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Potsdam Hitzewelle in Potsdam
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01:15 30.07.2018
Leckere Erfrischung: Die Potsdamer Jessica Reupsch (27) und Jacob Clausnitzer (30) genießen Fruchteis in der Eismanufaktur auf der Brandenburger Straße.
Potsdam

Bis auf 34 Grad ist das Thermometer gestern geklettert – und auch in den nächsten Tagen soll es weiter heiß bleiben. Lesen Sie, wo Sie Abkühlung finden, wer Probleme mit der Hitze hat – und wer davon profitiert.

Wasserverbrauch auf Rekordniveau

Der Juli lässt die Potsdamer schwitzen und den Wasserverbrauch steigen: Zu Beginn des Monats wurde mit 46 359 Kubikmetern der Tagesrekord gebrochen – so viel Wasser wurde laut Stadtwerken seit 1994 nicht mehr an einem Tag gefördert. Und die Top-Werte halten an: Am Donnerstag verbrauchten Potsdamer 43 500 Kubikmeter. Im Jahresschnitt sind es nur 27 500 Kubikmeter täglich.

Gärtner sind im Dauereinsatz

In allen Parkanlagen der Potsdamer Schlösserstiftung wird derzeit „so viel bewässert wie möglich“, teilt Sprecher Frank Kallensee mit. Im Park Sanssouci sind drei Gärtner den ganzen Tag und jetzt zusätzlich auch am Wochenende im Einsatz. Einige Linden auf Südhängen zeigen bereits erste Schäden, die zum Absterben führen könnten.

Wasser marsch: Die Sprenger am Neuen Palais in Sanssouci in Potsdam sind im Dauereinsatz. Vorne ist die Jagdgöttin Diana zu sehen. Quelle: Peter Degener

Potsdamer horten Getränke

Mit den Temperaturen steigt auch der Wasserbedarf des Menschen. Ärzte empfehlen mindestens einen Liter zusätzlich am Tag zu trinken. Davon profitieren auch die Getränkehändler. Seitdem die Hitze andauert, ist der Umsatz mit Wasser in Flaschen um 15 Prozent, der mit Bier um fünf Prozent gestiegen – zumindest in den Potsdamer Filialen des regionalen Marktführers Getränke Hoffmann. Doch die Nachfrage bringt auch Probleme mit sich. „Die Menschen kaufen gerade auf Vorrat und horten Getränkekisten. Dadurch fehlt bei Brunnen und Brauereien das Leergut“, sagt Bojan Nikolic, Sprecher des Getränkehändlers. Die Folge: „Die Verfügbarkeit der Waren sinkt. Wir kriegen von den Produzenten weniger Vollgut geliefert und es können nicht mehr alle Sorten in ausreichender Menge angeboten werden“, sagt Nikolic. Doch wer durstig ist, nimmt das in Kauf.

Abkühlen im Museum

Hier lässt es sich aushalten: Im Aquarium, das im Keller des Naturkundemuseums in der Breiten Straße steht, herrschen kühle 18 bis 20 Grad. „Normalerweise ist eher an regnerischem Wetter viel los, aber wir haben gerade guten Zulauf. Besonders das Ferienprogramm wird sehr gut angenommen“, sagt Sprecherin Anne Vierling.

Herrlich kühl: 18 bis 20 Grad sind in dem Aquarium in Potsdam im Naturkundemuseum. Quelle: Julian Stähle

Kremserfahrten wegen Hitze eingeschränkt

Ihre 16 Pferde sind das Kapital von Christiane Sengebusch. Die Tiere ziehen auch in der Hitze die Kremser mit Touristen rund um den Park Sanssouci. Darauf angesprochen sagt sie: „Wir schonen unsere Tiere. Wir fahren an den heißen Tagen nur drei statt der üblichen sechs Stunden und haben den Betrieb wegen der Hitze am Freitagmorgen eingestellt. Die Tiere sind jetzt bis Sonntag auf der Weide“, erklärt Sengebusch. Das Veterinäramt bestätigt, dass es wegen der Hitze Auflagen für die Kremserfahrten gibt – kürzere Einsatzzeiten, Pausen im Schatten, auch die erlaubte Passagierzahl wurde reduziert. „Kontrollen durch das Veterinäramt erfolgen regelmäßig, es gibt bislang keine Beanstandungen“, erklärt ein Stadtsprecher. „Sengebusch lebt von den Kutschfahrten, somit haben die Tiere ein hartes Los“, sagt Anke Drohla vom Tierschutzverein. Sie hält die Auflagen für nicht ausreichend und hat Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erstattet.

Keine Notarzt-Einsätze

„In der zentralen Notaufnahme behandeln wir nur vereinzelt Patienten mit Beschwerden, die auf die Hitze oder Flüssigkeitsmangel zurückzuführen sind“, erklärt Thomas Weinke, der ärztliche Direktor des Ernst-von-Bergmann-Klinikums. „Es ist in diesem Jahr sehr erfreulich! Wir merken die Hitze nicht in der Notaufnahme und auch nicht auf der Intensivstation“, bestätigt auch Gesine Dörr, ärztliche Direktorin des St. Josef-Krankenhauses. „Die Bevölkerung und auch Pflegeeinrichtungen sind anscheinend gut aufgeklärt, halten sich an die ärztlichen Ratschläge“, so Dörr.

Arbeitgeber, die das Arbeiten erleichtern

Hitzefrei gibt es bei den meisten Arbeitgebern in Potsdam zwar nicht, dafür sorgen viele für Erleichterung. Bei der Stadtentsorgung steht kostenloses Mineralwasser und Sonnencreme bereit. Straßenbahnfahrer müssen keine Krawatten tragen, sondern dürfen auf das lockere Polohemd wechseln. Im Oberlinhaus wurde nicht nur Wasser bereitgestellt. Gestern wurde sogar Eis von der Eismeierei spendiert.

Von Anne Knappe und Peter Degener

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