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Potsdam Potsdam: Jüdisches Zentrum statt Synagoge
Lokales Potsdam Potsdam: Jüdisches Zentrum statt Synagoge
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14:14 16.06.2015
Die Potsdamer Synagoge, hier auf einem Foto aus dem Jahr 1936, befand sich neben der Post am heutigen Platz der Einheit. Quelle: Potsdam Museum
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Potsdam

In Potsdam soll in Zusammenarbeit mit einem jüdischen Dachverband nun ein religiöses Zentrum statt einer Synagoge gebaut werden. „Das ist der Durchschlag eines gordischen Knotens, weil ein Träger gefunden ist, der einen guten Draht zu den Gemeinden herstellen wird“, sagte Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung der Pläne.

Träger wird der jüdische Dachverband ZWST

Das Land will das Jüdische Zentrum mit integrierter Synagoge für rund fünf Millionen Euro bauen und dem Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) als Träger überlassen. Dieser soll die zerstrittenen jüdischen Gemeinden in Potsdam für eine gemeinsame Nutzung gewinnen. Die Gemeinden hatten sich nicht über die Gestaltung der geplanten Synagoge einigen können. In Potsdam gibt es fünf jüdische Gemeinden.

Potsdams Gemeinden müssen sich einigen

Das Land hatte sich jahrelang vergebens um eine Einigung bemüht. Nun soll die Zentralwohlfahrtsstelle als überparteilicher und neutraler jüdischer Verband die Einigung bringen. Mit der Trägerschaft durch den Verband ist das Land nicht mehr in der politischen Verantwortung, sondern nur noch Finanzier des Projekts. Über diese Pläne hatte die MAZ bereits im März berichtet.

Jüdisches Zentrum soll bis 2017 stehen

Die ZWST will nun bis zum Herbst mit den gesprächsbereiten Gemeinden ein Baukonzept erstellen, damit das Haus bis 2017 fertig wird. „Es gibt die Errichtung dieses Zentrums, notfalls auch, ohne dass alle Gemeinden mitmachen“, stellte die Ministerin klar. In dem Zentrum soll es neben einem Synagogenraum Platz für Konzerte, Ausstellungen und Lesungen sowie Räume für Sozialberatung und Schulungen geben.

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland stellt den Zusammenschluss der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland dar und ist ihre Spitzenorganisation. Als Dachorganisation vertritt sie die jüdischen Gemeinden und Landesverbände auf dem Gebiet der jüdischen Sozialarbeit.

Brandenburg war bis zum vergangenen Jahr das einzige Bundesland ohne jüdisches Gotteshaus. In der ehemaligen Cottbuser Schlosskirche wurde im Januar die erste Synagoge eingeweiht.

Weitere Infos folgen.

Von dpa

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