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Garnisonkirche soll "Schule des Gewissens" sein

Befürworter halten trotz Widerstand an Wiederaufbau fest Garnisonkirche soll "Schule des Gewissens" sein

Die Gegner der Garnisonkirche sammeln erfolgreich Unterschriften gegen den Wiederaufbau. Es fehlen nur noch wenige Tausend Stimmen. Kein Grund für die Fördergesellschaft vom Wiederaufbau abzusehen. Eine Auflösung der Stiftung halten sie für unwahrscheinlich. Eines ärgert den Vorsitzenden der Gesellschaft jedoch ungemein.

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Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam mit Wolfgang Huber und Matthias Platzeck.

Quelle: Michael Hübner

Potsdam. Die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche will ungeachtet eines möglichen Bürgerentscheids an dem umstrittenen Projekt festhalten. Zwar glaube er auch, dass die für einen solchen Entscheid notwendigen 13.500 Unterschriften von Wiederaufbaugegnern zusammenkommen, sagte der Vorsitzende der Fördergesellschaft, Burkhart Franck, den " Potsdamer Neuesten Nachrichten". Zugleich verwies er darauf, dass es eine gültige Baugenehmigung gibt, die den Wiederaufbau der Garnisonkirche legitimiert.

Die Wiederaufbaugegner haben bereits weit über 10.000 Stimmen gesammelt. Noch fehlen Unterschriften, aber Lutz Boede von der Initiative "Potsdam ohne Garnisonkirche" erklärte Ende Mai, dass man sich in den nächsten Wochen verstärkt dafür einsetzen werde, dass "das Bürgerbegehren gegen den Wiederaufbau der Garnisonkirche noch vor den Sommerferien zum Erfolg" gebracht wird. Falls die noch fehlenden Unterschriften im Juni zusammenkommen, "werden wir beantragen, dass der fällige Bürgerentscheid gemeinsam mit der Landtagswahl stattfindet", so Boede.

Burkhart Franck zeigt sich gelassen: "Selbst wenn dieser Entscheid im Sinne der Gegner des Wiederaufbaus erfolgreich wäre, würde dann der Oberbürgermeister nur damit beauftragt, gegen seine Überzeugung die Auflösung der Stiftung zu beantragen - was von den anderen Mitgliedern des Stiftungskuratoriums vermutlich abgelehnt würde", sagte er.

Der 72-Jährige kritisierte jedoch, dass die Garnisonkirche in der Öffentlichkeit immer wieder als „Nazi-Kirche“ verleumdet werde. Die in der DDR abgerissene evangelische Barockkirche sei nur einmal - gegen den Willen der damaligen Kirchenleitung - am "sogenannten Tag von Potsdam am 21. März 1933 nur für rund 45 Minuten von der NS-Regierung als Ort für ihre Propaganda verwendet" worden, betonte Franck. Er verwies auch auf andere Ereignisse, die in der historischen Garnisonkirche stattfanden. So habe es in dem Gotteshaus etwa die erste „Preußische Union“ von 1817 als erste gelungene Ökumene in Deutschland gegeben.

Zudem solle die neue Garnisonkirche entgegen vieler Behauptungen eine Zivil- und keine Militärkirche sein. „Letzteres gibt es in Deutschland gar nicht“. Franck erklärte, dass die Befürworter des Wiederaufbaus „in erster Linie eine Kirche als eine Schule des Gewissens“ wollten. Es gehe um eine Symbolkirche, in der Lehren aus der Vergangenheit für die Zukunft gezogen werden sollen. Zudem hofft der Vorsitzende der Fördergesellschaft bereits 2015 auf einen Baubeginn. "Wenn die Kirche einmal steht, werden viele Kritiker von der Schönheit des Baus überzeugt sein", sagte Franck und ergänzte: „Ich hoffe auf einen Baubeginn im nächsten Jahr.

epd

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