Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Pläne für Kunsthalle in der Stadtmitte
Lokales Potsdam Pläne für Kunsthalle in der Stadtmitte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:17 31.08.2018
Die Empfangshalle des alten Potsdamer Hauptbahnhofs wurde zum Localize-Festival 2013 zur temporären Kunsthalle. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam/Innenstadt

Potsdam diskutiert wieder über die Errichtung einer Kunsthalle. Mit dem Oberbürgermeisterwahlkampf ist das Thema in die öffentliche Debatte zurückgekehrt. In einer Befragung des Museums-Fördervereins plädieren vier der sechs Kandidaten für einen Neubau oder eine Erweiterung des Potsdam-Museums in seiner Funktion als städtisches Forum für Kunst und Geschichte.

Die Idee einer Kunsthalle sei „nicht neu“, erklärt Janny Armbruster (Grüne), sondern „Bestandteil des Museumskonzeptes, das noch nicht realisiert“ sei. „Denkbar“ sei ein „entsprechend großer Raum im Kulturquartier Langer Stall/Feuerwache, das bis 2023 in der Potsdamer Mitte entstehen“ werde. Damit stünde die Kunsthalle in Ergänzung zu dem Kreativquartier an der Plantage, das unter anderem den Nutzern des heutigen Kunsthauses im Rechenzentrum Platz bieten soll.

Mike Schubert (SPD) schlägt vor, „entweder“ einen „Erweiterungsbau“ am Museumsgebäude“ oder „Räumlichkeiten in der entstehenden Bebauung der Potsdamer Mitte zu nutzen“. Lutz Boede (Die Andere) spricht sich mit Verweis auf das benachbarte Kunstmuseum Barberini für einen „Anbau des Stammhauses am Alten Markt“ aus.

Martina Trauth (Linke) erklärt: „Wir brauchen einen dauerhaften Ort für die Präsentation der Geschichte der Potsdamer Kunst mit Künstlern, die in Potsdam gewirkt haben, die in Potsdam gelebt haben oder die Potsdam als Motiv haben.“ Potsdam sei „eine der wenigen Großstädte, die über keine ständige Kunstausstellung verfügt, in der sie ihre städtische Sammlung präsentieren kann“.

Die Frage an die Kandidaten lautete, ob sie die Forderung des Museums-Fördervereins und des Potsdamer Kunstvereins nach einer Erweiterung der Ausstellungsfläche des Potsdam-Museums für eine ständige Kunstausstellung befürworten, welchen Standort sie befürworten und ob sie Ideen zur Finanzierung haben.

Mike Schubert will Drittmittel einwerben, Lutz Boede ist für eine Finanzierung aus dem regulären Haushalt. Eine Landeshauptstadt müsse sich „ihr Museum auch leisten wollen“, sagt er.

Anläufe für eine Potsdamer Kunsthalle zur Präsentation der städtischen Sammlung sowie aktueller regionaler und internationaler Kunst gab es seit 1989 immer wieder einmal. Am weitesten kam der 1993 zur 1000-Jahr-Feier eröffnete Kunstspeicher in der Zeppelinstraße.

Im Potsdam-Museum als Forum für Kunst und Geschichte stehen neben 750 Quadratmetern für die ständige Ausstellung zur Stadtgeschichte 550 Quadratmeter für Sonderausstellungen bereit. Kein Platz ist für die dauerhafte Präsentation von Kunst und Fotografie.

Konsens herrscht bei den Oberbürgermeisterkandidaten bei der Frage zum geplanten Zentraldepot für das Museum und weitere städtische Einrichtungen. Grünen-Kandidatin Armbruster sagt: „Ich freue mich, wenn die Ansiedlung am Standort des ehemaligen Landeshauptarchivs am Windmühlenberg bis 2002 gelänge.“

Dieser Ort wurde zeitweilig als neue Adresse für das Depot des Filmmuseums diskutiert, das nun aber Platz in der Medienstadt Babelsberg finden soll. Das Ergebnis der Prüfungen zum Zentraldepot soll laut Rathaussprecher Jan Brunzlow zum Jahresende vorliegen.

Wie Potsdam sich um eine Kunsthalle bemüht

Die erste Potsdamer Kunsthalle der Nachwendezeit wurde zur 1000-Jahrfeier 1993 im Persiusspeicher an der Zeppelinstraße eröffnet. 1998 gab man mangels Eignung des denkmalgeschützten Gebäudes auf – nach 3,25 Millionen Euro Investition.

In den Entwürfen für den Kulturstandort Schiffbauergasse fand sich Anfang der 2000er Jahre ein Kunsthallenneubau. Ersatzweise kam dort später ein privates Fluxus-Museum.

2002 wurde die „Schaffung eines Ortes für zeitgenössische Kunst (Kunsthalle)“ mit den von den Stadtverordneten verabschiedeten „Kulturpolitischen Konzepten“ als Ziel fixiert.

Eine zeitweilige Kunsthalle wurde 2013 zum Localize-Festival in der Empfangshalle des ehemaligen Hauptbahnhofs in der Pirschheide eröffnet.

Eine Erweiterung des Potsdam-Museums zur Präsentation der eigenen Kunstsammlung und von zeitgenössischer bildender Kunst wurde 2015 im Museumskonzept festgeschrieben.

Kulturdezernentin Noosha Aubel (parteilos) bekräftigte vor kurzem im MAZ-Interview den Bedarf. Allerdings könne sie „heute leider nicht sagen: In drei Jahren haben wir eine wunderbare Kunsthalle“. vo

Von Volker Oelschläger

Die Regionalbahn RE 1 fuhr am Freitagnachmittag unregelmäßig. Auf der Strecke von Berlin Richtung Magdeburg hatte es offenbar einen Unfall gegeben. Mehrer Halte, unter anderem der Potsdam Hauptbahnhof, wurden nicht angefahren.

31.08.2018

Die S-Bahn nimmt sich ab heute eine recht lange Auszeit. Das trifft vor allem Pendler und Nachtschwärmer. Vielleicht dann abends lieber ins Karli statt nach Berlin?

31.08.2018

Maher Bader und seine Familie sind aus Syrien geflüchtet und haben in Potsdam ein Zuhause gefunden – nur einer fehlt.

31.08.2018