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Pegida-Demo: Kritik am Polizeieinsatz

MAZ-Interview mit Lutz Boede (Die Andere) Pegida-Demo: Kritik am Polizeieinsatz

Die Krawalle rund um die Pegida-Demo in Potsdam haben am Dienstag viele Potsdamer Stadtpolitiker beschäftigt. Lutz Boede von der Potsdamer Wählergruppe „Die Andere“ kritisiert im MAZ-Interview den Einsatz der Polizei. Auch zum Protest der Anti-Pegida-Seite findet er kritische Worte.

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Lutz Boede (Die Andere).

Quelle: Detlev Scheerbarth

Potsdam. Die Pegida-Demo und vor allem die Krawalle von linken Gegendemonstranten haben in der Stadt am Dienstag für viele Diskussionen gesorgt. Oberbürgermeister Jann Jakobs verurteilte die Gewalt, bezeichnete die Pegida-Demo als Versammlung von Rechtsextremen. Die Potsdamer CDU forderte, die Rädelsführer der Krawalle zur Rechenschaft zu ziehen. Die Linke bezeichnete es als Erfolg, dass die Pegida-Anhänger ihre Demo nicht abhalten konnten.

Auch Lutz Boede, von der Potsdamer Wählergruppe „Die Andere“ war bei der Demo dabei. Im MAZ-Interview kritisiert er den Einsatz der Polizei

Wie fällt Ihr Fazit zur Pegida-Demonstration am Montagabend aus?

Lutz Boede: Die Demo hat nicht stattgefunden, das ist positiv. Mir wäre allerdings lieber gewesen, wenn eine große gemeinsame Protestaktion vor Ort stattgefunden hätte. Es ist eine absurde Situation, wenn sich der Oberbürgermeister weit ab vom Schuss ablichten lässt, während wir gegenüber den Nazi-Schlägern Gesicht zeigen.

Ziel der Gegendemonstranten war es, die Pegida-Leute so schnell wie möglich aus der Stadt zu vertreiben. Warum wurde dann gegen 20.21 Uhr per Sitzblockade verhindert, dass deren Bus abfahren konnte?

Boede: Das müssen sie die Leute fragen, die das gemacht haben.

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Potsdam, 11. Januar 2016: Die Pegida-Demo in Potsdam mit rund 150 Teilnehmern wird nach wenigen Minuten beendet. Doch aus den Reihen der Gegendemonstranten beginnen Krawalle, die die Potsdamer Innenstadt stundenlang lahmlegen.

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Es folgten Krawalle in der Innenstadt. Warum ist es so schwierig, friedlich zu protestieren?

Boede: Das ist nicht schwierig, sondern in Potsdam der Normalfall. Hier wurden ja schon mehrfach Nazidemos durch Sitzblockaden verhindert. Dazu muss die Polizei aber frühzeitig offenlegen, was die Rechten planen, damit man eine große friedliche Bündnisaktion vor Ort organisieren kann. Die Geheimniskrämerei war ein echtes Eigentor. Wenig sinnvoll ist es auch, jede friedliche Sitzblockade mit allen Mitteln aufzulösen. Wenn es keine friedliche Möglichkeit gibt, eine Nazidemo zu verhindern, wird es in Potsdam wohl nicht ohne Ausschreitungen abgehen. Die Menschen wollen hier keine Dresdener Zustände. Und grundsätzlich ist das ja auch gut so. Ich hoffe, es gibt eine ehrliche Fehleranalyse bei der Polizei.

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Von Jens Trommer

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