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Ideen für Lustgarten gesucht

Vorschläge und Anregungen der Potsdamer gefragt Ideen für Lustgarten gesucht

Die Box im Lustgarten könnte zum großen Anlaufpunkt der Potsdamer werden. Zur künftigen Gestaltung des Lustgartens dürfen alle Potsdamer ab heute ihre Ideen einbringen – online und eben in jener roten Box. Aber wozu das alles? Jan Bosschaart über eine teure Werkstatt, wo eine Frage genügte.

Lustgarten, Potsdam 52.393028 13.058513
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So soll der Lustgarten 1713 ausgesehen haben.

Quelle: Arstempano (Simulation)

Potsdam. Auf einer speziell eingerichteten Internetseite ( www.werkstatt-lustgarten.de) und in einer Info-Box, die seit Montag auf dem Festplatz direkt gegenüber dem Landtag steht, nimmt die Stadt Ideen, Anregungen und Vorschläge von Bürgern entgegen. Was gefällt am Lustgarten, was stört? Was fehlt und wo sollte dringend etwas verändert werden? Antworten auf diese Fragen können in der Infobox in einen Briefkasten eingeworfen oder online eintragen werden. Auch Skizzen, Fotos, Pläne und dergleichen sind willkommen. Wer es einfacher möchte, klebt auf einem Übersichtsplan grüne Punkte auf Stellen, die er mag und rote auf Stellen, die ihm nicht gefallen.

In dieser Info-Box auf dem Festplatz direkt gegenüber dem Landtag nimmt die Stadt Ideen, Anregungen und Vorschläge von Bürgern entgegen.

Quelle: Julian Stähle

Die erste Phase der Bürgerbeteiligung läuft bis zum 14. September. So lange steht die Box im Lustgarten, und ist wochentäglich von 14-20 Uhr geöffnet, sonnabends von 12 bis 20 Uhr, sonntags von 12 bis 18 Uhr. In dieser Zeit ist auch das Forum der Internetseite für Vorschläge offen. Danach bleibt die Seite zwar erreichbar, es können aber vorerst keine Vorschläge mehr eingebracht werden. Denn dann machen sich sieben Teams aus Stadt- und Landschaftsplanern sowie Architekten daran, aus den Bürgeranregungen eigene Konzepte zu erarbeiten.

MAZ sucht Ideen

  • Parallel zum städtischen Workshop sammelt die MAZ Vorschläge der Leser, wie das Lustgarten-Areal in Zukunft aussehen soll. Die Ideen und Zuschriften werden veröffentlicht, damit sie in die allgemeine Debatte einfließen können.
  • Wie stellen Sie sich den künftigen Lustgarten zwischen Potsdamer Stadtschloss und Havel vor? Hat das Hotel "Mercure" in einem neu gestalteten Lustgarten noch seinen Platz oder soll es abgerissen werden? Schreiben Sie uns: Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdamer Tageszeitung, Friedrich-Engels-Straße 24 in 14473 Potsdam. Oder per E-Mail:  potsdam-stadt@MAZ-online.de

Die zweite Phase , in der die ersten Ideen dieser Teams debattiert werden, soll dann vom 17. November bis 12. Dezember laufen. Dann steht die Infobox wieder und die Internetseite nimmt Kommentare und Vorschläge zu den Entwürfen entgegen. Auf Grundlage dessen überarbeiten die Teams ihre Entwürfe.

Sehen und gesehen werden: Der Lustgarten bot aber auch für den friedfertigen Normalbürger Potsdams eine Flanierfläche.

Quelle: MAZ-Archiv

Die dritte und letzte Phase der Bürgerbeteiligung, in der die Potsdamer abschließende Kommentare und Voten zu den fertigen Konzepten der Teams abgeben dürfen, soll im Frühjahr 2015 abgehalten werden. Die Teilnehmer fertigen dann eine Endversion, und ein Expertengremium wählt die beste aus. Dieses Konzept wird dann den Stadtveordneten zur Entscheidung vorgelegt.

MAZ-Umfrage

Ist das Mercure ein "städtebaulicher Missstand", den es zu beseitigen gilt?

Urheber der heutigen Form am Wettbewerb beteiligt

Zu den teilnehmenden Teams gehören unter anderem die Planer Dietz und Joppin, die dem Lustgarten bereits zur Bundesgartenschau 2001 seine Form gegeben hatten und damit für die heutige Form verantwortlich zeichnen. Da sie die Urheberrechte an der heutigen Form halten, sind der Umgestaltung gewisse Grenzen gesetzt, insbesondere in der Wegeführung im inneren Bereich des grünen Teils des Lustgartens. Allerdings können Dietz und Joppin jederzeit auf ihr Urheberrecht verzichten – sei es, in dem sie selbst einen neuen Vorschlag vorlegen oder sei es, weil sie die Ideen der anderen Teams gutheißen.

Horst Müller-Zinsius, Elona Müller-Preinesberger und Andreas Goetzmann probierten schon mal am Modell, wie der Lustgarten ohne Mercure-Hotel aussähe.

Quelle: Julian Stähle

Zum Auftakt der Werkstatt betonten Chefstadtplaner Andreas Goetzmann als Vertreter des Baudezernenten, der wie der Oberbürgermeister noch im Urlaub weilt, dass durch die Errichtung des Stadtschlosses und der Gebäude an der Alten Fahrt sowie der Garnisonkirche und des Stadtkanals der Lustgarten neu gedacht werden müsse. "Die Stadt hat sich seit 2000 hier entscheidend gewandelt", so Goetzmann.

MAZ-KOMMENTAR

Teures Feigenblatt

Da wird nun ein dreistufiges, einjähriges Werkstattverfahren auf dem Boden gestampft, mit viel Aufwand und für viel Steuergeld, um das Feigenblatt der Bürgerbeteiligung hochzuhalten.  Doch all die Foren und Infoboxen, die geführten Spaziergänge und Modelle, die Briefkästen und Gremien, die Webseiten und Videos können eines nicht verhehlen: Den meisten Potsdamern ist die Gestaltung des Lustgartens ziemlich schnuppe, er ist okay so, wie er ist, man geht hin, wenn Rummel oder Stadtwerke fest ist und lässt ihn sonst getrost links der Breiten Straße liegen. Nur ein paar Städteplaner und Historienfreunde kümmert das Schicksal der wenig einladenden Fläche.

Das einzige, was wirklich polarisiert am Lustgarten, sind das Hotel Mercure und – für ein paar ewig Unverbesserliche, die der Weißen Flotte selbst nach zehn Jahren noch kein Ankommen gönnen – deren Hafengebäude. Geht es nach der Stadt, so dient der ganze Rummel nur dem Zweck, eine möglichst breite Legitimation für die Entfernung des Hotels zu bekommen. Das ist ihr gutes Recht, aber der Aufwand dafür ist  recht groß. Eine einfache Bürgerbefragung hätte genügt.

Von Jan Bosschaart

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