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Plattner soll Potsdamer Ehrenbürger werden

Auszeichnung für Barberini-Gründer Plattner soll Potsdamer Ehrenbürger werden

Aufgrund seiner Verdienste um die Stadt soll der Mäzen Hasso Plattner in einen kleinen, feinen Kreis aufgenommen werden: Nur etwa 40 Ehrenbürger gibt es in der Geschichte der Stadt Potsdams. Anfang 2017 könnte der SAP-Gründer auch dazu zählen. Nur eine Fraktion kann sich dem allgemeinen Wohlgefallen an der Idee nicht anschließen: die Fraktion „Die Andere“.

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Hasso Plattner mit seiner Tochter Steffi vor dem Museum Barberini.

Quelle: Köster

Potsdam. Der Mäzen und Software-Unternehmer Hasso Plattner soll Potsdamer Ehrenbürger werden. Das bestätigte Stadtsprecher Stefan Schulz am Montag: Die Überlegung sei „relativ konkret“. Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Plattner soll im Rahmen des Neujahrsempfangs 2017 erfolgen – zeitnah zur Eröffnung des von Plattner neu begründeten Museum Barberini am Alten Markt. Durch sein Engagement habe der SAP-Gründer dem Ansehen der Stadt gedient: Auf sein Konto gehen unter anderem die Gründung des Hasso-Plattner-Instituts am Griebnitzsee sowie sein Mäzenatentum für den Landtag in Millionenhöhe und die Einrichtung des Museums Barberini.

Nur drei Ehrenbürger seit der Wende

Nach der Wende wurden bislang nur drei Persönlichkeiten mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet: Hans-Joachim Giersberg, der frühere Generaldirektor der Schlösserstiftung, der Maler Siegward Sprotte und Friedrich Mielke, der wegen seiner denkmalpflegerischen Verdienste um die historische Potsdamer Architektur die Ehrenbürgerschaft erhielt. Giersberg und Sprotte verstarben vor einigen Jahren. Jakobs’ Pläne für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft stoßen allerdings nicht auf einhellige Zustimmung.

„Warum wird es nicht endlich mal eine Frau?“

Während die Rathauskooperation unisono die Auszeichnung unterstützt, sieht die Fraktion „Die Andere“ den Vorstoß mit Skepsis. „Das ist eine Frage der Verhältnismäßigkeit“, erklärte Fraktionschef Sandro Szilleweit am Montag: „Wenn Plattner das Hasso-Plattner-Institut gründet, dann ist das zwar löblich – aber es ist nichts anderes, als wenn ein Handwerksmeister eine Ausbildungsstelle schafft.“ Auch andere Potsdamer beziehungsweise Potsdamerinnen seien angesichts ihrer Ehrenamtsverdienste in Szilleweits Augen „genauso ehrenbürgerverdächtig“. Nachsatz: „Und: Warum wird es nicht endlich mal eine Frau?“

Wer soll Potsdamer Ehrenbürger werden?

Wer hätte sonst noch eine Ehrenbürgerschaft verdient? Die MAZ ruft die Leser auf, Vorschläge für mögliche Kandidaten zu machen. Die Ideen können an potsdam-stadt@MAZ-online.de beziehungsweise an Märkische Allgemeine, MAZ Potsdam, Friedrich-Engels-Straße 24, 14473 Potsdam geschickt werden.

Die Stadt Potsdam hat mehr als 40 Ehrenbürger. Der erste war 1822 der Kastellan des Königlichen Schauspielhauses, Deesen. Später zählen der Physiker Hermann Helmholtz und Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg dazu. Nach 1945 wurden so neben anderen der berühmte Blumenzüchter Karl Foerster und der Maler Otto Nagel ausgezeichnet.

Auch in der Nazi-Zeit wurden Ehrenbürgerschaften verliehen. Während die Ehrung für Hitler gleich in der Wendezeit gelöscht wurde, ist der 1933 zum Potsdamer Ehrenbürger ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg immer noch in dem Kreis vertreten.

Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg bekräftigte am Montag seine Wertschätzung für Plattner: „Er hat viel für die Stadt und in dieser Stadt getan – und er hat im Unterschied zu manchen anderen dabei eine hohe Sensibilität gegenüber der Problemlage in dieser Stadt gezeigt“, sagte Scharfenberg unter Anspielung auf die Kunsthallen-Debatte vor einigen Jahren. Das Thema Ehrenbürgerschaft soll noch fraktionsintern besprochen werden.

Im Herbst 2016 soll den Stadtverordneten eine Beschlussvorlage zur Ehrenbürgerwürde für den Mäzen vorgelegt werden.

Von Ildiko Röd

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