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Pogida findet kaum noch Anhänger in Potsdam

Neuer Tiefpunkt Pogida findet kaum noch Anhänger in Potsdam

Waren es nun 25, 26 oder 28 Pogida-Anhänger, die am Mittwochabend in Potsdam demonstriert haben? Genau konnte das keiner sagen. Einig war man sich aber: es waren keine 30 Demonstrations-Teilnehmer. Dagegen standen hunderte Gegendemonstranten – und dazwischen noch mehr Polizisten.

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Nur wenige Pogida-Anhänger versammelten sich am Mittwoch in Potsdam.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Am Mitwoch, 18. Mai 2016, war es wieder soweit: Nach sechswöchiger Pause war abermals eine Pogida-Demonstration in Potsdam angemeldet. Zum elften Mal hatte die asyl- und islamfeindliche Bewegung in der brandenburgischen Landeshauptstadt zu einem sogenannten Abendspaziergang aufgerrufen. Aber noch nicht mal 30 Anhänger zeigten Wanderslust.

Aus Sicht der Pogida der bisherige Tiefpunkt. Selbst der Pressesprecher der Bewegung zeigte sich irritiert.

Und auf der anderen Seite? Auch die Zahl der Gegendemonstranten ist gesunken, aber immerhin setzten sich noch „insgesamt 500 Potsdamerinnen und Potsdamer für Weltoffenheit und Toleranz“ ein, wie die Stadt am Donnerstag bestätigte. Auf verschiedenen Veranstaltungen wurde lautstark gegen die rechte Demonstration am Hauptbahnhof getrommelt, gepfiffen und gebrüllt.

Die meisten „Teilnehmer“ hatte jedoch die Polizei: Rund 580 Polizisten sorgten für einen gewaltlosen Ablauf aller angemeldeten Demonstrationen und die Absperrungen diverser Straßen.

Pogida-Gegner mit Demo-Verlauf zufrieden

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) zeigte sich am Donnerstag zufrieden und bedankte sich bei den Bürgern: „Der immer kleiner werdende Kern an rechten Demonstranten zeigt, dass Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Potsdam keinen Platz bekommen. Die Landeshauptstadt ist bunt und fremdenfreundlich. Wir pflegen eine Willkommenskultur, auf die wir stolz sind. Das haben hunderte Bürgerinnen und Bürger wieder deutlich gemacht. Dafür gilt mein ganzer Dank! Potsdam ist tolerant und weltoffen gegenüber allen Kulturen und Religionen – ganz im Gegensatz zu Pogida.“

Ebenso äußerte sich Sascha Krämer (Linke ): „Beim Abmarsch von Pogida gab es eine 1:1 Betreuung durch Polizei. Das wünscht sich jedes Kita-Kind. Lediglich 30 Menschen bei Pogida, die sich als Elite der Gesellschaft sehen, war wohl der Tiefpunkt einer Veranstaltung, die nicht im Ansatz in der Potsdamer Bürgerschaft fruchtete. Die Stadtgesellschaft hat erneut gezeigt, dass durch diese Stadt der Wind der Solidarität und Toleranz weht. Wenn sich Pogida schon auf Preußen beruft, dann sollten sie sich auch über den Toleranzgedanken denken, der Potsdam städtebaulich und geistig geprägt hat.“

Die bisherigen Pogida-Demos

11. Januar, Bassinplatz : Erstmalig versucht ein Ableger der Pegida-Bewegung in Potsdam zu demonstrieren. Ausnahmezustand am Bassinplatz. Der geplante „Abendspaziergang“ findet nicht statt. Am Rande kommt es zu Krawallen durch linke Gegendemonstranten.

20. Januar, Bassinplatz : Erneut ein Großaufgebot der Polizei in der Innenstadt. Knapp 300 Pogida-Anhängern stehen mehr als 1000 Menschen gegenüber. Der „Abendspaziergang“ setzt sich in Bewegung – und stoppt nach wenigen Metern.

27. Januar, Hauptbahnhof zum Filmmuseum: Erstmalig zieht Pogida durch die Landeshauptstadt – zumindest ein Mal über die Lange Brücke bis hin zum Filmmuseum und zurück. Rund 150 Teilnehmer.

3. Februar, Schlaatz : Etwa 130 Anhänger der islamfeindlichen Bewegung ziehen durch einen Randbereich des Schlaatz, behindert von rund 1000 Gegendemonstranten. Die Route geht an einem Asylbewerberheim vorbei.

10. Februar, vom Bahnhof Rehbrücke nach Drewitz: Riesiges Polizeiaufgebot und erhebliche Verkehrsbehinderungen: Rund 100 Pogida-Anhänger sind da, etliche werden von der Polizei nicht mehr zum Kundgebungsort gelassen. Es gibt drei Gegendemos in Sichtweite.

17. Februar in Babelsberg : Pogida muss den „Abendspaziergang“ vom Bahnhof Medienstadt zum Rathaus Babelsberg auf der Großbeerenstraße nach wenigen hundert Metern beenden und wegen einer massiven Sitzblockade von Gegnern umkehren.

24. Februar am Bornstedter Feld : Rund 1000 Menschen in mehreren Kundgebungen demonstrierten an der Kirschallee gegen Pogida, die nur etwa 80 Anhänger aufbot. Erneut behinderte eine Sitzblockade die Islamfeinde.

9. März, vom Hauptbahnhof zum Filmmuseum: Genau wie am 27. Januar heißt es: Lange Brücke hin und her“. Keine 100 Pogida-Teilnehmer nehmen teil. Größter Aufreger: eine skurrile Fahrrad-Aktion.

22. März, von der Glienicker Brücke bis zur Nuthestraße: Rund 50 Pogida-Anhänger marschieren begleitet von rund 700 Polizisten durch die berliner Verkehrschaos. Die Folge: ein Verkehrschaos.

7. April, vom Hauptbahnhof zum Filmmuseum: Nur wenige Teilnehmer ziehen auf Pogida-Seite über die Lange Brücke bis zum Filmmuseum. Auch dieses Mal gab es auf Seiten der Gegendemonstranten deutlich mehr Teilnehmer. Auch Liedermacher Konstantin Wecker sprach zu den Gegendemonstranten. Er gab an dem Abend ein Konzert in der Landeshauptstadt.

18. Mai, vom Hauptbahnhof zum Filmmuseum: Alter Treffpunkt, neue Route, wenige Teilnehmer: Rund 30 Pogida-Anhänger ziehen vom Hauptbahnhof nach Zentrum-Ost und zurück.

Von MAZonline

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