Volltextsuche über das Angebot:

24°/ 13° wolkig

Navigation:
SPD verliert in Potsdam

Landtagswahl in Brandenburg SPD verliert in Potsdam

Gegen den Trend: Obwohl die SPD in Brandenburg als Wahlsieger hervorgegangen ist, schnitt die Potsdamer Fraktion eher mau ab und verlor 6,2 Prozent der Stimmen. Außerordentlich stark waren CDU, die Grünen und die AfD.

Voriger Artikel
Die Kunst in der Lücke
Nächster Artikel
Saskia Ludwig gewinnt das Herzschlagfinale

Gemäßigte Freude: In der Stadt verlor die SPD 6,2 Prozentpunkte. Partei-Chef Mike Schubert (m.) verfehlte sein Direktmandat knapp.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Freude für die Sozialdemokraten auf Landesebene, doch ein Dämpfer in der Landeshauptstadt: Im Gegensatz zur vorangegangenen Landtagswahl hat die SPD in Potsdam kräftig verloren: Mehr als sechs Prozentpunkte gegenüber 2009 büßten die Sozialdemokraten ein und sanken von 34,8 Prozent 2009 auf 28,6. Im gesamten Land war die SPD hingegen weitgehend stabil geblieben, sie verlor rund einen Prozentpunkt. Auch die Linke verlor Wähler in Potsdam, allerdings nicht so stark wie im gesamten Bundesland: Sie verschlechterte sich von 28,7 Prozent 2009 um rund fünf Punkte auf 23,7. Stünde Potsdam für das Land, hätte die Regierungskoalition mehr als elf Prozentpunkte eingebüßt. Trotzdem fuhr die SPD weiterhin die meisten Stimmen ein, der Abstand zur Linken verkleinerte sich um einen Prozentpunkt.

Das war der Wahltag in Brandenburg: Liveticker zum Nachlesen

Alternative holt 9,7 Prozent

Profitieren konnten hingegen die bürgerlich-konservativen Parteien – und der Neuling Alternative für Deutschland (AfD), der mit 9,4 Prozent allerdings fast drei Punkte schlechter abschnitt als in ganz Brandenburg, obwohl deren Landesvorsitzender Alexander Gauland in Potsdam antrat. Die AfD konnte in fast allen Lagern unzufriedene Wähler holen – sowohl in den Plattenbaugebieten, die klassisch als Domäne von SPD und Linke galten, wie etwa dem Schlaatz oder im Zentrum Ost, als auch in der klassisch-bürgerlich wählenden Innenstadt und den nördlichen Vorstadt-Bezirken. Nebeneffekt dieses Bindens von unzufriedenen Wählern anderer Parteien war der Umstand, dass die rechtsextremen Parteien NPD und Republikaner selbst addiert unter einem Prozent blieben.

Insgesamt macht sich offenbar der Bevölkerungsaustausch in Potsdam hin zu einer bürgerlich-konservativen Stadt bemerkbar: Die Grünen legten um rund zweieinhalb Prozentpunkte auf 13,6 Prozent gegenüber 2009 zu, während sie im gesamten Land nur ein halbes Prozent gegenüber der letzten Wahl hinzugewannen. Auch die CDU verbesserte sich in Potsdam um knapp vier Prozentpunkte auf knapp 17,7 Prozent der Wähler. Diese Verbesserung liegt ebenfalls über dem Landestrend von drei Prozentpunkten.
Die FDP hatte mit ihrer umstrittenen Plakatkampagne offenbar recht – auch wenn sie selbstironisch gemeint war: „Keine Sau braucht die FDP“, stand dort zu lesen, und danach richteten sich auch die Potsdamer Wähler: Genau wie im gesamten Land versank die FDP auch in dessen Hauptstadt mit 1,6 Prozent in der Bedeutungslosigkeit.

Wahlbeteiligung höher als im Durchschnitt

Was immerhin alle Parteien in Potsdam freuen dürfte: Die Wahlbeteiligung lag mit 55,6 Prozent deutlich – rund acht Prozentpunkte – über dem Durchschnitt der Mark. Dort waren nur knapp 48 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen geschritten oder hatten vorab per Brief gewählt. Ein Vergleich mit der letzten Landtagswahl in Potsdam ist müßig, denn 2009 wurde zeitgleich auch der Bundestag gewählt, und die Wahlbeteiligung lag bei 72,7 Prozent. 2004 allerdings, bei der letzten reinen Landtagswahl, waren noch 61,3 Prozent der Wahlberechtigten auch wirklich an die Urnen geschritten.
Am Aufwand für die Organisation der Wahl hatte das freilich wenig geändert: Mehr als 900 ehrenamtliche Wahlhelfer waren in den 120 Stimmlokalen in Potsdam und an der Auszählung der 22 Briefwahlbezirke beteiligt. Erstmals durften Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben – wie sie gewählt haben, wie viele von ihnen überhaupt von ihrem Wahlrecht erstmals Gebrauch machten und wofür sie ihre Stimmen abgegeben haben, wird im Laufe des heutigen Tages ausgewertet.

In einigen Potsdamer Wahllokalen wurden Organisation und Verlauf von internationalen Gästen beobachtet. Eine hochrangige Delegation aus Namibia, Südafrika und Botswana, die beim Auswärtigen Amt und der Brandenburgischen Staatskanzlei zu Gast sind,informierte sich beim Wahlleiter der Stadt, Matthias Förster, über die Abläufe bei der Stimmabgabe und der Auszählung. Auch eine Gruppe marokkanischer Wissenschaftler verschaffte sich in Potsdam einen Einblick in die Abläufe rund um die Landtagswahl.
In Potsdam-Mittelmark musste die SPD ebenfalls deutliche Verluste hinnehmen. Im Speckgürtel von Berlin – Region Teltow und Nuthetal – verlor sie vier Prozent. In den berlinferneren Regionen wie Beelitz oder dem Fläming dagegen blieben die Sozialdemokraten stabil, was sie wohl vor allem ihrem Zugpferd Günter Baaske zu verdanken haben. Auch im Landkreis erreichte die Alternative für Deutschland (AfD) mehr als zehn Prozent der Wählerstimmen.

Von Jan Bosschaart

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg