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Potsdam will weitere Shopping-Sonntage

Unterstützung von der Industrie- und Handelskammer Potsdam Potsdam will weitere Shopping-Sonntage

Die Landeshauptstadt Potsdam beharrt weiterhin auf ihrem Vorhaben, an zehn Sonntagen im Jahr die Geschäfte zu öffnen. In einem Brief hat Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) dem Arbeitsministerium erläutert, wie er eine gesetzliche Regel ausweiten will. Der Trick klingt gut, ist aber wahrscheinlich nicht durchzusetzen.

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Tanja (31) ist selbst Schuhverkäuferin und würde gerne an ihrem freien Wochenende in Ruhe shoppen gehen können.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. "Es ist nach wie vor unsere Position, dass es an insgesamt zehn Sonntagen verkaufsoffene Geschäfte geben soll", sagt Potsdams Rathaussprecher Markus Klier. Eigentlich dürfen die Kaufhäuser in Brandenburg nur an sechs Sonntagen im Jahr ihre Waren verkaufen. In Potsdam könnte das mit einem Kniff ausgeweitet werden: Geplant ist, etwa nur Läden der nördlichen Innenstadt während der Antikmeile zu öffnen und ausschließlich Babelsberger Geschäfte zu den Böhmischen Tagen. So ist nirgendwo mehr als sechs Mal am Sonntag geöffnet.

Das Arbeitsministerium hatte allerdings zuvor bereits festgestellt, dass diese Auslegung rechtswidrig ist. "Die Festlegung von sechs verkaufsoffenen Sonn- und Feiertagen stellt die Obergrenze dar, unabhängig davon, ob die Freigabe für das gesamte Territorium einer Kommune oder nur für Teile davon erfolgt", heißt es vom Ministeriumssprecher Gabriel Hesse. Auch das Argument, dass Berlin mehr verkaufsoffene Sonntage hat und die Brandenburger Landeshauptstadt daran anknüpfen muss, lässt er nicht gelten: "Das Land Brandenburg hat bereits eines der liberalsten Ladenöffnungsgesetze in ganz Deutschland", sagt Hesse. Baden-Württemberg habe nur drei, Bremen, Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern vier verkaufsoffene Sonntage. Wie sich das Ministerium und die Stadt am Ende einigen, ist derzeit noch unklar.

Unterstützung bekommt die Stadt von der Industrie- und Handelskammer Potsdam. "Die Entscheidung des Landesarbeitsministeriums ist nicht nachvollziehbar, da sie das Wettbewerbsungleichgewicht zwischen stationärem Einzelhandel und wachsendem Onlinehandel fördert", sagt IHK-Vizepräsident Uwe Kaim. Er sieht in der Gebietsaufteilung einen großen Vorteil: "Ich brauche in Bornim nicht zu öffnen, wenn in Babelsberg Weberfest gefeiert wird. Derartige verordnete Unflexibilität ist kein Aushängeschild für die Wirtschaft", sagt Kaim.

Die Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein (SPD) ist für eine Anpassung der Brandenburger Regelungen an Berlin. "In der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg sollte es faire Wettbewerbsbedingungen geben", sagt sie.

Dem widerspricht der Kreisvorsitzende der Linken, Sascha Krämer: "Frau Wicklein sollte nicht nur die Kaufinteressen der Touristen im Auge haben, sondern auch das Ruhebedürfnis der im Einzelhandel angestellten Menschen." Ähnlich äußert sich die Gewerkschaft Verdi: "Es gibt so viele Stadtfeste in Potsdam, die man auch genießen kann, ohne zu shoppen", sagt Bezirksgeschäftsführerin Susanne Feldkötter. Bei den bisher sechs offenen Sonntagen könne es ihrer Meinung nach bleiben, bei weiteren befürchtet sie aber eine "Öffnung der Schleuse".

GEPLANTE VERKAUFSOFFENE SONNTAGE

  • Am Sonntag vor Ostern , 29. März, haben alle Läden offen.
  • Für die Antikmeile soll am 31. Mai die nördliche Innenstadt geöffnet sein.
  • Wegen der Böhmischen Tage könnten am 14. Juni die Händler in Babelsberg ihre Waren anbieten.
  • Am Töpfermarkt am 6. September sind alle Geschäfte der Stadt offen.
  • Am 27. September in der nördlichen Innenstadt wegen der Antikmeile .
  • Für das Fashion-Festival am 4. Oktober für alle Händler außer in der nördlichen Innenstadt.
  • Wegen des Spielefestivals soll am 1. November in der südlichen Innenstadt und dem Gebiet „Am Stern/Drewitz/Kirchsteigfeld“ geöffnet sein.
  • Der Böhmische Weihnachtsmarkt am 29. November öffnet auch die Läden in Babelsberg.
  • Am 2. und 4. Advent haben zum Weihnachtsmarkt alle Läden geöffnet.

Von Lisa Rogge

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