglich aus der Stadt zu vertreiben. Warum wurde dann gegen 20.21 Uhr per Sitzblockade verhindert, dass deren Bus abfahren konnte?

Boede: Das müssen sie die Leute fragen, die das gemacht haben.

Potsdam, 11. Januar 2016: Die Pegida-Demo in Potsdam mit rund 150 Teilnehmern wird nach wenigen Minuten beendet. Doch aus den Reihen der Gegendemonstranten beginnen Krawalle, die die Potsdamer Innenstadt stundenlang lahmlegen.

Es folgten Krawalle in der Innenstadt. Warum ist es so schwierig, friedlich zu protestieren?

Boede: Das ist nicht schwierig, sondern in Potsdam der Normalfall. Hier wurden ja schon mehrfach Nazidemos durch Sitzblockaden verhindert. Dazu muss die Polizei aber frühzeitig offenlegen, was die Rechten planen, damit man eine große friedliche Bündnisaktion vor Ort organisieren kann. Die Geheimniskrämerei war ein echtes Eigentor. Wenig sinnvoll ist es auch, jede friedliche Sitzblockade mit allen Mitteln aufzulösen. Wenn es keine friedliche Möglichkeit gibt, eine Nazidemo zu verhindern, wird es in Potsdam wohl nicht ohne Ausschreitungen abgehen. Die Menschen wollen hier keine Dresdener Zustände. Und grundsätzlich ist das ja auch gut so. Ich hoffe, es gibt eine ehrliche Fehleranalyse bei der Polizei.

Lesen Sie auch:

Pegida-Gegner stiften Chaos und Gewalt

MAZ-Kommentar: Randale wie in Potsdam stärkt die Pegida-Szene

Von Jens Trommer

Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen am Rande der Pegida-Demo am Montag in Potsdam herrscht im linken Lager Einigkeit. Man habe erfolgreich den Abendspaziergang verhindert. Der Abend sei ein voller Erfolg. Die MAZ dokumentiert in Auszügen, was das linke Lager zum Demo-Abend sagt.

13.01.2016

Die erste Pegida-Demo in Potsdam ist am Montag völlig aus dem Ruder gelaufen. Linke Gegendemonstranten attackierten Polizisten und Pegida-Anhänger. Der Anmelder der Asylgegner macht der Polizei schwere Vorwürfe und gesteht Provokationen von Pegida-Seite ein. Angesprochen auf die Demo-Planung verstrickt er sich in Widersprüche.

13.01.2016

Am Tag nach der Pegida-Demonstration in Potsdam und den Ausschreitungen am Rande, zeichnet sich ab, dass die Landeshauptstadt auch in den kommenden Tagen nicht zur Ruhe kommen wird. Eine erneute Pegida-Demo ist angemeldet, am Mittwoch wollen Linke demonstrieren. Dazu kommt die politische Debatte über die Demo. Eine Zusammenfassung.

13.01.2016
Anzeige