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Polizei erlaubt „Patrioten-Demo“ in Potsdam

Trotz Schlössernacht und DFB-Pokal Polizei erlaubt „Patrioten-Demo“ in Potsdam

Personell sind sie quasi gleich mit der Pogida, die „Freien Patrioten Potsdam“. Sie haben zum 20. August zur Demo auf dem Luisenplatz aufgerufen, und obgleich am selben Tag ein Pokalspiel im Karl-Liebknecht-Stadion sowie die Potsdamer Schlössernacht anstehen, hat die Polizei dies nun nicht untersagt. Damit geht das Kalkül der Veranstalter auf.

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Das Brandenburger Tor, in Nationalfarben getaucht, „ziert“ die Einladung.

Quelle: FB/privat

Potsdam. Zu einem „Patriotentag in Potsdam“ laden die „Freien Patrioten Potsdams“, die personell quasi gleichlautend mit der Pogida sind, für Samstag, 20. August, auf dem Luisenplatz. Dort wollen die „Patrioten“ von 14 bis 20 Uhr demonstrieren. Dazu lädt auch die Facebook-Seite der Gruppierung ein. Dort bettelt der Organisator, der sich selbst „Graziani Italo, deutscher Patriot“ nennt, um Unterstützung bei der „Mobilisierung“: Nicht weniger als 20 andere „Gidas“ sind aufgelistet sowie einige besonders scharfe Redner. Als Werbelogo dient das in Schwarz-rot-gold getauchte Brandenburger Tor. Das Motto lautet „Nein zum Islamterror, Gedenken für Terroropfer in Deutschland, Europa und der Welt“

Graziani als Redner bei einer Pogida-Demo am 9

Graziani als Redner bei einer Pogida-Demo am 9. März 2016 in Potsdam.

Quelle: MAZonline

„Graziano Italo“ trat übrigens bei der Pogida als „Eric Graziani Grünwald“ auf. Er ist nach Selbstauskunft „geboren in Sizilien 1975, von 1986 Anbeginn bis heute in Deutschland fest integriert als deutscher Italiener.“

Demo trotz anderer Großveranstaltungen

Lange Zeit war offen, ob die Polizei die Demonstration genehmigen würde – am 20. August gibt es schließlich schon zwei weitere „Großlagen“ in der Stadt: Das DFB-Pokalspiel des SV Babelsberg 03 gegen den SC Freiburg um 15.30 Uhr im Karl-Liebknecht-Stadion und die Potsdamer Schlössernacht, zu der ab 17 Uhr erwartungsgemäß 20 000 bis 35 000 Besucher kommen. Einer der zentralen Zugänge zum Park Sanssouci führt über den Luisenplatz. Es darf also vermutet werden, dass der Termin clever gewählt ist: Die Linken sind beim Fußball, die Polizei ausgelastet und auf dem Luisenplatz strömt viel unfreiwilliges Publikum vorbei.

Viele Gegner der „Patrioten“ hofften deshalb, die Polizei und die zuständigen Behörden würden die Demonstration an diesem Tag untersagen. Diese Hoffnung machte das Polizeipräsidium am Dienstag auf MAZ-Nachfrage zunichte, in dem es erklärte, es läge nicht nur eine Anmeldung vor, es werde auch ein „lageangepasster Einsatz“ vorbereitet. Zu Details wollte sich die Polizei aus taktischen Gründen indes nicht äußern.

Eine Großdemo dürfte es nicht werden – auf Facebook haben sich nur 24 Teilnehmer angemeldet, auch bei der Pogida waren die Gegendemonstranten in der Regel in der Überzahl. Auf den entsprechenden Seiten laufen bereits erste Aufrufe zum Gegenprotest. Unter der Überschrift „Läuft nicht & Kannste knicken“ wird etwa im Netz gegen den „Großaufmarsch“ unter „Wanderhetzprediger Enrico Graziani“ geworben. Da es sich um ein Wochenende in den Sommerferien handelt, sollten alle motiviert sein, heißt es auf einschlägigen Seiten. Es wird nachdrücklich davor gewarnt, den „Aufruf der Nazis“ zu unterschätzen: Der Organisator sei bundesweit vernetzt und könnte auch gewaltbereite Hooligans und Neonazis von außerhalb Brandenburgs hinzurufen. Ein anonymer Kommentator sprach indes in einer Antwort von den „Freien Idioten Potsdams“ und rief zur Nichtbeachtung auf.

Von Jan Bosschaart

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