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Potsdam Politik-Public-Viewing im Freiland
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10:22 15.05.2018
Freiland-Aktivisten Achim Trautvetter und Katharina Tietz. Quelle: Volker Oelschläger
Potsdam/Teltower Vorstadt

Zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 6. Juni soll es im Freiland-Jugendkulturzentrum an der Friedrich-Engels Straße eine Live-Übertragung auf Großleinwand geben. Das haben die Freiland-Aktivisten Achim Trautvetter und Katharina Tietz gegenüber MAZ angekündigt. Anlass ist ein Antrag der Grünen zur Sicherung des Freilands, der am 6. Juni auf der Tagesordnung steht.

Trautvetter ist Geschäftsführer der Cultus UG, die 2010 für den Betrieb des Freiland gegründet wurde. Katharina Tietz ist Mitglied im Freiland-Nutzerplenum und Geschäftsführerin des Sucht-Präventionsvereins Chill Out, dem ebenso wie den rund 50 anderen Mietern auf dem Gelände nach aktuellem Stand zum 30. Juni die Kündigung droht.

Wie berichtet, haben die Stadtwerke als Grundstückseigentümer angekündigt, dass der Pachtvertrag nicht über den 30. September hinaus verlängert wird. Nach Ansicht der Grünen droht dem Freiland damit das Aus: „Die Fortführung des Projekts Freiland wäre kaum noch möglich“, heißt es in der Begründung des Antrags (MAZ berichtete).

Stadtwerke und Rathaus wiesen die Sorge in ersten Stellungnahmen zwar als „unbegründet“ zurück, bestätigten aber Regelungsbedarf: Es gehe um eine „in jeder Hinsicht saubere Regelung zwischen den Stadtwerken und der Landeshauptstadt“, sagte Stadtwerke-Chef Horst Müller-Zinsius. Rathaus-Sprecherin Christine Homann bestätigte Prüfungen zur Übertragung der Immobilie an die Stadt.

Das frühere Gelände der Wasserwirtschaft ist 2010 zunächst testweise für Projekte der Jugend- und Soziokultur geöffnet worden und entwickelte sich rasch zu einem beliebten Arbeits- und Anlaufpunkt. Mit 90 000 Gästen bei einer jährlichen Förderung von 190 000 Euro plus Pacht ist die Betreiberbilanz positiv. Die Entwicklung des Geländes aber stagniert.

Nach Einschätzung Trautvetters sind lediglich der Spartacus-Club und der Jugendclub als Baustellen abgearbeitet. In allen anderen Bereichen vom Hostel über das Café im Haus 2 bis zu den Ateliers und Studios im Haus 1 gebe es noch erheblichen Klärungsbedarf. 100 000 Euro liegen im Rathaus allein für den Bau von sechs dringend benötigten Bandproberäumen auf Eis.

Grund für den Entwicklungsstau seien unter anderem unklare Regelungen zwischen Stadtwerken und der Cultus UG. Laut Grünen-Antrag soll der Pachtvertrag der Stadtwerke mit Freiland um zwei Jahre verlängert werden, um in dieser Zeit Fragen zur Sanierung und zu den Mietkonditionen zu klären. Auch die Cultus UG ist für eine Verlängerung der Partnerschaft: „Das ist deren Gelände, die haben das Know how“, sagt Trautvetter.

Er schloss zugleich aus, dass auf die Übertragung der Stadtverordnetensitzung im Juni ein Public Viewing zur WM in Russland folgen könnte: Bei der bislang letzten Fußball-Live-Schaltung im linksalternativen Freiland zur WM 2010 gab es Streit um Nationalfahnen im Publikum.

Von Volker Oelschläger

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