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Potsdam Polizei setzt gegen Randalierer auf „WaWe 10”
Lokales Potsdam Polizei setzt gegen Randalierer auf „WaWe 10”
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08:39 20.01.2016
Der neue Wasserwerfer der Polizei: „WaWe 10“. Quelle: dpa
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Potsdam

Kann man Wasserwerfer überhaupt einsetzen bei zehn Grad minus? Die Frage stellen sich Pegida-Demonstranten sowie Teilnehmer an den Gegenkundgebungen, die für Mittwochabend in Potsdam angekündigt sind. Mindestens zwei Wasserwerfer aus Hamburg sind nach MAZ-Informationen in die Brandenburgische Landeshauptstadt beordert worden, nachdem vor gut einer Woche der erste Pegida-Marsch aus dem Ruder gelaufen war und mehrere Polizisten und Demonstrationsteilnehmer verletzt wurden. Das Polizeipräsidium Hamburg teilt auf Anfrage mit: Die Spritzen-Laster können auch bei Minus-Graden eingesetzt werden, denn ihre Tanks werden angewärmt.

Die drei beheizten Spritzenrohre drohen – anders als in den Wischwachsanlagen vieler Autobesitzer – nicht einzufrieren. Salopp gesagt: Wenn’s einen erwischt, dann wenigstens nicht kalt.

Einsatz der Wasserwerfer fraglich

Ob das schwere Gerät überhaupt eingesetzt werden muss, ist fraglich: Das Straßenpflaster wäre blitzschnell mit einem Eispanzer überzogen, der nicht nur Demonstranten ins Schlittern bringen könnte. Die Gefahr ist real: Bei der Demo am Montag vergangener Woche verletzte sich ein Polizist, weil er ausrutschte. Das bestätigte das Potsdamer Innenministerium. Welche Gesundheitsrisiken Demonstranten in durchnässter Kleidung bei minus zehn Grad drohen, ist auch der Polizei bewusst. Beim Einsatz – den Befehl darf nur der oberste Polizeiführer geben – seien „Auswirkungen auf die Bespritzten und auf den Straßenzustand in Erwägung zu ziehen“, sagt Mario Heinemann, Sprecher im Potsdamer Präsidium. Streusalz werde auf jeden Fall auch mitgeführt.

Auch ein Wasserwerfer ist von der Polizei zur Sicherheit geordert worden. Quelle: dpa

Gigantische Ausmaße

Was da an Material über die Autobahn heranrollt, ist, glaubt man den Sicherheits-Fachleuten, Demonstranten-Vergrämungstechnik auf dem neuesten Stand. Polizisten geraten geradezu ins Schwärmen, wenn sie vom Rosenbauer WaWe 10000 sprechen. Die gepanzert 31-Tonnen-Lastwagen mit der Front-Optik einer futuristischen Ameise wären in jedem Polizei-Auto-Quartett das „Trumpf-Ass“. „Die Ausmaße sind gigantisch und eindrucksvoll – auch für das polizeiliche Gegenüber“, frohlocken die Herausgeber eines Hamburger Internet-Forums für Polizisten.

Mal volles Rohr, mal ganz zart

3500 Liter Wasser pro Minute schießt solch ein 408-PS-Ungetüm bei Bedarf pro Minute durchs Rohr – bis zu 65 Meter weit. Zehntausend Liter fasst der Tank. Reizstoffe wie Tränengas können dem Wasser beigemischt werden. Wohl aus ähnlichen Erfahrungen rät die linke Internetseite Inforiot Kundgebungsteilnehmern in ihren Demotipps: „Besser Brille als Kontaktlinsen.“

Einer der tiefblauen Laster kostet gut eine Million Euro, 50 davon hat das Beschaffungsamt des Bundes bestellt. Ihr zu den Seiten abfallendes Dach lässt Molotowcocktails abrollen, die schräg gestellte Frontscheibe soll verhindern, dass Demonstranten der Mannschaft aufs Dach steigen. Überwachungskameras nehmen die Umgebung des Fahrzeugs auf. Neben dem harten Strahl, der selbst Barrikaden beiseite räumt, kann der WaWe 10000 laut Polizistenblog auch ganz zart: Ein Sprühteppich, wahlweise eine Wasserwand kann auf die Teilnehmer niedergehen.

Selbstschutz-Vorrichtung: Er wird aktiviert, wenn das Fahrzeug z.B. mit Brandsätzen angegriffen wird. Quelle: dpa

Brandenburg muss sich Wasserwerfer leihen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Brandenburg appelliert an die Landesregierung, ihre bisherige Materialpolitik zu überdenken. „Wasserwerfer sind wirkungsvolle Mittel, um mit brenzligen Situationen umzugehen“, sagt der Gewerkschaftsvorsitzende Andreas Schuster. Schon anlässlich einer Demonstration von Neonazis in Neuruppin im Juni 2015 – verbunden mit Gegendemonstrationen - hätte sich Brandenburg die Geräte leihen müssen. Das sei auf Dauer kein befriedigender Zustand. Es erweise sich jetzt, dass die Abschaffung des schweren Geräts voreilig gewesen sei, so Schuster. So dienten Wasserwerfer etwa dazu, brennende Mülltonnen oder andere Barrikadenteile zu löschen, wenn das Feuerwehrleute nur unter Gefahr für ihre Gesundheit tun könnten.

Von hier wird der Wasserwerfer gesteuert. Quelle: dpa

Die Landesregierung hatte aus Kostengründen ihre alten Wasserwerfer auf Grund einer Entscheidung des damaligen Innenministers Rainer Speer (SPD) vor rund acht Jahren abgegeben und ist seither auf Leihgaben angewiesen.

Von Ulrich Wangemann

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