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Potsdam Pegida-Gegner stiften Chaos und Gewalt
Lokales Potsdam Pegida-Gegner stiften Chaos und Gewalt
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09:54 12.01.2016
Polizisten versuchen, die Straße freizuräumen. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Um 19.00 Uhr am Montagabend ist noch alles friedlich in der Stadt. Am Filmmuseum, in Sichtweite des Landtags, berichtet ein Flüchtling aus Syrien über die Lage in seiner Heimat; rund 100 meist junge Menschen hören zu. Eine halbe Stunde später setzt sich die Menge in Bewegung zum Bassinplatz. Die Zeit der ersten Pegida-Kundgebung der Landeshauptstadt naht, jeder will dabei sein. Über den Bassinplatz schallt HipHop- und Rap-Musik; rund 200 junge Leute schauen zu und wippen mit; ältere Potsdamer und Krippenkinder unter ihnen.

Starkes Polizeiaufgebot

Das Polizeiaufgebot ist stark: Alle Straßenkreuzungen rings um den Bassinplatz, wo die Pegida-Kundgebung stattfinden soll, sind mit Mannschaftswagen abgesperrt; sogar ein Gefangenentransporter fährt auf. Polizisten schleppen Absperrgitter, grenzen die Fläche des Wochenmarktes ab, wo rund 30 Pegida-Anhänger im Schutz der Dunkelheit und der Polizei auf Verstärkung aus Berlin warten.

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Potsdam, 11. Januar 2016: Die Pegida-Demo in Potsdam mit rund 150 Teilnehmern wird nach wenigen Minuten beendet. Doch aus den Reihen der Gegendemonstranten beginnen Krawalle, die die Potsdamer Innenstadt stundenlang lahmlegen.

Pegida-Busse angegriffen

Zwei Busse sollten von der Bärgida-Demo anreisen, wurde gemunkelt, doch nur einer kommt kurz nach 20.00 Uhr durch bis zum Holländischen Viertel am Potsdamer Bassinplatz. Von den beiden aus Berlin kommenden Bussen soll einer schon unterwegs angegriffen und mit zerschlagenen Scheiben liegen geblieben sein. Die Polizei bestätigte nur, dass ein Bus seine Fahrgäste „rausgelassen“ habe.

Stimmung auf dem Bassinplatz kippt

Auf dem Bassinplatz findet zu der Zeit eine bunte und ausgelassene HipHop- und Rap-Show statt, die politische Töne für eine Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen anschlägt. Als ein Pegida-Bus anrollt, kippt die Stimmung jedoch. Rund 1000 meist jüngere, teils auch vermummte Menschen strömen an der Kirche vorbei zur anderen Seite des Platzes, wo die Pegida-Veranstaltung beginnen und in einen „Stadtspaziergang“ münden soll. Der wurde unter Verweis auf die angespannte Sicherheitslage von der Pegida abgesagt.

Böller krachen, ein Bengalfeuer wird entzündet. „Nazis raus!“ wird gerufen; die Gegendemo drängt mit Macht auf die Pegida-Gruppe zu.

Pegida-Gegner blockieren die Straße

Die Polizei schiebt hektisch eine Mannschaftskette zwischen diese Fronten. Die Pegida kann sich kein Gehör verschaffen: Die da aus Berlin gekommen sind, wollen wieder weg. Doch der Potsdamer Reisebus, den sie gemietet haben, kommt nicht weit. An der Wilhelmgalerie kommt er nur zentimeterweise vorwärts. Gegendemon­stranten hämmern trotz der Polizeikette vor dem Bus ans Blech des Fahrzeugs, filmen die Insassen. Ein Scheinwerfer geht zu Bruch.

Sitzblockade verhindert Bus-Weiterfahrt

Mit Gewalt versucht die Polizei eine Sitzblockade aufzulösen: Schlagstöcke fliegen, Pfefferspray wird eingesetzt – umsonst. Rückwärts wird der Bus in eine andere Richtung geleitet und kann die Stadt verlassen, obwohl die Außenmöbel von Gaststätten und Mülltonnen in seinen Weg gestoßen und Weihnachtsbäume geworfen werden. Der Verkehr steht still im Zentrum.

Polizeischutz für die verbliebenen Pegida-Anhänger

Am Bassinplatz aber machen sich noch rund 100 Pegida-Anhänger mit Parolen Mut. Auch als sie weg wollen, sind aber unter Polizeischutz von Gegendemonstranten eingekesselt. Kurz nach 22 Uhr geleitet die Polizei die Pegida-Anhänger durch die Innenstadt bis zum Hauptbahnhof, der abgesperrt wird. Straßen werden gesperrt, der Verkehr auf der Langen Brücke kommt für einige Minuten zum Erliegen. Hunderte Pegida-Gegner verfolgen den Zug und rufen unter anderem „Haut ab!“ und „Nazis raus!“.

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