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Potsdam Pegida plant nächste Demo im Schlaatz
Lokales Potsdam Pegida plant nächste Demo im Schlaatz
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19:05 01.02.2016
Auch am kommenden Mittwoch müssen die Pegida-Demonstranten mit vielen Gegenprotestanten rechnen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Schlaatz

Die 4. Potsdamer Pegida-Demo findet am kommenden Mittwoch ab 18.30 Uhr im Schlaatz statt und führt am dortigen Asylbewerberheim vorbei. Schweigend, verlangt die Polizei. Wenn diese Auflage nicht erfüllt wird, wird die Versammlung aufgelöst, war am Montagabend aus der Stadtverwaltung zu erfahren. Die Polizei selbst bestätigte den Kurs den so genannten Stadtspaziergangs nicht. „Wir bewerben keine Demonstrationsseite“, sagte Polizeisprecher Rudi Sonntag der MAZ.

Wie am Montagmittag nach dem „Kooperationsgespräch“ des Anmelders Christian Müller mit der Polizei vom städtischen Mehrparteienbündnis „Potsdam bekennt Farbe“ zu erfahren war, soll der Spaziergang an der Straßenbahnhaltestelle Bisamkiez beginnen und die Gleise entlang zur Haltestelle Magnus-Zeller-Platz führen, vorbei am Asylbewerberheim, das jenseits der Schienen liegt. Müller wollte den Spaziergang eigentlich von der Haltestelle Bisamkiez zum Marktplatz mit dem Bürgerhaus führen und weiter zu großen Rewe-Kaufhalle am Horstweg, wo auch der geänderte Umzug endet. „Wir wollen Unterstützer gewinnen“, begründet Müller den Weg durch das dicht besiedelte Wohngebiet. Im Schlaatz leben und wohnen besonders viele Ausländer, er gilt als multikultureller Stadtteil.

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Pegida will über den Hauptbahnhof wieder abreisen

Die An- und Abreise der Pegida-Anhänger werde weitgehend privat und individuell sein, sagt Müller. Wenn es aber Gruppen gibt, die geschlossen abreisen wollen, müsse die Polizei für deren Schutz sorgen. Die Pegida selbst geht davon aus, dass alle nicht motorisierten Teilnehmer zum Hauptbahnhof wollen. Am nächsten läge zwar der Bahnhof Babelsberg; auch der Bahnhof Rehbrücke ist denkbar. Beide Bahnhöfe aber würden viele Demonstranten, die wieder von auswärts kommen, zum Umsteigen zwingen und brächte Risikopunkte mit sich.

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150 Pegida-Demonstranten, mehr als 700 Gegendemonstranten und mehr als 1000 Polizisten: Das ist die Bilanz des dritten Demo-Abends in Potsdam. Es blieb friedlich – und die Pegida-Anhänger konnten zum Abendspaziergang aufbrechen. Die Polizei hatte zuvor alles abgeriegelt. Wir waren dabei.

Per Flugblatt wird zu einer Gegendemonstration gegen den „rechten Irrsinn“ vom Bahnhof Babelsberg zum Bisamkiez am Schlaatz aufgefordert, der Straßenbahnhaltestelle, die Pegida als Anlaufstelle nutzen wird. Die Gegendemonstration des Bündnisses „Potsdam bekennt Farbe“ ist für 18.30 Uhr am großen Rewe-Markt bestätigt. Unter dem Titel „Refugees welcome – für Weltoffenheit und Toleranz“ wird zum „friedlichen, bunten und kreativen Protest“ aufgerufen, „um der menschenverachtenden Hetze etwas entgegenzusetzen.“ Die Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger (parteilos) sagte am Montag: „Wir wissen, dass Demokratie anstrengend ist. Aber wir haben einen langen Atem, um menschenverachtenden Äußerungen ein weltoffenes, tolerantes Potsdam entgegenzusetzen.“

Die Polizei wird erneut Verstärkung aus anderen Bundesländern bekommen; über die zu erwartende Mannschaftsstärke und Ausrüstung wird nichts gesagt. Nicht in Frage kommt laut Sonntag, dass die Polizei selbst die Pegida-Teilnehmer zu einem Bahnhof fährt, um etwa den personalintensiven Begleitschutz durch die Einsatzkräfte zu vermeiden.

Pegida-Anmelder Müller räumt Vorstrafen ein

Müller räumte am Montag der MAZ gegenüber ein, mehrfach vorbestraft zu sein. Es geht um Bewährungsstrafen unter anderen wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch aus seiner Zeit als radikaler Fußball-Hooligan von Hertha BSC Berlin. „Man wird älter und ruhiger“, sagt Müller, der zwei Kinder hat und seit fünf Jahren in Potsdam „in einer festen Beziehung“ lebt.

Von Rainer Schüler

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