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Rechte Vorwürfe gegen früheren Lehrer

Potsdam Rechte Vorwürfe gegen früheren Lehrer

Bis vor kurzem unterrichtete ein Chemiker an einem Gymnasium in Potsdam. Jetzt wurden schwere Vorwürfe gegen den Berliner erhoben. Sein Arbeitsverhältnis mit der Schule wurde beendet – hat aber nichts mit den Vorwürfen zu tun, heißt es.

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Das Schiller-Gymnasium im Potsdamer Wohngebiet Drewitz: Hier hat der beschuldigte Lehrer unterrichtet.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Schwere Vorwürfe wurden über Twitter gegen einen Mann erhoben, der noch vor wenigen Tagen am Potsdamer Schiller-Gymnasiums gearbeitet hat. „Wenn ein Lehrer eures Schiller-Gymnasiums hier auf Twitter unterwegs ist und antisemitische Verschwörungstheorien mit Hakenkreuzen postet, die er noch mit Israelfahnen garniert – was macht ihr dagegen?“ wurde die Potsdamer Stadtverwaltung in dem sozialen Netzwerk von einem Berliner Nutzer direkt angesprochen. Darunter prangte der Beitrag, den Twitter-Nutzer @PParzival geteilt, aber mittlerweile wieder gelöscht hat: Aus Patronen und den Flaggen von Israel, USA, Großbritannien und der Nato ist dabei ein Hakenkreuz geformt und mit „Achse des Bösen“ bezeichnet. „Uns macht das Sorgen“, antwortete die Stadtverwaltung prompt, verwies aber auf die freie Trägerschaft der Privatschule.

Dementi von PParzival

Hinter @PParzival steckt der promovierte Chemiker C., der zuletzt den Quereinstieg in den Lehrerberuf versucht hat – das legen zumindest die Piratenpartei und ein Berliner Verein nahe, die den Chemiker jeweils als Mitglied auf einer Internetseite zu Wort kommen lassen und dort auf den fraglichen Twitter-Account verweisen. „Ich distanziere mich eindeutig von jeder Menschenfeindlichkeit und damit von jedem Hass auf andere Menschen“, reagierte C. auf die aktuellen Anschuldigungen, die er als Rufmord bezeichnet. Auf seinem Twitter-Profil beschäftigt er sich vor allem mit internationaler Politik und teilt dabei eine Vielzahl von verschwörungstheoretischen Inhalten.

Noch bis vor wenigen Tagen war C. tatsächlich als Referendar am privaten Schiller-Gymnasium in Potsdam angestellt, wo er seit zweieinhalb Jahren als Quereinsteiger gearbeitet hat. „Er wurde bereits Ende Januar gekündigt“, teilte Schulleiter Andreas Mohry auf MAZ-Anfrage mit. Bei der Kündigung sei es „um fachliche Dinge wie die Didaktik und Methoden des Lehrerberufs“ gegangen. Von dem Antisemitismus-Vorwurf erfuhr Mohry nach eigenen Angaben erst Anfang Februar, als die Kündigung schon vollzogen war. „Wir sind in unserer Schule sehr offen und würden eine rechte Haltung nicht zulassen. Solche Dinge wären hier sofort aufgefallen und es gab nie einen Hinweis auf entsprechende Aussagen“, sagt Mohry. Er betont: „Das hat nichts mit unserer Schule zu tun.“

Staatliches Schulamt eingeschaltet

„Wir dulden keinen Antisemitismus und haben das staatliche Schulamt eingeschaltet“, sagt Ralph Kotsch, Sprecher des Bildungsministeriums, auf Anfrage der MAZ.

Da C. bei einem freien Träger angestellt gewesen sei, könne man aber dienstrechtlich keinen Einfluss nehmen. „Wir könnten nur als Schulaufsicht an den Träger herantreten und ihm entsprechende Hinweise geben“, sagt Kotsch. Ob der Mann zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres an einer anderen Schule in Potsdam oder Brandenburg tätig geworden ist, konnte das Ministerium am Montag nicht feststellen.

Von Peter Degener

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