Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Potsdam: Fußball-Trainer droht Abschiebung
Lokales Potsdam Potsdam: Fußball-Trainer droht Abschiebung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:38 27.02.2016
Zahirat Juseinov (vorn, 2. von rechts) im Kreis seiner Spieler von Welcome United Quelle: Christel Köster
Anzeige
Potsdam

Schock für Fußball-Viertligist SV Babelsberg 03: der Co-Trainer des Vorzeigeprojekts Welcome United, Zahirat „Hassan“ Juseinov, soll offenbar abgeschoben werden. Das vielfach ausgezeichnete Integrationsteam, das zuletzt den Erfolgsproduzenten Til Schweiger als prominenten Unterstützer gewinnen konnte, bangt nun um seinen Co-Trainer.

„Wir sind tief bestürzt“, so Babelsbergs Marketingchef Thoralf Höntze gegenüber der MAZ. „Die Familie ist seit fünfeinhalb Jahren in Potsdam, bestens integriert. Zahirat, der Familienvater ist von Anfang an ehrenamtlich sehr engagiert. Eine Abschiebung erscheint vollkommen widersinnig.“ Archibald Horlitz, Vorsitzender des SV Babelsberg 03, spricht von einer „Katastrophe“, denn er gilt als Scharnier zwischen den unterschiedlichen Kulturen. Der Verein will die Familie nun mit einer Unterschriftensammlung unterstützen.

Vater mit fester Anstellung

Die Familie Juseinov – Vater Zahirat, Mutter Emel und drei Kinder – hatte ihre Heimat Mazedonien im Jahr 2010 verlassen. Mittlerweile liegt eine gültige Arbeitserlaubnis vor, Zahirat Juseinov hat eine feste Anstellung, die Familie bewohnt eine kleine Wohnung in Potsdam, vor wenigen Wochen kam das vierte Kind zur Welt.

Kommentar: Rausschmiss des Sportsmannes ist unangemessen

Ungeklärt ist jedoch der Aufenthaltsstatus, die Juseinovs werden lediglich geduldet. Eine Duldung gilt als Aussetzung einer Abschiebung, sie muss regelmäßig erneuert werden. Das versuchte Juseinov offenbar am Dienstag. „Unsere Sachbearbeiterin war aber im Urlaub. Ein anderer Beamter kam dann, sah, dass wir vom Balkan stammen und wollte uns sofort abschieben. Wir sollten unterschreiben, dass wir alle zusammen ausreisen“, schildert Zahirat Juseinov das Geschehen.

Bedenkzeit erwirkt

Er habe die Unterschrift verweigert sei mit einer Sozialarbeiterin und seinem Arbeitgeber zu einem erneuten Gespräch in die Behörde gegangen. Zusammen konnte Bedenkzeit erwirkt werden: bis Dienstag kommender Woche hat die Familie nun Zeit, der Behörde die freiwillige Ausreise zu melden. Sonst werden die sechs Juseinovs abgeschoben.

Ein Vertrauter der Familie sieht das Vorgehen des Sachbearbeiters äußerst kritisch:„Der Mann ist als ausgesprochen abschiebefreudig stadtbekannt. Für mich sieht es aus, als wolle er hier schnell und ohne großes Aufsehen eine bestens integrierte Familie aus dem Land bekommen.“

Bei der Ausländerbehörde der Stadt war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Aufsichtsratsmitglied kritisiert Doppelmoral

Babelsberg 03 war bundesweit der erste Verein, der mit „Welcome United“ eine reine Flüchtlingsmannschaft in seine Strukturen integrierte. Das Team nimmt in der Kreisklasse am regulären Spielbetrieb teil und ist für seine integrative Arbeit vielfach ausgezeichnet worden. Katharina Dahme, Aufsichtsratsmitglied des Kiezvereins, kritisiert die Entscheidung der Ausländerbehörde: „Die Projekte zeichnet man aus, die Akteure aber schiebt man ab. Wir wehren uns gegen diese Doppelmoral“, so die 29-Jährige. Auch die Fans des SV Babelsberg wollen die Familie unterstützen. Ein Aufruf des Vereins rief binnen weniger Stunden mehr als 350 Reaktionen hervor, zudem wurde eine Onlinepetition gestartet.

Von Saskia Popp

Die Parkplätze in Potsdams Innenstadt sind rar gesät. Viele Autofahrer kurven auf der Suche nach einem zentrumsnahen Parkplatz minutenlang durch die Straßen. Freie kostenlose Parkplätze sind selten. Hat man mit etwas Glück einen Platz für seinen Wagen gefunden, dann erfordert dieser zumeist einen Parkschein. Das kostet – und wird jetzt noch teurer.

26.02.2016
Potsdam Polizeibericht vom 26. Februar für Potsdam - Radfahrer fährt Frau auf Gehweg um

Er wollte an dem Bus vorbei – und nicht warten: Ein 15-jähriger Schüler ist auf seinem Fahrrad an der Haltestelle „Jägertor“ auf den Gehweg ausgewichen und dort mit einer 59-Jährigen zusammengestoßen. Die Frau hatte gerade den Bus verlassen und musste dann ins Krankenhaus.

26.02.2016

Donnerstagabend kurz vor halb 6: Ein mit Schal und Mütze vermummter Mann betritt ein Geschäft in Potsdam-Babelsberg und bedroht die Angestellte. Was er will, ist schnell klar: das Geld aus der Kasse. Nun fahndet die Polizei nach dem älteren, leicht untersetzten, hochdeutsch sprechenden Mann.

26.02.2016
Anzeige