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Pirschheide könnte in fünf Jahren wieder voll am Netz sein

Bahnverkehr in Potsdam Pirschheide könnte in fünf Jahren wieder voll am Netz sein

Die Wiederinbetriebnahme des oberen Teils am Bahnhof Pirschheide ist machbar, wenn das Land Brandenburg vorstellbar

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Die alten Bahnsteige oben im Bahnhof Pirschheide erfüllen keinen Zweck mehr und verfallen.

Quelle: R.Schüler

Pirschheide . Eine halbe Million Euro hat die Bahn in die Erneuerung des unteren Gleises im und am Bahnhof Pirschheide investiert. Die Arbeiten begannen am 17. Juni und waren am 3. Juli beendet. Nötig waren sie nach Auskunft von Bahnsprecher Gisbert Gahler zur Erhaltung der Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern und der allgemeinen Sicherheit des Bahnbetriebes. Man tauschte nicht nur die Schienen aus,. sondern auch sämtliche Schwellen. Die Bahn war alleiniger Investor.

Auf der Regionalbahnlinie 22 wurden im und am Bahnhof die Gleise erneuert

Auf der Regionalbahnlinie 22 wurden im und am Bahnhof die Gleise erneuert.

Quelle: R.Schüler

Erstmals hat sich der staatliche Konzern jetzt zu einer Wiederinbetriebnahme der oberen Bahnanlagen als Haltepunkt des Personenverkehrs geäußert; bislang fahren ja alle Züge mit hohem Temp auf den beiden mittleren Gleisen durch, während die vier Gleise der beiden Bahnsteige schon seit Jahren abgebaut sind.

Die inaktiven Bahnsteige als Bahnsteige wieder in Betrieb zunehmen, sei nicht geplant, sagt Gahler. Aber man könne „zwei neue Außenbahnsteige“ neben die beiden aktiven Mittelgleise bauen, die aus verkehrlicher Sicht auskömmlich seien. Das Infrastrukturministerium des Landes Brandenburg geht davon aus, dass die beiden neuen, nach innen verlegten Bahnsteige vor allem über die alten, außer Dienst gestellten erschlossen werden. Dorthin käme man über die sanierungsbedürftigen Verteilertunnel- und Treppenanlagen oder über neu zu bauende Aufzüge, die man schon allein für mobilitätsbeschränkte Menschen errichten müsste. Von den derzeit überwucherten Altbahnsteigen müssten Verbindungen zu den neuen Bahnsteigen gebaut werden, hinweg über bereits gleislose Bereiche.

Falls die Bahn vom Land Brandenburg mit dem Bau beauftragt wird, würde es inklusive eines Planfeststellungsverfahrens fünf Jahre dauern, bis die neuen Bahnsteige fertig sind, so Gahler. Eine Kostenprognose für den teilweisen Abbruch alter Bahnanlagen sowie den Neubau von Aufzügen und Bahnsteigen sei dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg übergeben worden, das der Aufgabenträger sein und die Maßnahme bezahlen müsste.

Zuständig für die Planung und Realisierung der bundeseigenen Eisenbahninfrastruktur ist zwar grundsätzlich der Bund. Doch wie Steffen Streu als Sprecher des Infrastrukturministeriums jetzt der MAZ sagte, kann das Land „in Ausnahmefällen durch gezielten finanzielle Mitteleinsatz bestimmte Prozesse im Landesinteresse beschleunigen“. Da die Station Potsdam-Pirschheide an der Regionalbahnlinie 22 eine günstige Verkehrsprognose zeigt, hat sich das Land nach Auskunft Streus in diesem Fall zu einer solchen Maßnahme entschieden und stimmt derzeit mit der DB Station&Service AG als potentiellem Bauherren eine Planungsvereinbarung ab. Mit der werden die Grundlagenermittlung und die Vorentwurfsplanung finanziert, und es stellt sicher, dass die nachfolgende Entwurfsplanung und Genehmigungsplanung nahtlos anschließen können, falls die Voruntersuchung positiv ausfällt.

Eine Untersuchung der Spreeplan Verkehr GmbH (SPV) Berlin vom Januar 2001 sagt, dass die Wiederinbetriebnahme der oberen Bahnsteiganlage dazu führen würde, dass täglich 1150 Menschen dort zwischen der Bahn und dem öffentlichen Nahverkehr von Potsdam wechseln würden. Die Linie RB22 würde im Zuge der Eröffnung des Schönefelder Großflughafens BER anders geführt werden als bisher. Sie führe dann statt über Michendorf direkt über den südlichen Berliner Außenring nach Potsdam, mit Stichfahrt über Golm. Es wird Spreeplan zufolge eine neue Linie RB23 eingeführt, die zwischen Michendorf und Potsdam Hauptbahnhof den Linienverkehr der heutigen Regionalbahn 22 aufnimmt. Spreeplan hält zudem die Wiederinbetriebnahme der Brücke der Umgehungsbahn über die Wetzlarer Bahn für sinnvoll, weil dann die Linie RB33 von Beelitz über Schwielowsee nach Potsdam geführt werden könnte. Als Ersatz im Bereich Michendorf wäre eine neue Linie RB34 zwischen Beelitz Stadt bzw Michendorf und Potsdam einzuführen.

Der Regionalverkehr

Der RB 22 verbindet Berlin und Magdeburg über den Berliner Außenring, von Friedrichstraße über Wannsee, Potsdam Hbf, Charlottenhof, Sanssouci, Golm, Saarmund, Ludwigsfelde-Struveshof, Flughafen Berlin-Schönefeld, Königs Wusterhausen.

Der RB 23 fährt von Berlin nach Magdeburg über Potsdam Hbf, Charlottenhof, Pirschheide, Caputh-Geltow, Caputh-Schwielowsee , Ferch-Lienewitz, Seddin, Michendorf.

Neue Züge müssen nach Einschätzung der Bahn wegen der Wiederbelebung der oberen Pirschheide-Bahnsteige nicht angeschafft werden, weil es Umverteilungen von anderen, nicht mehr so effektiven Strecken geben würde.

Pläne zu einer sogenannten Flughafen-Expresslinie waren im Jahre 2012 vorgestellt worden, als man noch von einer Eröffnung des internationalen BER-Airports 2013 ausging. Damals war von 2,2 Millionen Euro die Rede für eine Zubringerstrecke, die zwischen dem Großflughafen Berlin-Schönefeld, Golm und dem Potsdamer Hauptbahnhof pendelt. Wieviel davon auf den Bahnhof selbst entfiele, wurde nicht mitgeteilt, doch dürfte der größte Teil in die Bahnhofsertüchtigung fließen, denn die noch bestehenden und neu elektrifizierten beiden Gleise sind nach Einschätzung der Bahn ausreichend und müssen nicht erneuert werden. Die frühere Landesumweltministerin Anita Tack (Die Linke) glaubt, dass die Reaktivierung der oberen Bahnsteiganlagen deutlich mehr als 2,2 Millionen Euro kostet, spricht sich aber klar dafür aus, den Umsteigeknoten Bahnhof Pirschheide zu stärken.

Von Rainer Schüler

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