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Perfektes Wetter für seltenes Naturschauspiel

Merkur schiebt sich vor die Sonne Perfektes Wetter für seltenes Naturschauspiel

Es ist ein seltenes Naturschauspiel, das sich da heute am Himmel abspielt und dank des guten Wetters ist es ziemlich gut zu sehen. Um 13 Uhr hat sich der Merkur vor die Sonne geschoben. Auch in Potsdam haben sich viele Menschen das Spektakel angeschaut. Die MAZ hat ihnen dabei zugesehen.

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Wer durchs Teleskop schaut, hat beste Sicht auf das Naturschauspiel.

Quelle: fotos: Fröhlich, Gartenschläger

Potsdam. Kein Wölkchen trübte am Montag den Himmel über Potsdam. Das bedeutete bestes Wetter für den Merkurtransit – ein seltenes Naturschauspiel, bei dem sich der kleinste Planet unseres Sonnensystems vor die Sonne schob und als winziger schwarzer Punkt sichtbar wurde.

Als es um kurz nach 13 Uhr soweit war, blickten die etwa 40 Besucher, die sich beim Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) in Babelsberg eingefunden hatten, gebannt durch die Teleskope und Fernrohre. Das AIP hatte mehrere ausklappbare „Solarscopes“ aufgestellt, die das Schauspiel auf eine weiße Fläche projizierten. Schlange stehen mussten die Hobbyastronomen, Studenten und Schüler vor den 30- bis 50-Zentimeter-Teleskopen, die den Fleck noch schärfer zeigten. Mit bloßem Auge war der Merkur nicht zu sehen und eine Beobachtung ohne Sonnenfilter ohnehin zu gefährlich, sagte Andreas Kelz, Abteilungsleiter für 3D- und Multiobjekt-Spektroskopie am AIP.

Im Inneren liefen zeitgleich Livebilder des Transits aus Spanien, Frankreich und Dubai ab. In Arizona zeichnete ein in Potsdam entwickelter und gebauter Spektrograph namens „Pepsi“ den Merkurübergang zur Forschungszwecken auf. Getestet wird mithilfe des Transits zum Beispiel die Genauigkeit der Messinstrumente. Das erklärte Matthias Mallon in einem von zwei Kurzvorträgen zum Thema Merkur und Transit, die ebenfalls gut besucht waren.

Am Nachmittag hatte auch das Urania Planetarium zwei Teleskopen mit 30-facher Vergrößerung auf dem Bassinplatz aufgebaut und lockte einige Interessierte an. „Ich habe mir das Ganze größer vorgestellt“, sagte Edith Höpfner aus Potsdam, die extra wegen des Schauspiels auf den Platz kam. Geduldig erklärte der neue Leiter des Planetariums, Simon Plate, immer wieder den Unterschied zwischen den Sonnenflecken und dem Merkur. So mancher musste dazu die Lesebrille rauskramen.

Ein Hobbyastronom aus Potsdam hat den Merkur sogar mit nur 15-facher Vergrößerung durch ein Fernglas beobachtet. „Das ist schon ein seltenes Ereignis. Der Merkur ist sonst sehr schlecht zu sehen“, erzählte er. Etwa um 17 Uhr hatte der Merkur die Hälfte seiner Transitbahn geschafft und verschwand gegen 20.40 Uhr wieder aus dem Blickfeld. Der nächste Merkurtransit findet am 11. November 2019 statt. Etwa 14 Mal pro Jahrhundert wandert der kleinste Planet an der Sonne entlang.

Von Luise Fröhlich

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