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Schwan am Haken, Fledermäuse am Boden

Glückliches Ende für knifflige Einsätze der Potsdamer Tierretter Schwan am Haken, Fledermäuse am Boden

Bange Minuten am Ufer des Babelsberger Parks: Völlig hilflos und von seinen Artgenossen verlassen paddelte dort ein Jungschwan dem sicheren Tod entgegen. Dem Pechvogel war ein Drillingshaken samt Sehne und Gewichten im Halse stecken geblieben: eine Verletzung, die – zumal bei strengem Frost – lebensbedrohlich ist. Doch Hilfe nahte.

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Vielleicht schon bald wieder bei seinen Artgenossen: der gerettete Jungschwan.

Quelle: Tierrettung

Potsdam. Ein Ehepaar auf Sonntagsspaziergang entdeckte das leidende Federvieh und alarmierte die Tierrettung Potsdam. Zwar versuchten sich die Eheleute als Ersthelfer, aber alle Bemühungen, den Schwan vom Drilling zu befreien, blieben ohne Erfolg – der mit Widerhaken bewährte Blinker hatte sich zu tief ins Fleisch gefressen. Auch die Tierretter mussten zunächst tatenlos am Ufer ausharren – der verwundete Schwan war in seiner Not auf den Tiefen See hinausgeschwommen und musste erst ans Land gelockt werden. Der Hunger trieb ihn schließlich zurück und in die rettenden Hände.

Weil die Einsatzkräfte zu Fuß zum Fundort geeilt waren und der Weg zum Auto mit dem gewichtigen Schwan sehr mühsam war, suchte man Unterschlupf im Restaurant „Kleines Schloss“. Dort durften sich Retter und Schwan aufwärmen, bis das Auto vorfuhr. „Ein großes Dankeschön an die Mitarbeiter des Restaurants, die für diese Situation Verständnis aufbrachten und behilflich waren“, lässt Christoph Wolf, Vorstandsvorsitzender des Tierrettungsvereins, ausrichten. Im ersten Halbjahr seines Bestehens habe es der Verein häufig mit Wasservögeln zu tun gehabt, die sich in den Hinterlassenschaften von Anglern verfangen hatten. Ihr jüngstes Sorgenkind lieferten die Tierretter in die Notaufnahme der Uniklinik Düppel ein. Die Ärzte entfernten den Haken aus dem Schwanenschlund, versorgten die Wunde und kündigten an, dass das Tier in ein, zwei Wochen in die gewohnte Umgebung zurückkehren kann.

Am Samstag wurden diese drei kleine Fledermäuse gerettet.

Quelle: Tierrettung

Glücklich endete auch der Einsatz, der die Tierretter am Samstag in ein Hochhaus auf dem Kiewitt führte. Dort lagen drei kleine Fledermäuse auf dem eisigen Steinboden des Eingangsbereichs und regten sich kaum mehr. Die Flattermänner – Kleine Abendsegler – waren abgemagert und unterkühlt. Ihr Zustand besserte sich jedoch nach der Erstversorgung und sie wurden in stabilem Zustand den Fledermaus-Experten der Zitadelle Spandau übergeben.

Ob wild oder zahm: Hilfe für Tiere in Not

  • Die Tierrettung Potsdam ist ein noch junger Verein. Gegründet wurde er am 29. Juni 2013. Zum ersten Einsatz rückten die Tierretter aber schon am 8. Mai aus: Am Stern war ein hilfloses Eichhörnchen aufgetaucht.
  • 273 Einsätze haben die Tierretter bereits absolviert. Vor allem Wildtiere brauchten bislang ihre Hilfe.
  • 78 Mitglieder zählt der Verein. 48davon sind aktiv, zwölf stehen rund um die Uhr auf Abruf. Größtenteils sind die Tierretter Feuerwehrleute oder Mitarbeiter des Rettungsdienstes.
  • Finanziert wird die Tierrettung über Mitgliedsbeiträge und Spenden.
  • Das 24-Stunden-Notfalltelefon hat die Nummer Tel. 0151/70121202.
  • Das Infotelefon ist werktags von 10bis 20 Uhr geschaltet und hat die Nummer Tel. 0331/23184818. nf
  • www.tierrettung-potsdam.de

Von Nadine Fabian

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