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Potsdam Vorhang auf für „Pension Schöller“
Lokales Potsdam Vorhang auf für „Pension Schöller“
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00:23 03.12.2018
Jon-Kaare Koppe (r.) mit René Schwittay in „Pension Schöller“. Quelle: HOT/Thomas M. Jauk
Schiffbauergasse

Im Theater hat Jon-Kaare Koppe das Lustspiel „Pension Schöller“ mittlerweile dreimal gesehen – am Eduard-von-Winterstein im erzgebirgischen Annaberg, dann in Thüringen und schließlich in Frank Castorfs Adaption „Pension Schöller: die Schlacht“ mit Hammer, Zirkel und Hakenkreuzen an der Berliner Volksbühne. Nun steht Jon-Kaare Koppe erstmals selbst in der Rolle des Philipp Klapproth auf der Schauspielbühne.

Die vielfach verfilmte und noch viel häufiger inszenierte Geschichte: Der Kyritzer Gutsbesitzer Klapproth will sich von seinem Neffen in Berlin eine Irrenanstalt von innen zeigen lassen, um einmal echte Irre zu erleben. Der Neffe aber führt ihn in die Pension Schöller mit ihren freilich exzentrischen, allerdings nicht geisteskranken Gästen. Der Neffe klärt den Irrtum nicht auf, Klapproth amüsiert sich ob der vielen Irren prächtig und fährt schließlich ganz gut gelaunt nach Hause zurück.

Die Dinge nehmen dann jedoch eine unheimliche Wendung, als diese Irren plötzlich daheim vor seiner Tür stehen – der arbeitslose Feldwebel, die neugierige Schriftstellerin, der draufgängerische Weltreisende, der spielwütige Schauspieler mit dem bedrohlichen Sprachfehler. Am Freitag hat „Pension Schöller“ Premiere am Hans-Otto-Theater.

Jon-Kaare Koppe, 1963 in Leipzig geboren, studierte 1987 bis 1991 in Berlin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, spielte danach an der Berliner Volksbühne, in Greifswald, am Anhaltischen Theater in Dessau, am Staatstheater Cottbus und am Theater in der Parkaue in Berlin. Von 2002 bis 2009 war er am Magdeburger Theater engagiert, dann kam er mit Intendant Tobias Wellemeyer nach Potsdam ans Hans-Otto-Theater.

Die Situation nach dem Intendantenwechsel mit einer Reihe von neuen Schauspielerkollegen schildert er mit sichtlicher Freude: „Ein Aufeinandertreffen von Alt und Neu hat gar nicht stattgefunden. Man hat sich sofort verstanden. Wir verstehen und wir mögen uns“, sagt er: „Ich bin sehr glücklich, dass ich dabei sein kann.“

Kyritz an der Knatter aber kennt er noch nicht. Den Ort stellt er sich „flach, sandig, sehr brandenburgisch“ vor: „Aber ich mag diese Natur.“ Die Knatter selbst, glaubt er, „ist bloß so ein kleines Rinnsal“. Die Bezeichnung für den Nebenarm des Flüsschens Jäglitz soll aus dem 19. Jahrhundert von Besuchern des Städtchens stammen, die damit den knatternden Lärm der hölzernen Wassermühlen bespöttelten. Die Inszenierung bleibt im wesentlichen so, wie sie im Schwank von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs vor 130 Jahren aufgeschrieben wurde. Aktuelle, vielleicht sogar auf Potsdam zielende Bezüge gibt es nicht. „Wozu auch?“, fragt der Schauspieler.

Das Lustspiel selbst ist prallvoll mit Brandenburg und Berlin. Das Café der Pension Schöller in Berlin, in dem Klapproth die vermeintlichen Irren beobachtet, ist eigentlich zeitlos, vielleicht den 1920er Jahren nah. Klapproths Landhaus in Kyritz ist „gut bürgerlich“, mit einer Hausbar, zwei Sesseln und vielen Türen. Ein-, zweimal bricht die Moderne dann aber doch in das Stück hinein. Mit einem Rollkoffer und vor allem einem Handy: „Klapproth fotografiert die Leute“, um die Bilder später zur Unterhaltung am heimischen Stammtisch herumreichen zu können. „Es ist wirklich witzig“, sagt Jon-Kaare Koppe, „dass es überhaupt nicht ins Auge springt, dass diese Geräte eigentlich nicht in die Zeit passen.“

Die Komik des Stücks wurde bei den Proben an manchen Stellen zu einer echten Herausforderung. Jon-Kaare Koppe erzählt, wie René Schwittay an einer Stelle als Großwildjäger mit weit ausholender Geste erzählt: „Und wie er so tat, als würde er durch den Busch gehen, da bin ich beim ersten Mal ausgestiegen. Er sah aus wie ein Luftschwimmer. Ich konnte mich nicht mehr halten vor Lachen.“

Besetzung und Termine

Premiere von „Pension Schöller“ am Hans-Otto-Theater ist am 30. November um 19.30 Uhr. Unter Regie von Jan Jochymski spielen Jon-Kaare Koppe, Nadine Nollau, David Hörning, Jörg Dathe, Alina Wolff, Hannes Schumacher, Henning Strübbe, Bettina Riebesel, René Schwittay und Jeremias Koschorz, Ute Apitz und Elena Iris Fichtner.

Weitere Vorstellungen im Großen Haus sind am 7. und 8. Dezember um 19.30 Uhr, am 21. Dezember um 20 Uhr und am 31. Dezember um 15 Uhr. Die Vorstellung zur Silvesternacht am 31. Dezember um 19 Uhr ist bereits ausverkauft. Mehr auf www.hansottotheater.de

Von Volker Oelschläger

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