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Potsdam Über alle Wellenberge auf und davon
Lokales Potsdam Über alle Wellenberge auf und davon
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02:16 17.09.2015
Jetskis können auf Brandenburger Gewässern nur stark eingeschränkt benutzt werden. Quelle: DPA
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Potsdam

Bei einem „Blitzermarathon“ auf der Potsdamer Havel am Wochenende hat die Wasserschutzpolizei versucht den zunehmenden Verstößen durch sogenannte „Jetskis“ Herr zu werden. Die offiziell Wassermotorräder genannten Fahrzeuge sorgen durch Lärm und Wellen seit einigen Jahren für verstärkte Beschwerden von Anwohnern. Vor allem im Bereich Schwielowsee, Glindower See und Großer Zernsee häufen sich laut Polizei die Vorfälle.

Ein Raser wurde erwischt – ihm droht ein Bußgeld von 900 Euro

Der „Spitzenreiter“ bei der Schwerpunktkontrolle war ein 45-jähriger Mann, der anstelle der erlaubten 12 Stundenkilometer mit einem Tempo von bis zu 83 km/h gemessen wurde. Ihm droht eine Geldbuße von 900 Euro.

Nur ein „klar erkennbarer Geradeaus-Kurs“ unter Einhaltung des Tempolimits ist erlaubt. Doch dafür sind die Wassermotorräder nicht gedacht. Quelle: Ramwolt Prill

„Sie sind laut und fahren viel zu schnell und der Wellenschlag beschädigt unsere Flöße und die Boote an den Liegeplätzen.“, beklagt sich Sandra Robinson von der Floßvermietung Diki Tours, die am Templiner See liegt. Häufig hat sie zudem große Jachten beobachtet, die ein Wassermotorrad anstelle eines Beiboots dabei haben. Auch die vom Hauptstrom der Havel aus versteckt liegende Potsdamer Havelbucht zieht Raser auf dem Wasser an.

Manche Wassermotorräder können 130 km/h schnell fahren

„An Wochenenden kommt das häufiger vor, dass die in der Havelbucht herumdüsen. Das ist dann immer ein Highlight für unsere Gäste. Uns stört das nicht“, sagt Branco Hildebrandt, ein Kellner des Restaurants Seerose. Auf dem Tiefen See fuhren sie am Wochenende zwischen allen anderen Seenutzern ihre Runden – erlaubt wäre allein ein „klar erkennbarer Geradeauskurs“. Doch der entspricht kaum dem Zweck der Gefährte, die bis zu 130 km/h schnell sein können.

Wo und wie dürfen Wassermotorräder fahren?

Der Name „Jetski“ ist ein Markenname, die offizielle Bezeichnung lautet Wassermotorrad.

Da es keine legalen Rennstrecken für Wassermotorräder in Brandenburg gibt, dürfen diese nur mit einem „klar erkennbaren Geradeaus-Kurs“ und unterhalb des Tempolimits fahren.

Die Sicht muss mindestens 1000 Meter betragen und das Fahren vor sieben Uhr morgens und 20 Uhr abends ist verboten. Ein Sportbootführerschein, das Tragen einer Schwimmweste und eine Motor-Reißleine sind ebenfalls Pflicht.

Die Fahrzeuge sind kennzeichenpflichtig. Vom Wasserschifffahrtsamt wurden in Brandenburg seit der ersten Zulassung der Fahrzeuge 1995 insgesamt 248 Kennzeichen erteilt. 103 davon allein in den letzten fünf Jahren. pede

Die Wasserschutzpolizei kommt den Fahrern im wahrsten Sinne des Wortes nicht hinterher. Die Täter fliehen, aber „die der Wasserschutzpolizei zur Verfügung stehende Bootstechnik ist zur Verfolgung nicht geeignet“, sagt ein Polizeisprecher. Manche Fahrer halten ihre Kennzeichen zu, weil sie wissen, dass sie schneller sind. „In der Mehrzahl der Delikte handelt es sich um vorsätzliches Handeln, denn die Sanktionen sind bekannt“, heißt es bei der Polizei. Beschwerden helfen wenig.

Die Technik der Polizei ist für Verfolgungen nicht geeignet

Je nach Einsatzlage dauere es laut Polizei „bis zu vier Stunden“, bis Einsatzkräfte vor Ort seien. Dann sind die Raser über alle Wellenberge. „Hilfreich könnte die Einrichtung einer freigegebenen Wasserfläche sein“, sagt ein Polizeisprecher, denn die nächste legale Rennstrecke befindet sich auf der Elbe.

Beim Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg gab es sogar Planungen für die Freigabe einer Strecke zwischen Potsdam und Brandenburg an der Havel. Doch sie mussten vor wenigen Wochen eingestellt werden. „Das ist vom Tisch. Die in Betracht gezogene Strecke liegt in einem europäischen Vogelschutzgebiet. Vorerst wird es im Brandenburg keine freigegebene Strecke geben.“, sagte der verantwortliche Sachbearbeiter Olaf Sill vom Wasser- und Schifffahrtsamt.

Die Wasserschutzpolizei kann bei Jetski-Rasern meist nur noch hinterher gucken. Quelle: Anne-Kathrin Fischer

Eine Ausnahme sind Strecken, die zum Wasserskifahren freigegeben sind. Dieser Sport ist mit manchen Wassermotorrädern ebenfalls möglich. So gibt es auf dem Großen Zernsee bei Werder eine 1000 Meter lange freigegebene Strecke und auf dem Templiner See in Potsdam einen 250 Meter langen Wasserski-Abschnitt.

Ausnahmen gibt es nur für die Verwendung beim Wasserski-Sport

Dort dürfen aber nur zu diesem Zweck zugelassene Gefährte über das Wasser rasen, die auch mindestens zwei Sitze benötigen. Und ohne Skifahrer im Schlepptau sind die Fahrten dann ebenfalls illegal, weil es sich dann nicht um ein „ziehendes Fahrzeug“ handelt. Für Olaf Sill sind diese Fahrzeuge „für das schnelle Fahren und Austoben gebaut. Im Binnenbereich halte ich sie deswegen für ungeeignet.“

Von Peter Degener

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