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Weiterhin Gefahr für Fußgänger und Radfahrer

Hinweisschild am Landtag fordert zur Rücksicht auf Weiterhin Gefahr für Fußgänger und Radfahrer

Augen zu und durch - nach diesem Motto, so hatte man als Fußgänger bisweilen das Gefühl, befuhren Radfahrer die enge Stelle am Stadtschloss in Potsdam. Mit Schwung von der Langen Brücke kommend, rauschten so manche Radler rücksichtslos eng an Spaziergängern vorbei. Ein Schild soll das nun ändern.

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Das Schild soll für mehr Sicherheit sorgen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Gefahrenstelle am Landtagsschloss am Alten Markt bleibt wie sie ist – neu ist: Ab sofort sollen zwei Schilder für mehr Rücksichtnahme unter Fußgängern und Radfahrern sorgen. Gestern hat der Radverkehrsbeauftragte der Landeshauptstadt, Torsten von Einem, die Hinweisschilder enthüllt. Ziel sei es, dass sich sowohl Radfahrer als auch Fußgänger bewusst werden, dass es sich bei der Stelle am Landtag um einen gemeinsam genutzten Fuß- und Radweg handelt.
Für eine Trennung von Fußgängern und Radfahrern sah die Stadt „keine Veranlassung“. „Hier ist einfach kein Platz für einen separaten Fahrradweg“, begründete von Einem gestern. Eine Prüfung habe zudem ergeben, dass die Markierung eines Radweges im Zweirichtungs- und Fußgängerverkehr wegen der Breite „nicht wirkungsvoll und rechtssicher“ ist. Das Hinweisschild sei demnach die einzige Lösung, um riskante Begegnungen zwischen Radlern und Passanten am Stadtschloss künftig zu verhindern. „Wir können nur an die gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer appellieren“, fügte von Einem hinzu.

Enthüllung des "Gutmenschschildes".

Quelle: Bernd Gartenschläger

Über die Verkehrssituation in der Kurve vor dem Landtag wird schon länger diskutiert. Hier rauschen Radler mit Schwung die Lange Brücke hinab in einen Weg, den sie sich mit Fußgängern teilen müssen. Die Linke beantragte deshalb im Februar, sowohl in der Landtagskurve als auch im Bogen am Mercure-Hotel einen Radweg auf der gemeinsamen Verkehrsfläche zu markieren, der beide Seiten voneinander trennt ( MAZ berichtete). Die „naturgemäß oft abgelenkten und spontan reagierenden Fußgänger und Touristen“ stießen in der Landtagskurve immer wieder auf „zielstrebige“ Radfahrer, begründeten die Linken ihren Vorstoß vor ein paar Wochen. Die Konflikte an der Problemstelle hätten schon zu Unfällen mit Personenschaden geführt, kritisierte die Partei, irrte darin aber.

Wie die Stadt von der Polizei erfuhr, hat es trotz der rasanten Begegnungen am Stadtschloss bislang erst einen Zusammenstoß gegeben: Dabei stürzte eine ältere Frau und brach sich die Schulter, nachdem ein Radfahrer sie am Arm touchiert hatte. Von weiteren Unfällen wisse die Stadt derzeit nicht. „Die Stelle ist noch kein Unfallschwerpunkt“, sagte von Einem.

Norbert Wende (65): „Ich fahre hier oft lang und versuche, Rücksicht zu nehmen. Das Schild ist eine Notlösung, besser fände ich eine Markierung. Die Stelle ist und bleibt ein Nadelöhr!“

Angelika Wehlte (61): „Die Stelle ist kompliziert. Aber das Schloss steht nun mal an dem Platz. Danach müssen sich nun alle richten. Ob sich die Radfahrer an das Hinweisschild halten, bezweifele ich aber.“

Christine Dulong (53): „Das Schild an sich finde ich ja gut. Nur dass es hier schon so ein Schildergewirr gibt, stört mich. Warum müssen die Leute hier so runterheizen? Wenn alle aufpassen, bräuchte man kein Schild.“

Julia Schmidt (23): „Mir ist das Schild im Vorbeigehen gar nicht aufgefallen. An sich ist der Weg breit genug. Man kann nur an die Leute appelieren, besser aufzupassen. Aber ob’s hilft?“

>(von links oben nach rechts unten)

Quelle:

Bei den Passanten sorgte das von der Stadt entworfene „Gutmenschenschild“mit der Aufschrift „Gemeinsam mit Rücksicht“ gestern für Verwirrung: „Heißt das, dass Fußgänger nur links gehen und Radfahrer nur rechts fahren dürfen?“, rätselte eine Rentnerin aus Potsdam. Ein Radfahrer schlug Markierungen vor – die schließt die Stadt aber aus: Ein eigener Bereich für Radfahrer, so hieß es aus der Stadtverwaltung, „könnte eher dazu führen, eine Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger zu suggerieren, die jedoch nicht wirklich besteht“. Vielmehr könnte ein Radweg sogar dazu führen, dass die Radler noch schneller fahren. Einig war man sich auch, dass Bodenschwellen kein geeignetes Mittel sind, da diese für Radfahrer eine enorme Sturzgefahr bedeuten und statt Verkehrsberuhigung eher eine Beeinträchtigung darstellen.
Die Stadt will die unübersichtliche Kurve im Auge behalten: „Wir beobachten den Bereich weiter“, sagte von Einem.

Von Josefine Sack

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