Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Poller schützen Potsdams Boulevard

Verkehrsregelung in der Brandenburger Straße Poller schützen Potsdams Boulevard

Geschäftsleute und Boulevard-Bummler ärgern sich massiv über Autos, die illegal die Brandenburger Straße queren. Jetzt wird Abhilfe geschaffen. Am Dienstag wurden Poller gesetzt, die dem Treiben ein Ende setzen sollen. Bei der Aktion tauchte ein Überraschungsgast auf.

Potsdam, Brandenburger Straße 52.4002488 13.0535164
Google Map of 52.4002488,13.0535164
Potsdam, Brandenburger Straße Mehr Infos
Nächster Artikel
Die Heidesiedlung ist Potsdams WG

Endlich: Die Poller sollen den illegalen Durchgangsverkehr stoppen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Ein inoffizieller Ehrengast war am Dienstagvormittag extra von Trebbin (Teltow-Fläming) aus angereist, um dem historischen Ereignis beizuwohnen. Ex-Revierpolizist Joachim Pfeifer wollte unbedingt dabei sein, als vier Poller an der Ecke Dortu-/ Brandenburger Straße von Mitarbeitern des Bauhofs ins Pflaster eingelassen wurden. Denn nun heißt es: Stopp für Verkehrssünder! Von dieser Radikal-Maßnahme hatte „Sheriff“ Pfeifer während seiner aktiven Dienstzeit lange genug geträumt. Aus leidvoller Erfahrung weiß er, wie viele Autofahrer frohgemut illegal über die „Brandenburger“ preschten, ohne den Verkehrszeichen irgendeine Beachtung zu schenken – eine Art Bermudadreieck für nichts ahnende Passanten in der ausgeschilderten Fußgängerzone.

Ex-Revierpolizist Joachim Pfeifer war eigens angereist, um die Poller-Aufstellung zu begleiten

Ex-Revierpolizist Joachim Pfeifer war eigens angereist, um die Poller-Aufstellung zu begleiten.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Pfeifer hat in seiner langjährigen Innenstadt-Karriere unzählige Sünder auf frischer Tat ertappt. „Manchmal dachte man tatsächlich, dass man auf einer Hauptverkehrsstraße steht“, erzählte Pfeifer, der ohne seine Polizeiuniform in der legeren Freizeitkleidung einen ungewohnten Anblick für Kiez-Kenner bot. Beim Poller-Premieren-Termin erinnerte er sich gar nicht nostalgisch:„Es gab Stoßzeiten bis neun Uhr früh – da sind alle eingeflogen; ab 15 Uhr ging es dann in umgekehrter Richtung. Am Wochenende ging es dann ständig hoch und runter.“ Manchmal kam es sogar vor, dass Fußgänger, die nicht gleich Platz machten, angehupt wurden. Der Ex-Kiez-Cop kann soviel Unverfrorenheit immer noch nicht recht fassen.

Das Ausmaß des verkehrswidrigen Durchgangsverkehrs wurde sogar einmal von der Verwaltung erhoben. Am 25. April 2013 gab es 29 illegale Überfahrten – nur von 8.20 bis 9.20 Uhr!

„Es war schrecklich, wenn die Autos rübergebrezelt sind“, berichteten am Dienstag auch Vivien Schendel von „Farben Naumann“ und Gisela Schmidt (Galerie Sanssouci) über das Vor-Poller-Drama. Jetzt ist das Aufatmen am „Boulevard“ förmlich spürbar. Auch Buchhändler Carsten Wist und seine Frau sind froh, dass die Kreuzung an ihrem Laden zur rigorosen Tabuzone für Autos wird – endlich Schluss mit dem Sicherheitsrisiko, besonders für die Kinder.

Wünsche der Bürger

Die Verkehrsberuhigung erfolgt im Vorgriff auf die Umsetzung des derzeit in Bearbeitung befindlichen Innenstadtverkehrskonzeptes. Bei verschiedenen Beteiligungswerkstätten und in der politischen Diskussion wurde der Einbau von Pollern in dem Bereich der Fußgängerzone Brandenburger Straße von den Bürgern als Wunsch an die Verwaltung herangetragen.

Eine Einfahrt für Lieferverkehr in die Brandenburger Straße ist künftig nur noch über Gutenberg-/Dortustraße und die Charlottenstraße/Hermann-Elflein-Straße möglich.

Die vier 85 Zentimeter hohen Poller sind allerdings keine undurchdringliche Barriere. Einer kann abgeknickt werden, um den Winterdienst- und Entsorgungsfahrzeugen der Step die freie Zufahrt zu ermöglichen. Nachdem die Säulen glücklich verankert waren, zogen die Bauhof-Mitarbeiter weiter zur Hermann-Elflein-Straße. Auch hier machen jetzt Poller die „Brandenburger“ zur No-Drive-Area für Autos. Derzeit bieten noch Jägerstraße und Lindenstraße Schlupflöcher für regelresistente Autofahrer. Aber auch damit ist im Laufe des Jahres Schluss.

Von Ildiko Röd

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg