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Potsdam Potsdam braucht Unterkünfte für Gläubige
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00:25 06.06.2015
Joachim Zehner, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Potsdam mit der „Luthersocke“ vor der Friedenskirche im Park Sanssouci. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Der seit laufende Deutsche Evangelische Kirchentag in Stuttgart hat für Potsdam eine ganz besondere Bedeutung. Am Sonnabend findet nämlich die Staffelstab-Übergabe für den nächsten Kirchentag statt, der im bedeutenden Reformationsjubiläumsjahr 2017 stattfindet. Berlin und Potsdam werden die „Austragungsorte“ des Mega-Events sein, das vom 25. bis 28. Mai stattfindet.

Der Kirchentag wird im Zweijahresrhythmus abgehalten und zieht stets Zehntausende Besucher an. Der Abschlussgottesdienst wird in der Lutherstadt Wittenberg abgehalten. Er ist gleichzeitig der Auftakt für die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr, die offiziell am 31. Oktober 2017 enden.

Zur Staffelstab-Übergabe am Samstag reist der Chef der Brandenburger Staatskanzlei, Staatssekretär Rudolf Zeeb, nach Stuttgart. Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), wird ebenfalls am Sonnabend anwesend sein. Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) nahm an der Eröffnung des Kirchentags teil.

Der Kirchentag zählt zu den zentralen Ereignissen der evangelischen Kirche, an dem regelmäßig prominente Gäste teilnehmen. In Stuttgart ist beispielsweise der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan zu Gast. Das mehrtägige Großereignis ist stets ein Publikumsmagnet. Im Jubiläumsjahr 2017 steht wahrscheinlich ein noch größerer Besucheransturm ins Haus: „Wir rechnen mit 140 000 Dauerteilnehmern in der Metropolregion Berlin und Potsdam“, umreißt Martin Vogel, Länderbeauftragter der evangelischen Kirche, die Dimension. Vogel gehört dem 40-köpfigen Lenkungsausschuss der gastgebenden Landeskirche an, der den Kirchentag in Berlin und Brandenburg vorbereiten soll. „Der Lenkungsausschuss kommuniziert den Kirchentag in die evangelischen Gemeinden hinein“, erläutert Vogel: „Dann wird gemeinsam überlegt, was und welche Vorhaben man umsetzen kann.“

In Potsdam laufen die Vorbereitungen für das Großereignis derzeit an. In der nächsten Zeit liegt das Augenmerk auf der Herbergssuche für die Kirchentagsbesucher. „Wir werden in den Gemeinden um Quartiere bitten, dass man Kirchentagteilnehmer bei sich zu Hause aufnimmt“, wirbt Superintendent Joachim Zehner um potenzielle Gastgeber. Viele der Gäste sollen in Gastfamilien in Potsdam beziehungsweise im „Speckgürtel“ unterkommen.

Die Landeshauptstadt soll aber nicht die Schlafstadt für den Kirchentag sein. Auch Veranstaltungen sind geplant. Wie genau das Veranstaltungsangebot aussehen wird, soll von den Potsdamer Gemeinden ausgearbeitet werden. Aber es gibt schon potenzielle Teilnehmer: Die evangelischen Schulen und die „Glaubenskurse für Erwachsene“ – ein Herzensthema von Zehner – sollen vorgestellt werden. In Bornstedt könnte der historische Friedhof für Führungen offenstehen. Auch das Dauerthema Garnisonkirche wird eine Rolle spielen, schließlich jährt sich 2017 zum 200. Mal ein wichtiges Ereignis in der evangelischen Geschichte. 1817 fand in der Hof- und Garnisonkirche die Wiederannäherung zwischen Reformierten und Lutheranern statt.

Fixpunkt der Ereignisse 2017 wird aber das Lutherjubiläum sein. Während des Kirchentags wird es von Berlin aus Sonderzüge nach Wittenberg geben. Das Jubiläumsjahr wirft auch schon marketingtechnisch seine Schatten voraus. An die standhafte Haltung des Reformators auf dem Reichstag zu Worms erinnern zum Beispiel die so genannten „Luther-Socken“, auf denen der legendäre Satz verewigt ist: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.“ Die Socken gibt es in Damen- und Herrengrößen.

Von Ildiko Röd

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