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Potsdam Initiative kämpft mit Fahrraddemo für den Wald
Lokales Potsdam Initiative kämpft mit Fahrraddemo für den Wald
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18:35 02.09.2018
Der Fahrradkorso passierte auch das Nauener Tor. Quelle: Detlev Scheerbarth
Potsdam

Der Streit um Wald in der Stadt spitzt sich weiter zu. Potsdam wächst, aber immer mehr Bürger wehren sich dagegen, dass die Stadtentwicklung zu Lasten von Stadtgrün geht.

Gestritten wird um den drohenden Verlust von Wald in Krampnitz, in der Waldstadt II am Bahnhof Rehbrücke, am Griebnitzsee, in der Pirschheide.

Am Sonnabend demonstrierten mehr als 300 Menschen für den Erhalt des Babelsberger Waldstückes zwischen der Tramwendeschleife und den Sportplätzen des FSV 74 an der Rudolf-Breitscheid-Straße. Es war nach Einschätzung der Organisatoren der erste größere Straßenprotest gegen die Abholzung von Waldflächen in Potsdam.

Die Initiative fordert den Schutz und Erhalt des Babelsberger Waldes für Menschen und Tier. Dafür sind sie in die Pedale getreten.

Die Demonstranten bildeten einen Fahrradkorso und fuhren von der Otto-Erich-Straße in Babelsberg bis vor das Stadthaus. Zum Protest aufgerufen hatte die Bürgerinitiative „Babelsberger-Wald-muss-bleiben.de“.

Protest gegen Sportanlagen auf Waldgelände

Mehr als 4000 Menschen haben zuvor bereits eine Petition der Initiative unterschrieben. Ihr Protest richtet sich gegen die drohende Abholzung des Waldstücks für Sportanlagen. Am Mittwoch steht dazu ein Prüfauftrag der Fraktionen CDU/ANW und SPD auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

Es sei „höchste Zeit, die Stadtverordneten wach zurütteln“, sagte Michael Clemm, der für die Bürgerinitiative vor dem Rathaus eine Rede hielt, denn noch könne der Prozess gestoppt werden. „Wir haben nichts gegen Sportplätze, aber der Wald ist einfach viel viel besser.“

Der Wald sei prägend für das Bild eines grünen Babelsbergs, er sei Heimat für viele Tiere und Erholungsgebiet für Menschen. „Manche Bäume in dem Wald sind älter als die Stadtvillen, die unter Denkmalschutz stehen. Aber die Bäume sollen gefällt werden? Das sehen wir nicht ein“, sagte Michael Clemm.

Boede: „Bedarf decken ohne Bäume zu fällen“

Bei der Kundgebung vor dem Rathaus sprachen auch Politiker aus der Stadtverordnetenversammlung. „Den Bedarf an Sportplätzen können wir decken, ohne Bäume zu fällen“, sagte Lutz Boede, Oberbürgermeisterkandidat der Wählergemeinschaft „Die Andere“. Er unterstützt die Bürgerinitiative und hat angekündigt, in der Stadtverordnetenversammlung gegen den aktuellen Prüfantrag zu stimmen.

Trauth: „Brauchen jeden Baum“

Auch Martina Trauth, Oberbürgermeisterkandidatin der Linken sprach sich gegen die Rodung des Babelsberger Waldes aus. „Wir brauchen jeden Baum. Wir dürfen den Wald nicht opfern, nur weil irgendwelche Investoren Geld damit verdienen wollen“, sagte sie.

Armbruster: „Demo hat gezeigt, was Bürgerwille ist“

Janny Armbruster, Oberbürgermeisterkandidatin der Grünen, hatte sich mit ihrem Rad unter die Demonstranten gemischt. Sie erinnerte daran, wie wichtig der Babelsberger Wald für die Luftqualität in Potsdam sei und lobte die Bürgerinitiative. „Die Demo hat gezeigt, was der Wille der Bürger ist“, sagte Armbruster. Auch die Grünen würden am Mittwoch gegen den Antrag von SPD und CDU/ANW stimmen, kündigte die Fraktionschefin an.

SPD-Vorschlag erntet Beifall

Der Potsdamer SPD-Unterbezirksvorsitzende David Kolesnyk relativierte allerdings: „Die SPD schließt eine Rodung des Waldes aus, wenn die Sandscholle als Sportstandort erhalten bleibt“, sagte er und erntete dafür Beifall von den Demonstranten. Eine Voruntersuchung der Stadtverwaltung im Juli hatte ergeben, dass eine geplante Grundschule auch am Filmpark gebaut werden könnte und damit nicht der Sportplatz an der Sandscholle in Mitleidenschaft gezogen werden müsste.

Auf der Tagesordnung steht am Mittwoch auch ein Antrag der Grünen, nach dem die Stadt ein Konzept zum Umgang mit den innerstädtischen Waldflächen erarbeiten soll. Das Ergebnis solle in den neuen Flächennutzugsplan einfließen.

Von Jonas Nayda

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