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Potsdam Brauhausberg: Vorerst kein Verkauf an unbekannten Investor
Lokales Potsdam Brauhausberg: Vorerst kein Verkauf an unbekannten Investor
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21:31 06.06.2018
Das Schicksal der früheren Gaststätte „Minsk“ am Potsdamer Brauhausberg bleibt weiter offen. Quelle: Maz
Templiner Vorstadt

Die Entscheidung über das Terrassenrestaurant „Minsk“ ist noch einmal bis zum September verschoben. Mit nur einer Stimme Mehrheit beschlossen die Stadtverordneten am Mittwochabend einen neuen, gemeinsamen Antrag der Linken, der Grünen und der Fraktion Die Andere. Durch Unterstützung der Abgeordneten von Bürgerbündnis/FDP und der AfD wurde der umfangreiche Prüfauftrag mit 28 zu 27 Stimmen gegen SPD und CDU/ANW angenommen.

Damit werden die Grundstücke am Brauhausberg vorerst nicht an einen unbekannten Investor veräußert, der 27 Millionen Euro bietet und anstelle des „Minsk“ und der bereits im Abriss befindlichen alten Schwimmhalle am Brauhausberg Wohnungen errichten will.

Mögliche Nutzung als Betriebskita des Landtags

Der erst in der Sitzung verteilte gemeinsame Antrag der Befürworter des Gebäudes sieht vor, dass die Verwaltung bis zum September noch einmal untersucht, welche Auswirkungen die Verlagerung von Baumassen weg vom Minsk-Grundstück auf die anderen Lose der Ausschreibung hätte und welche Möglichkeiten einer öffentlichen Nutzung – etwa als Betriebs-Kita der Landesregierung und des Landtags – gesehen werden.

Die Ruine des Terrassenrestaurants Minsk – seit 2000 steht das Haus leer. Quelle: Martin Müller

„Die weit über den früheren Erwartungen liegenden Gebote für diese Grundstücke sind eine Chance für den Erhalt“, sagte Linken-Chef Hans-Jürgen Scharfenberg zu den neuen Prüfaufträgen. Auch der jüngste SPD-Vorstoß, wonach das Haus zwar abgerissen würde, stattdessen aber am Brauhausberg rund 50 Sozialwohnungen errichtet werden sollen, könne erst nach genauer Prüfung beschlossen werden.

Wolfhard Kirsch: Was kosten uns die Sozialwohnungen?

„Ich bin der Meinung der Erhalt des Minsk ist zu teuer, aber 20 Prozent Sozialwohnungen dort sind auch zu teuer. Mit welchen Mindereinnahmen beim Verkauf der Grundstücke müssen die Stadtwerke in diesem Fall rechnen?“ fragte Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis) und signalisierte Zustimmung zum Prüfauftrag.

„Das wird die teuerste Kita des Landes“

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) vermied konkrete Zahlen. „Die Summe ist Gegenstand von Verhandlungen und wenn ich sie jetzt sage, dann ist sie gesetzt“, sagte Jakobs. Er warb vehement für eine sofortige Entscheidung statt weiterer Prüfaufträge und Verzögerungen, um die Glaubwürdigkeit der Stadt gegenüber Investoren nicht zu beschädigen.

„Mit städtischer Hilfe das Minsk zu sanieren kann nicht ihr Vorschlag sein. Ich würde von einer Lachnummer sprechen, wenn es nicht so ernst wäre“, sagte Jakobs. Zur Kita-Idee sagte Jakobs: „Das wird die teuerste Kita des Landes“, denn angesichts der für andere Zwecke geformten Kubatur des einstigen Restaurants könne man für das gleiche Geld „drei neue Kitas bauen“.

Auf dem Brauhausberg entsteht ein moderner Wohnpark. Die Schwimmhalle rechts wird bereits abgerissen. Das von Bäumen verdeckte Minsk könnte ebenfalls Wohnhäusern weichen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Jakobs: Potsdamer wollen Minsk gar nicht erhalten

Jakobs zweifelte zudem daran, dass die Potsdamer den Erhalt des Gebäudes überhaupt wünschen. „Es gibt diese Stimmung nicht. Das ist keine Debatte, die die Stadt in Wallung bringt, das wird überschätzt“, so Jakobs.

Nur ein einziger Sozialdemokrat warb für den Erhalt

Der frühere Stadtverordnete und langjährige Bauausschussvorsitzende Christian Seidel warb als einziger Sozialdemokrat für den Erhalt des „Minsk“. Es sollte „als öffentliches und sichtbares Gebäude“ in das neue Stadtquartier am Brauhausberg integriert werden: „Das Gebäude steht den von uns beschlossenen Stadtentwicklungszielen anders als die Fachhochschule nicht im Wege“, sagte Seidel.

Der Erhalt könne ein starkes Signal an die Stadtgesellschaft sein, dass DDR-Gebäude auch jenseits der Wohnbauten in den Stadtumbau einbezogen werden. Dafür lohne es sich, das Verfahren noch einmal anzuhalten.

Von Peter Degener

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