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Pokalfinale: Schlimme Szenen nach dem Abpfiff

Polizei setzt in Luckenwalde Reizgas ein Pokalfinale: Schlimme Szenen nach dem Abpfiff

Ausschreitungen bei dem Brandenburger Landespokalfinale, das in Luckenwalde ausgetragen wurde, überschatten den Erfolg des SV Babelsberg 03. Der Verein hatte sich zuvor gegen den FSV 63 Luckenwalde durchgesetzt. Es boten sich schreckliche Szenen, mehrere Menschen wurden verletzt. Augenzeugen berichten von unnötiger Polizeigewalt.

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Pyrotechnik wurde gezündet, die Polizei bildete eine Kette. Sie wollten die Fans nicht aufs Spielfeld lassen und setzten auch Reizgas ein.

Quelle: MAZ Sportbuzzer

Luckenwalde . Der große Erfolg des SV Babelsberg 03 im Finale des Landespokals gegen FSV 63 Luckenwalde wird überschattet von den schlimmen Szenen nach dem Abpfiff. Als sich einige Fans des Babelsberger SV auf die Zäune am Fanblock kletterten, zog die Polizei auf und positionierte sich vor den jubelnden Fans, um einen Platzsturm zu verhindern. Als ein Zaunelement nachgibt, eskaliert die Lage. Als dann noch einige Fans auf das Spielfeld gelangen, schreitet die Polizei ein.

Die Fotos in der Bildergalerie unseres Fotografen Jan Kuppert zeigen, wie Fans und Polizei aneinandergerieten.

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Rigoros werden die Jubelnden zurückgedrängt. Die Beamten bilden eine Kette. Es wird geschubst, die Lage spitzt sich zu. Immer mehr Polizeikräfte ziehen vor den Anhängern auf, ingesgesamt waren 1000 Babelsberg-Fans vor Ort. Einige Fans bestehen darauf, bei den Spielern zu bleiben. Wenige durchbrechen die Kette. Jetzt kommt Pfefferspray kommt zum Einsatz. Aus dem Block fliegen Gegenstände auf die Beamten. Die Situation eskaliert endgültig. Die Einsatzkräfte sprühen das Tränengas - zunächst nur gegen einzelne Personen, später willkürlich in großen Mengen in den Block. Einige spüren Schlagstöcke, berichten Augenzeugen. Fans werden abgeführt, andere liegen mit Tränengas auf dem Boden. Selbst Ordner geraten in die Pfefferspray-Schwaden und auch jene Fans, die sich in Ruhe das Spiel ihres Lieblingsvereins Babelsberg 03 angesehen hatten. Augen werden ausgespült, einige Fans und Ordner bluten. Offenbar gab es mehrere Platzwunden.

Ein Verletzter wird von Ordnungskräften und Babelsberg-Fans versorgt.

Quelle: MAZonline

Augenzeugen: Polizei reagiert "völlig überzogen"

Während die Pressekonferenz läuft, fahren immer mehr Rettungswagen vor. Die Polizei schließt nun den Ausgang zum Stadion. Die Rettungskräfte sind mit vielen Wagen vor Ort und versorgen Dutzende Verletzte aller Altersgruppen, darunter etliche Unbeteiligte, die unter dem massiven Einsatz des Reizgases leiden. Selbst ein Rettungshubschrauber rückt an. "Völlig überzogen" habe die Polizei reagiert, berichten Fans. Der massive Einsatz gegen die Nulldrei-Anhänger sei "unverhältnismäßig" gewesen. Erst als die Fan-Busse Vorfahren dürfen die Babelsberg-Fans in Gruppen das Stadion verlassen und in die Busse einsteigen. Starke Polizeikräfte vor dem Stadion sichern die Abfahrt, während noch viele weitere von den Sanitätern versorgt werden müssen. 

Polizei wollte Stürmung des Platzes verhindern

Die Polizei selbst schreibt in ihrer Pressemitteilung später, dass es während des Spielverlaufs zu keinen relevanten Störungen kam. Lediglich Pyrotechnik sei im Gästefanblock der Babelsberger gezündet worden. Nach dem Spielende, so die Polizei, versuchte dann eine Gruppe von etwa 100 Personen der Babelsberger Fans "den Platz zu stürmen". Offenbar sah sich die Polizei gezwungen, massiv mit dem "Einsatz von Ordnern und Polizeikräften" einzuschreiten, um die Stürmung des Platzes zu verhindern. Jene Fans wollte man abhalten, die auf dem Platz den großen Triumph feiern wollten.

Die Polizei sah sich zu einem erhöhten Einsatz von Kräften und auch Reizgas gezwungen.

Quelle: MAZonline

Weitere Bilder und Infos im MAZ-Sportbuzzer >

Dabei kam es nach Angaben der Polizei "zur Beschädigung der Platzumzäunung und durch den Einsatz von Reizgas zu mehreren Leichtverletzten sowohl unter den Fans, als Polizeikräften." Mehrere Störenfriede seien dabei in Gewahrsam genommen worden. Sie bekamen Anzeigen - unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Waffengesetz, Sprengstoffgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Babelsberg-Chef sieht Einsatz kritisch

Der Babelsberg-Chef sieht den Einsatz allerdings kritischer. „Ich habe den spontanen Eindruck gewonnen, dass die Polizei nach Spielende überreagiert hat“, sagte Babelsberg-Chef Archibald Horlitz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei habe mit dem Reizgas wahllos durch den Zaun gespritzt, so dass auch ältere, unbeteiligte Fans und auch mitgereiste Babelsberg-Ordner getroffen wurden, beklagte sich Horlitz.

Von MAZonline

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