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Potsdam Frischzellenkur für Schinkels Erstling
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16:54 28.09.2018
Der Pomona-Tempel muss in Farbe und Putz saniert werden. Quelle: Rainer Schüler
Nauener Vorstadt

 Der Pomona-Tempel wird saniert: 25 Jahre nach dem Wiederaufbau aus Ruinen ist das Erstlingswerk des preußischen Architekten Karl-Friedrich Schinkel durch Wind und Wetter so geschädigt, dass die äußere Hülle instandgesetzt werden muss. Weitere Schäden sollen so vermieden werden.

Vor allem auf der meist sonnigen Eingangsseite des kleinen Tempel-Baus zeigen sich die Schäden. Die Hitze des Sommers hat nach Auskunft des Potsdamer Malermeister Sven Dreilich die Farbe der Haupttür und der vier ionischen Holzsäulen abblättern lassen; das Holz liegt teilweise frei und ist der Witterung ausgeliefert, der Nässe vor allem.

Die Säulen verlieren Farbe und reißen. Quelle: Rainer Schüler

Das Kiefernholz der Säulen ist wegen der ausdauernden Hitze dieses Sommers bereits mehrere Meter hoch gerissen und muss gekittet werden. Der alte Anstrich ist inzwischen so locker, dass er komplett entfernt werden muss – mit Heißluftpistole und Spachtel, ein zentimeterlangsames Werk, weil die Säulen kanneliert sind: in diese senkrechten Furchen (frz: cannelure) kommt man nur mit kleinem Werkzeug. Wenn die neue Farbe drauf ist, muss sie sandgestrahlt werden, um eine Rauheit zu erreichen, die an Stein erinnert. Dass sie eigentlich aus Holz sind, merkt der Besucher gar nicht.

Der Pomona-Tempel einst und heute

Der Tempel gilt als erster realisierter Bauentwurf des damals 19-jährigen Karl-Friedrich Schinkel.

Auftraggeber war der Königlich Preußische Geheime Rath Carl Ludwig von Oesfeld (1741–1804). Um 1800 entstand der Tempel als Teepavillon in strengen klassischen Formen.

Friedrich Wilhelm III. erwarb 1817 das Grundstück mit dem Tempel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Pavillon in Vergessenheit, bedingt durch den Einzug sowjetischer Militärs ins Villenviertel am Pfingstberg.

Der ruinöse Pomona­tempel konnte 1992/93 mit Hilfe der Hermann-Reemtsma-Stiftung Hamburg wieder aufgebaut werden.

Holz ist nach Einschätzung Dreilichs alles andere als ein Billigersatz für teuren Sandstein. „Es ist viel besser zu streichen.“ Am Belvedere auf dem Klausberg sind die Säulen aus Stein; Dreilich hat sie 2003 sandfarben gestrichen, doch der schwarz angelaufene Sandstein darunter schlägt seiner Salze wegen immer wieder dunkel durch.

Auch an den Türen blättert Farbe ab. Quelle: Rainer Schüler

An den Türen ist die Altfarbe noch so fest, dass man nur die losen Stellen abschleifen muss, ehe man sie neu streicht. Überstrichen werden auch abgeplatzte Putzstellen im Sockelbereich, die immer wieder durch herablaufenden Regen geschädigt werden, der sich an Vorsprüngen sammelt. Dreilich ist derzeit damit beschäftigt, am Sockel und unter der obersten Brüstung grüne Bemoosungen aus dem Putz zu spülen. Fehlstellen und Risse werden durch den Neuanstrich geschlossen.

Manch Besucher ist offenbar sehr auf Tuchfühlung mit dem kostbaren Bauwerk gegangen, so dass die Ecken vor der Haupttür abgeplatzt sind. Auch Graffiti-Schmierereien haben den Wänden zugesetzt; sie wurden zwar entfernt, doch ging dabei Farbe verloren.

Der Tempel, in dem nie irgendeinem Gott gehuldigt wurde, steht seit 25 Jahren wieder in alter Schönheit zu Füßen des Pfingstberg-Belvedere. Aber 25 Jahre Wind und Wetter haben Spuren hinterlassen.

Ersetzt wurde dieses Jahr schon das blau-weiß gestreifte Stoffdach über der Dachterrasse des Tempels; es war unrettbar grün vermoost. Ein Teil der etwa 100 Hochzeiten pro Jahr im Belvedere hat auf der Terrasse auch Empfänge für die Feiergäste; rund 25 finden Platz.

Der Förderverein Pfingstberg muss 10000 Euro für die Sanierung aufbringen, von denen erst 5000 durch Spenden von Besuchern reingekommen sind. Immerhin ist die Ausstellung mit Pfingstberg- und Parklandschaften des Potsdamer Malers Olaf Thiede noch bis 31. Oktober geöffnet, kostenlos an Samstagen und Sonntagen von 14 bis 17 Uhr. Spenden kann man aber im Belvedere oder an der Spendenstele davor. Die Sanierungsarbeiten sollen bis Ostern 2019 beendet sein.

Von Rainer Schüler

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