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Poller-Pläne werden konkreter

Potsdam bremst Verkehr in der City aus Poller-Pläne werden konkreter

Die Brandenburger Straße in der Potsdamer City ist seit einer gefühlten Ewigkeit eine Fußgängerzone. Doch viele Autofahrer und Radler ignorieren das. Die Stadtverwaltung sieht nur noch eine Lösung, um dem unerlaubten Verkehr auf dem Boulevard Einhalt zu gebieten: Mehr Poller müssen her. Die Pläne wurden jetzt mit den ansässigen Händlern diskutiert.

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An der Dortustraße stehen bereits seit einem Jahr Poller, die Autofahrer am Kreuzen der Fußgängerzone hindern sollen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Wenn es doch nur Ortsfremde wären! Vom Navi in die Irre geleitete Besucher. Touristen auf Abwegen bei der Parkplatzsuche. „Ich sehe aber auch viele, viele Potsdamer, die mit ihrem Pkw die Brandenburger Straße queren“, sagt Martina Woiwode, die Fachbereichsleiterin für Verkehrsanlagen in der Landeshauptstadt. Ob Autos, die unerlaubt über die Fußgängerzone fahren, Lieferwagen, die außerhalb der dafür genehmigten Zeiten den Boulevard entlang kutschen, oder Radfahrer auf Slalomkurs durch Fußgängergruppen: „Es haben sich viele Unarten eingeschlichen“, sagt Martina Woiwode. „Wir bewegen uns hier im Spannungsfeld zwischen Unkenntnis und Unverfrorenheit.“

Feuerwehr, Rettungsdienst und Step geben grünes Licht

Wie man der Lage Herr werden will, erklärte Martina Woiwode den Händlern der Potsdamer City bei der jüngsten Zusammenkunft der AG Innenstadt: Weitere Poller sollen her. So will die Verwaltung das unzulässige Queren der Brandenburger Straße erschweren, wenn nicht gar verhindern. „Obwohl: Ganz verhindern werden wir es nicht können, aber soweit einschränken, dass die Passanten auf der Brandenburger Straße nicht behindert werden“, sagt Martina Woiwode. Die Stadt plant, demnächst an der Jäger- und der Lindenstraße Metallpoller aufzustellen. Die Exemplare, die seit nunmehr einem Jahr an der Dortu- und der Hermann-Elflein-Straße ihren Dienst tun, hätten den Praxistest bestanden – nicht zuletzt beim Weihnachtsmarkt. Im Zuge dieses Großereignisses auf der Brandenburger Straße haben laut Martina Woiwode Feuerwehr und Rettungsdienst die zur Verfügung stehenden Rettungswege erprobt und für gut befunden; auch die Stadtentsorgung Step habe grünes Licht gegeben. Gemeinsam sei man allerdings überein gekommen, dass der ursprüngliche Plan, die Poller von Querstraße zu Querstraße wechselseitig aufzustellen, nicht praktikabel sei. Deshalb sollen die Poller in der Jäger- und der Lindenstraße wie schon die Poller in der Dortustraße auf der der Hegelallee zugewandten Seite stehen. Das Exemplar in der Hermann-Elflein-Straße bleibt so der einzige Poller zur Charlottenstraße hin. „Wir glauben, dass das die richtige Entscheidung ist“, so Martina Woiwode.

Händler plädieren für mehr Schilder und höhere Bußgelder

Händler und Anlieger machten ihrerseits Vorschläge. So sprach man sich dafür aus, früher auf die Fußgängerzone hinzuweisen und an der Gutenbergstraße oder bereits an der Hegelallee Schilder aufstellen zu lassen. Diese Idee brachte es jedoch nicht allzu weit. „Eine Fußgängerzone in einer mittelgroßen Stadt ist kein Teufelswerk“, sagte Martina Woiwode. „Wer sich in die Innenstadt begibt, rechnet mit solchen Hindernissen.“ Zudem würde die Straßenverkehrsbehörde weitere Schilder ablehnen – diese Ansicht teile sie: „Es strömt schon so viel auf die Autofahrer ein.“

Eine weitere Idee der Händler: Die Stadt soll die Brandenburger Straße ganz dicht machen und beidseitig absenkbare Poller aufbauen. So ein Modell testet die Stadt gerade am Nauener Tor. „Das können wir derzeit für die anderen Straßen aber nicht leisten“, sagte Martina Woiwode und warnte vor der aufwendigen Organisation. „Wenn ich mir überlege, wie viele Karten wir für die Einfahrt austeilen müssten – das würde das Chaos nicht vereinfachen.“ In Leipzig sei man so verfahren und flugs bei 4000 Einfahrtgenehmigungen gewesen: „Die müssen Sie erstmal im Zaume halten.“

Auch der Wunsch, die Stadt möge gegen Falschfahrer durchgreifen und drastische Bußgelder verhängen, verfing nicht. „Das Ordnungsamt kann nur gegen parkende Fahrzeuge durchgreifen. Für den fließenden Verkehr ist die Polizei zuständig – wir sind aber in einem engen Kontakt.“ Apropos: „Die beste Lösung wäre, Herr Pfeifer hätte seinen Posten behalten“, sagte Wolfgang Cornelius vom AG-Vorstand. Der Revierpolizist Joachim Pfeifer war seit Anfang der 90er Jahre auf Patrouille in der City und im Ende 2014 in Rente gegangen. „Seit er in Pension ist, hab ich hier keinen Polizisten mehr gesehen“, so Cornelius.

Von Nadine Fabian

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