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Pfropfen für die Bohrungen in Ketzin

Potsdamer Wissenschaftler testen Kohlendioxid-Speicherung Pfropfen für die Bohrungen in Ketzin

Mehr als zehn Jahre nach dem Start des Modellversuchs zur Deponierung von Kohlendioxid in Ketzin (Havelland) werden die durch das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) vorgenommenen Bohrungen dort versiegelt. Bis Ende 2016 sollen alle fünf Bohrlöcher gemäß des Bergrechts mit Zement verplombt sein.

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Bis in 650 Meter Tiefe wurden die Bohrlöcher in Ketzin getrieben.

Quelle: GFZ Deutsches GeoForschungsZentrum

Potsdam/Ketzin. Der Kohlendioxid-Modellspeicher des Potsdamer Geoforschungszentrums (GFZ) in Ketzin (Havelland) wird versiegelt. Mehr als zehn Jahre nach dem Beginn des Versuchs über eine mögliche Deponierung von CO 2 aus Industrieemissionen im Untergrund wird die vermutlich dauerhafte Lagerung des Treibhausgases eingeleitet. Mit der Verplombung der ersten von insgesamt fünf Bohrungen ist gerade begonnen worden. Bis Ende 2016 sollen alle fünf Löcher mit Zement verpfropft sein

„Das ist kein Endlager“, will Axel Liebscher, Leiter des Zentrums für Geologische Speicherung am GFZ ungewollte Vergleiche mit der Atomdebatte aus dem Weg räumen. Gleichwohl handele es sich um eine dauerhafte Deponierung. Grund der gestarteten Zementverfüllung sei das Bergrecht. Das sieht vor, dass sämtliche Bohrungen nach einer Nutzung verschlossen werden müssen. „Wie bei einer Flasche könnten ohne eine Verschließung theoretisch Gase entweichen“, so Liebscher.

In der Tat dürfte mit den Pfropfen sozusagen der Geist erst einmal in der Flasche bleiben. Nach anfangs euphorischen Ideen, abgeschiedenes Kohlendioxid aus Kraftwerksabgasen einfach dauerhaft in den Untergrund zu verfrachten, um den Klimawandel zu begrenzen, sind zumindest in Deutschland sämtliche derartige Pläne vom Tisch. „Die Verplombung ist gut – sie symbolisiert, dass dies ein Irrweg ist“, sagt etwa der Sprecher der Bürgerinitiative CO 2ntra Endlager“ in Brandenburg Ulf-Michael Stumpe. Zudem habe die Initiative von Anfang an bezweifelt, dass der Modellversuch in Ketzin belastbare Erkenntnisse über die Möglichkeit einer dauerhaften Endlagerung liefern könne.

„Wir konnten zeigen, dass dieses Verfahren prinzipiell einen gangbaren Weg darstellt, CO 2 unterirdisch zu speichern“, sagt dagegen Liebscher. Zu keinem Zeitpunkt sei ein Entweichen der Gase festgestellt worden.

2008 war in Ketzin damit begonnen worden insgesamt 67 000 Tonnen Kohlendioxid – also mehr als 3000 Tankwagen-Ladungen – in einen porösen Sandstein in eine Tiefe von 630 bis 650 Metern zu pumpen. Begleitend und vor allem nach dem Ende der Verfüllung Mitte 2013 war in umfangreichen Untersuchungen nachgewiesen worden, dass eine derartige Deponierung dichthalten würde.

Die jetzt gestartete Versiegelung erfolgt schrittweise. Die Bohrungen sind mit sich nach unten verjüngenden Rohren versehen. Zunächst wird der innerste untere Rohrteil in etwa 459 Metern Tiefe abgeschnitten und aus der Bohrung gezogen. Anschließend wird die Bohrung bis in eine Tiefe von 275 Meter mit Zement verfüllt. Nach dem Aushärten dieser ersten Zementstrecke wird das nächste Rohrteil bei etwa 265 Meter abgeschnitten, ausgebaut und die Bohrung bis zur Oberkante mit Zement verfüllt. Insgesamt wird der komplette Modellversuch am Ende etwa 45 Millionen Euro gekostet haben.

Von Gerald _Dietz

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