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Potsdam Polizeipräsident: „Ich sehe blanken Hass“
Lokales Potsdam Polizeipräsident: „Ich sehe blanken Hass“
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18:10 18.02.2016
Pegida-Demo in Potsdam am Mittwoch. Quelle: imago stock&people
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Potsdam

In Sachen Pegida-„Abendspaziergänge“ in Potsdam sieht Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke „blanken Hass auf beiden Seiten“. Bei der Islam-Gegner-Demo und den verschiedenen Gegenveranstaltungen am Mittwoch seien insgesamt 300 gewaltbereite Teilnehmer beobachtet worden. „Wenn die Polizei nicht dazwischen stehen würde, ginge es zur Sache“, so Brandenburgs oberster Polizist.

Mörke schätzt, dass der Anteil der zur rechten Szene gehörenden Pegida-Leute etwa bei 50 Prozent liegt. „Am Anfang waren mehr Rechte dabei“, so Mörke. Die andere Hälfte der Teilnehmer kämen wohl aus dem „Bewohnerspektrum“. Insgesamt 75 Pegida-Anhänger hatten versucht, durch Babelsberg zu laufen, waren aber von mehr als 1000 Gegendemonstranten aufgehalten worden.

Während die Zahl der Gegendemonstranten stetig wachse und noch nie so groß war wie am Mittwoch, schrumpfe der Haufen der Pegida-Unterstützer – anfangs waren es 300. Angesichts der Ankündigung von Pegida-Vormann Christian Müller, demnächst jeden Tag mit seinen Anhängern durch die Stadt laufen zu wollen, sagte Mörke, das Versammlungsrecht lasse das zu. Allerdings versuche die Polizei, „die Einschränkungen der Bevölkerung auf ein unabdingbares Maß zu begrenzen“. Jede Anmeldung sei ein Einzelfall. Er lasse aber gerade prüfen, in wieweit man mit Auflagen die Verkehrsbehinderungen minimieren könne“. Prinzipiell sei aber „kein Ende in Sicht“, was die Pegida-Kundgebungen angehe.

Aus Polizeikreisen verlautet, der Anführer der Potsdamer Pegida, Christian Müller (32) habe in der Vergangenheit hundertfach Konflikte mit dem Gesetz gehabt. Auf 170 Einträge kommt er im polizeiinternen Vorgangserfassungs-System. Es seien viele Eigentumsdelikte dabei, sagte ein Polizist. Außerdem handelt es sich unter anderem um Körperverletzung, Waffenbesitzverstöße und Beleidigung. Für die MAZ war er bis Donnerstagabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Von Ulrich Wangemann

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