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Potsdam „Perspektive Minsk“ will die Stadt einen
Lokales Potsdam „Perspektive Minsk“ will die Stadt einen
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20:36 01.07.2016
Fabian Klett (23), Gründer der Gruppe „Perspektive Minsk“ , am Fuße des früheren Terrassenrestaurants. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Stunden des Terrassenrestaurants „Minsk“ am Brauhausberg schienen mit der Absage an die Einrichtung einer großen Kindertagesstätte zur Rettung des Baus gezählt. Doch nun regt sich neuer Widerstand gegen die Abrisspläne: „Etwas zu zerstören geht schnell und ist leicht“, heißt es auf der Facebookseite der „Perspektive Minsk“: „Etwas aufzubauen erfordert viel Zeit und Geduld.“

Initiator der Gruppe ist Fabian Klett (23), aufgewachsen in Potsdam, im sechsten Semester Student der Stadt- und Regionalplanung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Das in den 1970er Jahren errichtete und in den 1990er Jahren geschlossene „Minsk“ hat er nur als Ruine kennengelernt. Als Kind war er regelmäßig zum Schwimmen in der benachbarten Halle am Brauhausberg.

Einst ein Schmuckstück, heute eine Ruine: das Minsk. Quelle: Christel Köster

Mit dem „Minsk“ beschäftigt hat er sich erstmals im Februar dieses Jahres nach einem Tag der offenen Tür auf der Baustelle des neuen Schwimmbades. „Ich dachte, das ,Minsk’ ist ein architektonisch so wertvolles Gebäude. Es ist ärgerlich, dass man es verfallen lässt.“

Gemeinsam mit Jago Kitzmann (23), einem alten Bekannten („den kenne ich seit der 5. Klasse“) und der aus Sigmaringen in Baden-Württemberg stammenden Kommilitonin Lisa Eberhard (21) gründete Klett noch im Februar die „Perspektive Minsk“ mit dem Ziel, die Diskussion über das Gebäude neu anzufachen und Ideen für eine künftige Nutzung zusammenzutragen.

Im März gingen sie mit einem für Potsdam außergewöhnlichen Logo via Facebook an die Öffentlichkeit: Über dem Spruch „Wir vereinen, was Potsdam verbindet“ steht links neben dem „Minsk“ die Garnisonkirche, rechts das „Mercure“-Hotel mit dem wieder aufgebauten Stadtschloss. Mittlerweile haben rund 140 Facebook-Nutzer auf dieser Seite ein „Gefällt mir“ hinterlassen.

Das „Minsk“ verfällt

Das in den 1970ern errichtete Terrassenrestaurant „Minsk“ gilt als herausragendes Zeugnis der DDR-Architektur. Seit den 1990er Jahren verfällt es.

Ein Antrag der Initiative „Pro Brauhausberg“ zur Aufnahme des „Minsk“ in die Denkmalliste scheiterte 2011 am Landesdenkmalamt.

Der am Erwerb und Erhalt interessierte Landessportbund beteiligte sich mit dem Konzept einer Kita erfolgreich an einer Ausschreibung der Stadt.

Doch nach Vorlage des geforderten Finanzierungsnachweises kam die Absage: Eine Kita zumal in der Größe werde an der Stelle gar nicht gebraucht.

Das Grundstück soll verkauft werden, der Ertrag soll in die Baukasse der neuen Schwimmhalle fließen. Was aus dem „Minsk“ wird, bleibt dem Käufer überlassen.

Ziel der Initiative ist es laut Klett, eine Diskussion zum „Minsk“ über die bekannten Lager hinweg zu entfachen. Ermutigt wird er dabei auch durch Äußerungen der sonst eher auf die Rekonstruktion der barocken Innenstadt fokussierten Initiative „Mitteschön“ für den Erhalt des „Minsk“: Kontakte zur Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“, die sich dem Erhalt von DDR-Architektur verschrieben hat, gebe es bereits. „Wir wollen aber auch ,Mitteschön’ ins Boot holen“, sagt Klett.

Ihr Debüt in der analogen Welt hatte „Perspektive Minsk“ im Mai in der alten Fachhochschule. In der vom „Neudeuter“-Kollektiv kuratierten Ausstellung „Ist das Stadt oder kann das weg?“ präsentierten sie ein Modell des „Minsk“.

Info Mehr auf Facebook oder unter www.perspektive-minsk.de

Von Volker Oelschläger

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