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Pogida schwächelt: Demo-Absage in Babelsberg

„Abendspaziergänge“ in Potsdam Pogida schwächelt: Demo-Absage in Babelsberg

Die Potsdamer Pogida wird auf ihren Babelsberg-Umzug am kommenden Dienstag verzichten. Wann es dann wieder Demonstrationen geben wird, ist noch nicht bekannt. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs zeigte sich zufrieden und wertete die Absage als Erfolg.

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Die Pogida-Demo vom Mittwoch am Landtag.

Quelle: imago stock&people

Potsdam. Die Potsdamer Pogida will offenbar auf ihren Babelsberg-Umzug in der kommenden Woche verzichten. Das erfuhr die MAZ zunächst aus gut unterrichteten Kreisen, dann bestätigte dies auch die Polizei. Christian Müller, der bisherige Pogida-Anmelder war bis zum Nachmittag nicht zu erreichen.

Am Rande des 8. sogenannten „Abendspaziergangs“ der Pogida-Bewegung in der Potsdamer Innenstadt am Mitwoch wurde bekannt, dass für Dienstag, 15. März 2016, die nächste Pogida-Demonstration angemeldet wurde.

Laut Polizeiführer Michael Scharf wurde als Treffpunkt der Bahnhof Griebnitzsee angegeben, ohne jedoch eine Route zu benennen. Auch die Genehmigung der Veranstaltung stand noch aus. Das ist nun wohl auch nicht mehr nötig.

Freude beim Oberbürgermeister

Oberbürgermeister Jann Jakobs, Vorsitzende des Bündnisses “Potsdam! bekennt Farbe“ freut sich über die Absage: „Das ist ein Erfolg der Gegenproteste, die wir Woche für Woche zu insgesamt acht Demonstrationen auf die Beine gebracht haben“, teilte er mit.

Er bedankte sich „bei allen Bündnis-Partnern und den tausenden Potsdamerinnen und Potsdamern für ihr Engagement in den vergangenen Wochen. Wir haben uns für Weltoffenheit und Toleranz in unserer Stadt stark gemacht. Wir haben Gesicht gezeigt für ein buntes, kreatives Potsdam!“.

Die geplante Kundgebung des Bündnisses “Potsdam bekennt Farbe“ am kommenden Mittwoch wurde wegen des Pogida-Rückzuges abgesagt. Der Oberbürgermeister machte aber deutlich: „Sollte Pogida wieder aufmarschieren, werden wir da sein und uns lautstark für das tolerante und weltoffene Potsdam einsetzen“, versprach er.

Sascha Krämer (Die Linke) schrieb zur Pogida-Absage auf Facebook: „Aus Anmeldemüller wird Abmeldemüller. Ihm und seinen wenigen Getreuen geht langsam die Luft aus. Die Potsdamer Stadtgesellschaft hat seit Wochen gezeigt, dass sie die rassistischen und wirren Äußerungen in Potsdam nicht toleriert. Das weltoffene, tolerante und solidarische Potsdam hat den längeren Atem“.

Kein Durchkommen in Babelsberg

Mitte Februar hatte Pogida erstmals in Babelsberg eine Demonstration angemeldet. Weit kam man damals nicht.

Hunderte Potsdamer blockierten die Wegstrecke und die Islamfeinde mussten auf ihrem Weg auf der Großbeerenstraße vom Bahnhof Medienstadt in Richtung S-Bahnhof Babelsberg bereits nach wenigen Hundert Metern umkehren.

Lange Brücke hin und zurück

Zur achten Kundgebung am Mittwochabend am Hauptbahnhof und dem anschließenden „Abendspaziergang“ zum Filmmuseum hatten sich nicht mal 100 Pegida-Anhänger versammelt, darunter einige aus Sachsen. Es gab mehrere hundert Gegendemonstranten, deutlich weniger als sonst. Auch der Polizeieinsatz fiel mit 800 Beamten wesentlich geringer aus als bisher.

Kuriosität am Rande: Eine skurrile und vor allem sehr laute Fahrrad-Fanfaren-Aktion verzögerte den Start der Pogida Versammlung.

Von Rainer Schüler

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