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Pfingstberg-Park ab Sommer 2023 offen

Denkmalsanierung in Potsdam Pfingstberg-Park ab Sommer 2023 offen

Der Landschaftspark an der Villa Henckel von Springer-Vorstand Mathias Döpfner auf dem Pfingstberg wird 2023 fertig saniert und zu etwa drei Vierteln öffentlich sein. Das hat Projektleiter Thomas Gube versichert. Die Arbeiten zur originalgetreuen Wiederherstellung des Parkes und der Villa Schlieffen am Fuße des Berges lägen im Plan, seien aber sehr aufwendig.

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Quelle: Bernd Gartenschläger

Nauener Vorstadt. Man hört die Bagger und die Kettensägen, doch zu sehen ist fast nichts. Seit eineinhalb Wochen erst laufen am Pfingstberg die Erkundungsarbeiten zur Wiederherstellung des alten Wegenetzes; parallel wird der Baumbestand „durchforstet“, um die Sturmschäden des Herbstes zu ermitteln und über Fällungen zu entscheiden. Eines ist jetzt schon klar: Über 50 Bäume sind schwer geschädigt; für mehr als die Hälfte von ihnen gibt es keine Rettung mehr, sagt Landschaftsgärtner Sven Lieberenz, der das knapp acht Hektar große Areal unterhalb der Villa Henckel im Auftrag des Villeneigners Mathias Döpfner pflegt und entwickelt. Dem Springer-Vorstandschef selbst gehört nur etwa eineinhalb Hektar direkt am „Haus“. Weitere 6,3 Hektar Park im Eigentum der Schlösserstiftung saniert er auf eigene Kosten und bekommt im Gegenzug rund 1,5 Hektar davon als „Pufferzone“ zur privaten Nutzung überlassen, gesichert durch einen Binnenzaun. 4,7 Hektar sind nach Ende der Sanierung im Sommer 2023 für die Öffentlichkeit betretbar, werden aber auch von einem Zaun umfriedet, in den vier Tore eingelassen sind. Nachts wird der teils steil ansteigende Park aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben.

Thomas Guba ist der Projektleiter bei der Sanierung

Thomas Guba ist der Projektleiter bei der Sanierung.

Quelle: Rainer Schüler, Luftbild:Lutz Hannemann

Döpfner steckt 1,8 Millionen Euro in die Sanierung des Parks und der Villa Schlieffen, die kulturellen Zwecken dienen soll. Was konkret dort passieren soll, ist noch völlig offen. Nach Auskunft von Döpfners Immobilienverwalter Manfred Dengel „Es muss nicht zwingend eine Kunstausstellung sein“, ergänzte Dengel. In der Vergangenheit hatte es Spekulationen gegeben, dass die Villa als Ausstellungsort für Werke aus Mathias Döpfners Privatsammlung genutzt werden könnte.

Projektleiter Thomas Guba versicherte bei einer Parkbegehung am Montag, der erste Bauabschnitt mit rund zwei Hektar Größe werde Ende Juni 2018 beendet sein. Hier will man 1450 Quadratmeter Wege wiederherstellen, von denen man zwar anhand alter Karten den ungefähren Verlauf kennt, sie aber erst in Teilen wiedergefunden hat. Der technische Aufbau dieser serpentinenartigen Wege ist nur an einigen Grabungsstellen und nur ansatzweise klar; man möchte soviel Altmaterial wie möglich für die Rekonstruktion verwenden. In einigen Teilflächen ist eine ortsgenaue Ermittlung der Wege aber nicht mehr möglich, da durch Erdbewegungen in der Nachkriegszeit die Bodenschichten zu stark gestört sind. Hier wird die Anlage ergänzend wiederhergestellt. Damit wird auch eine weitere Wegeverbindung hinauf auf den Pfingstberg und vorbei an der Villa Henckel begehbar gemacht.

Der zweite Bauabschnitt bis hinunter zur maroden Villa Schlieffen am Fuß des Berges soll bis Sommer 2012 fertig sein, der dritte von der Villa Schlieffen bis heran an die Große Weinmeisterstraße bis Sommer 2023.

Die Sanierungsarbeiten auf Flächen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten werden von einer Immobilienfirma Döpfners auf der Basis eines so genannten Nießbrauchvertrages durchgeführt, der ihm die kauffreie Erweiterung seines Grundstückes für 40 und in kleinen Teilen sogar 60 Jahre ermöglicht.

Die Abgrenzung zwischen privat genutzten Flächen um die Villa Henckel herum und dem Teil des Parks, der nach der Wiederherstellung wieder für die Öffentlichkeit begehbar sein soll, war Gegenstand einer langen und hitzigen öffentlichen Diskussion, in der sich eine Anwohnerinitiative lautstark zu Wort meldete, Döpfner verbal angriff und Protestplakate an den Bauzaun hängte, den sie als Beschneidung ihrer Bürgerrechte ansah. Inzwischen ist der Konflikt so weitgehend befriedet, dass Sven Lieberenz das Verhältnis der Seiten als „freundschaftlich“ bezeichnet.

Die Villa Schlieffen bildet innerhalb der Parkanlagen ein Ensemble mit den Villen Henckel, Lepsius und Quandt und ist dort Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Am 4. März 2014 unterzeichneten der Generaldirektor der Schlösserstiftung, Hartmut Dorgerloh, und Döpfner einen Vertrag über die Sanierung und künftige Nutzung der Villa Schlieffen und des Parks der Villa Henckel. Die Vereinbarung sah die denkmalgerechte Wiederherstellung der seit 1994 leer stehenden Villa Schlieffen vor. Wegen der maroden Bausubstanz ist die einstige Hohenzollern-Villa derzeit nicht zugänglich. Die Vereinbarung beinhaltete auch die Wiederherstellung der ursprünglichen Wegebeziehungen, Pflanzungen und Gartenarchitekturen des Parks der Villa Henckel. Park und Villa bleiben weiterhin im Eigentum der Stiftung. Sie werden dem Springer-Vorstand im Rahmen eines 40-jährigen Nießbrauchs zur Nutzung überlassen.

Von Rainer Schüler

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