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Positive Reaktionen auf Neuregelung

Potsdamer Stadtwerkefest nicht mehr kostenlos Positive Reaktionen auf Neuregelung

Die Einführung eines Eintrittsgeldes für das Potsdamer Stadtwerkefest aus Sicherheits- und Kostengründen findet in ersten politischen Reaktionen überwiegend Zustimmung. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) stellt sich hinter die Veranstalter: „Ich würde so etwas wie dieses bisher durchgeführte Stadtwerkefest auch nicht mehr verantworten wollen.“

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Verzückte Fans zum Stadtwerkefest im Juli 2016 beim Auftritt von Carlos Santana.

Quelle: Detlev Scheerbarth

Potsdam. Die Neuausrichtung des Potsdamer Stadtwerkefestes als kostenpflichtige Veranstaltung für große Teile des Publikums hat für erste politische Reaktionen gesorgt. Im Potsdamer Hauptausschuss gab es grundsätzliche Zustimmung, allerdings auch Manöverkritik. Wie berichtet, sollen Potsdamer künftig zwischen fünf und zehn Euro, Gäste von außerhalb 20 bis 30 Euro Eintritt zahlen. Für Strom- und Gaskunden der EWP sowie Abonnenten des Verkehrsbetriebes soll der Zugang unterm Strich dennoch umsonst sein: Ihnen wird das Eintrittsgeld über Gutscheine erstattet.

SPD-Fraktionschef Pete Heuer begrüßte die Neuregelung auch als Möglichkeit, die Publikumsströme zu regulieren. Mit Blick auf den Ansturm 2015 zu Cyndi Lauper und Carlos Santana sagte er, es solle „niemand mehr den Kopf dafür hinhalten müssen“, dass ein „derart unbegrenzter Zugang entsteht. Ich habe mich als Gast nicht mehr wohlgefühlt“. Er fragte jedoch, warum es für Wasser- und Fernwärmekunden nicht auch so eine Gutscheinregelung gibt wie für ViP-Abonnenten, Strom- und Gaskunden.

Grundsätzliche Kritik kam von Grünen-Fraktionschefin Janny Armbruster: „Wir hätten uns einen echten Neuaufschlag gewünscht.“ Sie verwies auf das 24-Stunden-Festival „Stadt für eine Nacht“ in der Schiffbauergasse, zu dem in diesem Jahr bei einer Förderung von 200 000 Euro durch die Stadt 30 000 Gäste kamen: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Stadtwerke auch andere Großveranstaltungen finanziell unterstützen.“

Wie berichtet, hat die Geschäftsführung der Stadtwerke aus finanziellen und Sicherheitsgründen für die 18. Folge des Festivals im Juli 2018 ein neues Konzept bekannt gegeben. Geprüft wurde vorab neben einer Integration mit eigener Bühne in die Erlebnisnacht auch eine soziokulturelle Variante mit Potsdamer Bands in der Schiffbauergasse. Letztlich fiel die Entscheidung für den Lustgarten als optimalem Ort.

Stadtwerke-Chef Horst Müller-Zinsius verweist jedoch darauf, dass dieser Platz laut Versammlungsstättenverordnung nur für knapp 21 000 Menschen zugelassen sei. Zum jüngsten Fest mit Regenwetter statt internationaler Stars wurde diese Grenze mit 22 000 Besuchern nur knapp überschritten. Bei Santana und Lauper 2016 hingegen drängten sich 40 000, bei Thin Lizzy und ZZ Top im Juli 2008 angeblich sogar 120 000 Gäste auf dem Platz.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte: „Ich würde in der Rolle der Geschäftsführung so etwas wie dieses bisher durchgeführte Stadtwerkefest auch nicht mehr verantworten wollen.“ Man müsse diskutieren, „in welche Richtung das gehen soll: Natürlich kann man sagen, wir dampfen das ein oder machen das gar nicht mehr.“ Doch dieses Fest sei „eine Marke“, man müsse es aber „begrenzen und Steuerungsmöglichkeiten finden“.

Der Rock und Pop vorbehaltene Samstag ist traditionell der Tag mit den meisten Besuchern. Das Kinderprogramm am Sonntag bleibt eintrittsfrei. Für den Klassik-Vorabend am Freitag hingegen soll ebenfalls Eintritt kassiert werden. Peter Schultheiß (SPD) regte an, dafür wie in den ersten Jahren auf Ensembles aus der Region zurückzugreifen, als das Neue Kammerorchester Potsdam spielte. In diesem Jahr lagen die Kosten für die Veranstalter bei 783 000 Euro. Der Eigenanteil soll auch künftig auf 800 000 Euro limitiert werden. Der technische Mehraufwand von 120 000 Euro für Absperrungen, Einlass und Vorverkaufssystem wird laut Öffentlichkeitschef Göran Böhm „über das Ticketing finanziert“.

Im Hauptausschuss kommt das Stadtwerkefest am 1. November wieder auf die Tagesordnung. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke befasst sich erstmals am 8. Dezember damit.

Von Volker Oelschläger

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