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Politik auf dem Skaterparcours

Debatte über Rollsport in Potsdam Politik auf dem Skaterparcours

Der Potsdamer Stadtjugendring wirbt in einer Diskussion mit Skatern und Kommunalpolitikern für den modellhaften Ausbau von zwei Rollsportanlagen. Das Grünflächenamt offeriert 20 000 Euro für Sofortumbau.

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Für die Diskussion wurde auf der Skateranlage am Umspannwerk ein mobiler Pavillon aufgebaut.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die Stadt Potsdam könnte sofort 20 000 Euro für die Ertüchtigung einer Skateboard-Anlage zur Verfügung stellen. Das sagte Sylvia Peukert vom Grünflächenamt am Montagabend bei einer Diskussionsrunde von Skatern und Kommunalpolitikern, zu der der Stadtjugendring eingeladen hatte.

Ort der Veranstaltung war die Skateranlage am Umspannwerk in der Friedrich-List-Straße, die nach Einschätzung des Stadtjugendrings ebenso wie die Skateranlage an der Haeckelstraße in Potsdam-West am ehesten modellhaft zur Nutzung für die drei im Freiraum relevanten Rollsportgruppen ausgebaut werden könnte. Neben den Skatboardfahrern und den BMX-Radlern sind rund 50 junge Frauen auf der Suche nach einer geeigneten Frei-Anlage für Rollerderby, eine amerikanische Sportart.

Wie berichtet, hatte eine Begehung im vergangenen Jahr ergeben, dass sämtliche Skateranlagen in Potsdam Reparaturbedarf haben. Eine Führung über die Skateranlage am Umspannwerk ergab zunächst, dass dort vieles nicht bedarfsgerecht gebaut wurde. Runde Kanten befinden sich auf der Seite von Blöcken, die eigentlich eine scharfkantige Führung bräuchten. Es gibt Absätze, die für Skateboarder höchst unpraktisch sind. Eine Piste führt einfach in den Rasen, also ins Leere. Der Weg zur Anlage ist überflüssigerweise mit Kopfsteinpflaster versehen, so dass es dort zunächst einmal absteigen heißt. Ein Stadtverordneter sprach bei der Begehung von einem „Schildbürgerstreich“.

Diskutiert wurde, in welchem Umfang die jungen Nutzer selbst an Planung, Bau und Überarbeitung von Anlagen beteiligt werden sollten. BMX-Veteran André Frosch warb, dass die Nutzer Anlagen, an denen sie selbst mitwirkten, mit anderem Respekt behandelten, als Anlagen, die „vom Schwerlaster abgekippt“ worden seien. Mit Blick auf die vor 15 Jahren gebaute Anlage an der Friedrich-List-Straße wies Sylvia Peukert Kritik an mangelnder Beteiligung allerdings zurück: Bei deren Bau seien sehr wohl auch potenzielle Nutzer eingebunden worden.

Dass Jugendliche selbst zum Bau von Skateranlagen fähig sind, gilt in Potsdam seit dem später wieder abgerissenen Schwarzbau neben dem La Datscha am Park Babelsberg als erwiesen. Tinko Jäckel vom Lindenpark rechnete zudem vor, dass ein Eigenbau mit Materialkosten von 50 Euro pro Quadratmeter deutlich günstiger sei als die Ausführung durch eine professionelle Firma mit 300 Euro pro Quadratmeter. Pro Anlage wird mit einer Fläche von mindestens 1000 Quadratmetern gerechnet.

Als Einwand kamen Fragen zur Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit selbst gebauter Anlagen, aber auch zu Haftung und Gewährleistung bei Unfällen. Konsens war schließlich, dass im Idealfall Profis unter Beteiligung der jungen Nutzer bauen.

Stefan Wollenberg (Linke) regte an, dass Vereine für die Trägerschaft einzelner Anlagen gewonnen werden könnten. Tinko Jäckel gab daraufhin bekannt, dass sich beim SV Motor Babelsberg erst kürzlich eine Skateboard-Abteilung gegründet habe. SPD-Fraktionschef Pete Heuer ermunterte die Jugendlichen mit Blick auf eine seit Jahren vergeblich geforderte Skaterhalle, ihren Bedarf bei der Diskussion um die Biosphäre zu artikulieren. Dort gehe es um insgesamt 5500 Quadratmeter.

Christian Wenzlaff, ein erst vor kurzem nach Potsdam gezogener Skater, sagte, dass er in der Stadt einen Skaterpark etwa wie in Gießen vermisse. In Berlin gebe es ein halbes Dutzend davon. David Kolesnyk (SPD) verwies auf die Potenziale, die sich beim bevorstehenden Umbau des Neuen Lustgartens ergeben könnten.

Clemens Viehrig (CDU) appellierte an die Jugendlichen, ihren Bedarf genau zu artikulieren. Denn erst dann könne die Politik tätig werden. Vor der nächsten Runde mit Politik und Verwaltung will Stadtjugendring-Chefin Altenburg die Vorstellungen für die zwei Modedellanlagen präzisieren.

Auswahl von Skateranlagen in Potsdam

Skaten kann man unter anderem im Skate-Sofa im Volkspark und auf der Aktionsfläche am Bassinplatz.

W
eitere Adressen sind die Bolzplätze am Otto-Hahn-Ring und an der Slatan-Dudow-Straße/Ecke Priesterweg, sowie der Skate-Park am Bahnhof Rehbrücke.

Beliebte Adressen sind der Skate-Park im Garten des Lindenparks und der Skatepark Falkenhorst am Schlaatz. Weitere Möglichkeiten gibt es im Skate-Park an der Kantstraße und an der Kirschallee, auf der Sportanlage in der Paul-Wegener-Straße sowie im Neuen Lustgarten.

Eine neue Halle wird von der Szene seit der Räumung der Skaterhalle in der Kurfürstenstraße im Jahr 2008 vergeblich gefordert.

Von Volker Oelschläger

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