Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
„Perspektive Minsk“ will die Stadt einen

Kampf um DDR-Bau in Potsdam „Perspektive Minsk“ will die Stadt einen

Eine ungewöhnliche Strategie verfolgt die seit einigen Monaten aktive Gruppe „Perspektive Minsk“ zur Rettung des abrissgefährdeten ehemaligen Terrassenrestaurants am Potsdamer Brauhausberg. Sie will gegnerische Bürgerinitiativen zusammenbringen.

Voriger Artikel
Bootsmotor und Zubehör gestohlen
Nächster Artikel
Hochzeitssuite und Wellness im Hotelanbau

Fabian Klett (23), Gründer der Gruppe „Perspektive Minsk“ , am Fuße des früheren Terrassenrestaurants.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die Stunden des Terrassenrestaurants „Minsk“ am Brauhausberg schienen mit der Absage an die Einrichtung einer großen Kindertagesstätte zur Rettung des Baus gezählt. Doch nun regt sich neuer Widerstand gegen die Abrisspläne: „Etwas zu zerstören geht schnell und ist leicht“, heißt es auf der Facebookseite der „Perspektive Minsk“: „Etwas aufzubauen erfordert viel Zeit und Geduld.“

Initiator der Gruppe ist Fabian Klett (23), aufgewachsen in Potsdam, im sechsten Semester Student der Stadt- und Regionalplanung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Das in den 1970er Jahren errichtete und in den 1990er Jahren geschlossene „Minsk“ hat er nur als Ruine kennengelernt. Als Kind war er regelmäßig zum Schwimmen in der benachbarten Halle am Brauhausberg.

Einst ein Schmuckstück, heute eine Ruine

Einst ein Schmuckstück, heute eine Ruine: das Minsk.

Quelle: Christel Köster

Mit dem „Minsk“ beschäftigt hat er sich erstmals im Februar dieses Jahres nach einem Tag der offenen Tür auf der Baustelle des neuen Schwimmbades. „Ich dachte, das ,Minsk’ ist ein architektonisch so wertvolles Gebäude. Es ist ärgerlich, dass man es verfallen lässt.“

Gemeinsam mit Jago Kitzmann (23), einem alten Bekannten („den kenne ich seit der 5. Klasse“) und der aus Sigmaringen in Baden-Württemberg stammenden Kommilitonin Lisa Eberhard (21) gründete Klett noch im Februar die „Perspektive Minsk“ mit dem Ziel, die Diskussion über das Gebäude neu anzufachen und Ideen für eine künftige Nutzung zusammenzutragen.

Im März gingen sie mit einem für Potsdam außergewöhnlichen Logo via Facebook an die Öffentlichkeit: Über dem Spruch „Wir vereinen, was Potsdam verbindet“ steht links neben dem „Minsk“ die Garnisonkirche, rechts das „Mercure“-Hotel mit dem wieder aufgebauten Stadtschloss. Mittlerweile haben rund 140 Facebook-Nutzer auf dieser Seite ein „Gefällt mir“ hinterlassen.

Das „Minsk“ verfällt

Das in den 1970ern errichtete Terrassenrestaurant „Minsk“ gilt als herausragendes Zeugnis der DDR-Architektur. Seit den 1990er Jahren verfällt es.

Ein Antrag der Initiative „Pro Brauhausberg“ zur Aufnahme des „Minsk“ in die Denkmalliste scheiterte 2011 am Landesdenkmalamt.

Der am Erwerb und Erhalt interessierte Landessportbund beteiligte sich mit dem Konzept einer Kita erfolgreich an einer Ausschreibung der Stadt.

Doch nach Vorlage des geforderten Finanzierungsnachweises kam die Absage: Eine Kita zumal in der Größe werde an der Stelle gar nicht gebraucht.

Das Grundstück soll verkauft werden , der Ertrag soll in die Baukasse der neuen Schwimmhalle fließen. Was aus dem „Minsk“ wird, bleibt dem Käufer überlassen.

Ziel der Initiative ist es laut Klett, eine Diskussion zum „Minsk“ über die bekannten Lager hinweg zu entfachen. Ermutigt wird er dabei auch durch Äußerungen der sonst eher auf die Rekonstruktion der barocken Innenstadt fokussierten Initiative „Mitteschön“ für den Erhalt des „Minsk“: Kontakte zur Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“, die sich dem Erhalt von DDR-Architektur verschrieben hat, gebe es bereits. „Wir wollen aber auch ,Mitteschön’ ins Boot holen“, sagt Klett.

Ihr Debüt in der analogen Welt hatte „Perspektive Minsk“ im Mai in der alten Fachhochschule. In der vom „Neudeuter“-Kollektiv kuratierten Ausstellung „Ist das Stadt oder kann das weg?“ präsentierten sie ein Modell des „Minsk“.

Info Mehr auf Facebook oder unter www.perspektive-minsk.de

Von Volker Oelschläger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg