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Potsdam Pegida-Demo beginnt am Hauptbahnhof
Lokales Potsdam Pegida-Demo beginnt am Hauptbahnhof
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15:29 27.01.2016
Am Mittwoch will Pegida zum dritten Mal in Potsdam demonstrieren. Bislang scheiterte dieser Wunsch am Gegenprotest.  Quelle: dpa
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Potsdam

Die 3. Kundgebung der islamfeindlichen Pegida in Potsdam wird am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr am Potsdamer Hauptbahnhof beginnen. Ohne Kundgebung soll dort der bislang verhinderte „Abendspaziergang“ beginnen, wohin, wird die Polizei erst am selben Abend bekannt geben. Das erfuhr die MAZ vom Veranstalter, der am Montagabend ein Kooperationsgespräch mit der Polizei als Genehmigungsbehörde geführt hat.

Lustgarten schon belegt

Der von der Pegida Potsdam angemeldete Lustgarten in Sichtweite des Landtages kommt nicht in Frage, weil sich für Mittwochabend zur selben Zeit das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ dafür angemeldet und eine Bestätigung von Platzbetreiber bekommen hat, dem städtischen Sanierungsträger.

Bassinplatz diesmal tabu

An den bisherigen Standort auf dem Bassinplatz können die islamfeindlichen Demonstranten aber auch nicht, weil am internationalen Holocaust-Gedenktag der Vereinten Nationen die Nähe zum sowjetischen Ehrenmal für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs ein Ablehnungsgrund ist.

Pegida meldet erneut 300 Teilnehmer an

Die Pegida, die sich in Potsdam Pogida nennt, hat erneut 200 bis 300 Teilnehmer angemeldet und bringt dazu 20 bis 30 eigene Ordner mit. Verstärkung kommt von Schwesterorganisationen aus Oranienburg und dem Kreis Havelland. Die gewaltbereiten Berliner Fußball-Hooligans von Hertha BSC und dem BFC Dynamo werden nicht wieder in nennenswerter Zahl erwartet, höchstens vereinzelt, wie Pegida-Anmelder Christian Müller sagt.

Dauerdemos stressen die Polizei 

Die für Mittwoch geplanten Zahlen sind auch für die kommende Woche täglich abends ab 18.30 Uhr auf dem Bassinplatz geplanten Kundgebungen angekündigt. Müller zufolge hat die Polizei erklärt, die Dauerdemonstrationen würden sie an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit bringen. Die Pegida besteht trotzdem auf ihren Kundgebungen und „Abendspaziergängen“. Müller sagte am Montag erneut, Nazi-Störer würden aus dem Demonstrationszug entfernt, wenn sie faschistische Parolen rufen, verbotene Kennzeichen oder den Hitlergruß zeigen, wie das bei den ersten beiden Veranstaltungen vorkam. Der betreffende Störer wurde der Polizei gemeldet und von ihr festgesetzt.

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Asylkritiker, die der Pegida nahe stehen, haben am Mittwoch in Potsdam demonstriert. Von den angemeldeten 1000 Teilnehmern, kamen jedoch nur ein paar Hundert. Mit mehr als 1000 Menschen protestierte das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ dagegen. Es blieb weitgehend friedlich. Das lag auch an dem großen Polizeiaufgebot.

Am 11. Januar hatte die Pegida-Bewegung zum ersten Mal in Potsdam demonstriert. Die Kundgebung wurde von großem Gegenprotest begleitet. Am Rande der Gegendemo kam es zu Ausschreitungen. Demonstranten griffen Polizisten an und attackierten einen Bus mit Pegida-Sympathisanten. Mindestens 7 Polizisten wurden verletzt, die Polizeigewerkschaft nannte sogar 20 verletzte Beamte. Nach der Demonstration gab es Kritik am Polizeieinsatz.

Die zweite Pegida-Demo am 20. Januar wurde daher von einem großen Polizeiaufgebot begleitet. Auch Wasserwerfer wurden angefordert. Es blieb aber weitgehend friedlich.

Von Rainer Schüler

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Am Mittwoch ist auch der zweite Demo-Versuch der rechten Pegida-Bewegung in Potsdam gescheitert. Der Gegenprotest war zu groß. Potsdam ist kein Pflaster für radikale Ideologien, kommentiert MAZ-Redakteur Rainer Schüler. Er glaubt, dass die Pegida-Bewegung bald keine Lust mehr hat, in der Landeshauptstadt zu demonstrieren.

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