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Potsdam Pendler warten weiter auf Verbesserungen am Jungfernsee
Lokales Potsdam Pendler warten weiter auf Verbesserungen am Jungfernsee
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01:16 16.02.2019
Das Umsteigen bei Wind und Wetter ist am Campus Jungfernsee noch immer ein Ärgernis. Quelle: Stefan Gloede
Nedlitz

Über 4350 Menschen haben sich mittlerweile an einer Petition für einen verbesserten öffentlichen Nahverkehr in Richtung Groß Glienicke beteiligt. Ärgernis bleibt die Tram-Endhaltestelle Campus Jungfernsee, wo seit Ende 2017 ein Umstieg von der Straßenbahn in den Bus nötig ist. Am Dienstagabend empörten sich Bürger und Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Verkehr darüber, dass keine der lange geforderten Maßnahmen zur Milderung bisher umgesetzt wurden.

Ortsvorsteher: Situation hat sich weiter verschlechtert

Viele Fahrgäste sind in Stoßzeiten durch die zu kleinen überdachten Bereiche weiterhin Wind und Wetter ausgesetzt. Zugleich fehlt auch über ein Jahr nach der von den Groß Glienickern und anderen Pendlern so heftig kritisierten Kappung des durchgehenden Busverkehrs zum Hauptbahnhof noch immer eine Toilette. Die Lauflichtanzeigen an den Haltestellen im Stadtzentrum zeigen bis heute nicht an, welche Straßenbahnen einen direkten Anschluss haben und ein vereinzeltes Durchfahren der Busse in den Abendstunden wurde mit dem letzten Fahrplanwechsel im Dezember ebenfalls nicht umgesetzt. Selbst das Warten auf den Anschluss im warmen, bereits bereitstehenden Bus klappt nicht. Dieses Bild zeichnete Groß Glienickes Ortsvorsteher Winfried Sträter im Ausschuss.

„Es wurde nichts getan, um die Situation zu verbessern, sie wird immer schlechter. Der Verkehrsbetrieb darf nicht so untätig bleiben, wie er geblieben ist. Stellen Sie ein Ultimatum, damit es sich etwas entspannt“, forderte Sträter vom Ausschuss. „Die Verkehrsbetriebe haben keinen der Punkte umgesetzt und das finde ich höchst enttäuschend“, sagte der Ausschussvorsitzende Ralf Jäkel (Linke) mit Blick auf das im Juni von den Stadtverordneten beschlossene Paket zur Verbesserung der Pendler-Situation.

Verkehrsbetrieb kann sich nur ungenügend erklären

Steffen Ott als Vertreter der Verkehrsbetriebe konnte nur wenig auf die Vorwürfe erwidern. „Wir haben den Verkehr noch mal untersucht, um herauszufinden, was die stärksten Fahrten sind und bei der Angebotsqualität nachgesteuert“, sagte Ott. So betrage seit dem letzten Fahrplanwechsel die Umsteige-Zeit von der Straßenbahn in den Bus nach Norden oftmals nur eine Minute, „wenn man die richtige Tram in der Innenstadt nutzt“. Doch genau das wird nicht so deutlich kommunziert, wie gefordert. Eine Anzeige nach dem Prinzip „Diese Tram hat Anschluss an den Bus 638“ sei technisch nicht möglich, gestand Ott.

Das sorgte vor allem für Unglauben. „Wenn der ViP überfordert ist, das darzustellen, soll der Tram-Fahrer eine laminierte A 3-Folie im Fenster aufstellen, wo drauf steht, ob er Anschluss hat“, reagierte Jäkel empört. Vertreter des Ortsbeirats boten spontan an, die Schilder selbst zu malen. Wer sich nicht mit dem Fahrplan beschäftigt oder eine App für die optimale Verbindung nutzt, muss im schlimmsten Fall an Samstagen bis zu 51 Minuten lang am Campus Jungfernsee ausharren.

Scheibe für großes Wartehäuschen sorgt für Verzögerung

Ein weiteres Ärgernis ist das Warten im Freien. Für ein dringend notwendiges, größeres Wartehäuschen ist laut Ott mittlerweile das Fundament fertiggestellt. „Die Scheibe ist eine Spezialanfertigung, die in Kürze kommt“, kündigte er an. Für das geforderte Toilettenhäuschen befinde man sich in Abstimmung mit der Bauverwaltung – wann es errichtet wird, will Ott in der nächsten Ausschusssitzung in zwei Wochen nachreichen.

„Was Sie suggerieren ist Quatsch!“

Was für den Ortsbeirat und die Fahrgäste unverständlich bleibt: Bei zahlreichen Anschlüssen stehen die Busse oft nur wenige Meter entfernt bereit, die Fahrer lassen die Fahrgäste aber nicht schon in den Bus hinein. Steffen Ott nennt hier einerseits tarifrechtliche Bindungen wie die Ruhezeiten, welche die Fahrer einzuhalten haben. In anderen Fällen würden die Busse aber auch an ihrem Betriebshalt stehen bleiben müssen, damit Fahrzeuge anderer Linien an ihnen im engen Haltestellenbereich vorbeikämen. „Was Sie suggerieren ist Quatsch. Viele der anderen Linien fahren gar nicht durch die enge Schleife, sondern draußen vorbei. Und die Busfahrer nach Falkensee fahren immer vor und lassen die Leute rein“, widersprach der sachkundige Einwohner Jan Hanisch.

Von Peter Degener

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