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Potsdam Schwere Vorwürfe gegen CDU-Politiker in Potsdam
Lokales Potsdam Schwere Vorwürfe gegen CDU-Politiker in Potsdam
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09:14 25.04.2014
Der Missbrauchsprozess wird das Landgericht Potsdam mindestens zwei weitere Verhandlungstage beschäftigen. Quelle: dpa
Potsdam

Zudem stellte sein Anwalt neue Beweisanträge. So sollen alle Zeugen gehört werden, denen das mutmaßliche Opfer vom Missbrauch erzählt hat. Gefordert wurde auch ein gynäkologisches Gutachten. Über die Anträge hat das Gericht noch nicht befunden.

S. - Ex-Vorstand eines Potsdamer CDU-Bezirksverbands - soll seine Nichte zwischen dem fünften und zwölften Lebensjahr missbraucht und vergewaltigt haben. Er war in erster Instanz zu dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte gingen in Berufung.

Der zweite Prozesstag am Donnerstag begann mit der Vernehmung von Miriam A., sie ist die Mutter des Opfers und die Schwester des Beschuldigten. Dreieinhalb Stunden wurde sie von Richterin Angelika Eibisch, Staatsanwalt Jörg Möbius, Strafverteidiger Claus Pinkerneil sowie von der Vertreterin der Nebenklägerin befragt. Miriam A. hatte ihren Bruder 2007 angezeigt, nachdem ihr ein Betreuer aus der Krisenunterkunft, in die sich die Tochter zurückgezogen hatte, von den Vorwürfen berichtete. „Die Symptome, die sie als Kind hatte und die mich irritierten, ergaben plötzlich Sinn“, sagt Miriam A. Sie berichtet davon, wie Sarah in Panik verfiel, wenn sich der Onkel zu Besuch anmeldete oder ein Familienfest ins Haus stand. „Nein, nein, nein!“, habe es dann geheißen. „Wir wollen nicht, dass der kommt.“ Lange habe sie sich über das ablehnende Verhalten der ältesten ihrer drei Töchter gewundert, gar dafür geschämt. „Später sagte Sarah: Mama, warum hast du nichts gesehen? Ich hab es dir doch erzählt. Sie meinte damit diese offene Ablehnung.“

Das einstige Verhältnis zu ihrem Bruder beschreibt Miriam A. als eng und freundschaftlich. Er sei sehr oft bei ihrer Familie zu Besuch gewesen und in ihrem Haus ein- und ausgegangen. Auch habe er einige Monate bei ihnen gelebt. Er habe die Kinder abends immerzu ins Bett bringen wollen und sei der beste Spielkamerad gewesen. Oft hätten sie Vater-Mutter-Kind gespielt. Er sei dann das Baby gewesen und die Mädchen mussten ihm das Fläschchen geben. „Wir haben davon noch Fotos – wir fanden das damals lustig.“ S. habe aber auch immer „ein übergriffiges Verhalten“ gezeigt. So sei er zu den Mädchen – egal wie alt – ungefragt ins Badezimmer gegangen und habe rumgeflachst, „dass da ja schon etwas wächst“. „Wenn sich die Kinder hingesetzt haben, hat er ihnen die Hand drunter geschoben. Es war so offensichtlich. War ich betriebsblind? Familienblind? Heute könnte ich mich schlagen dafür.“

Auch Sarah A., inzwischen 26 und Nebenklägerin, wurde nochmals vernommen. Die junge Frau sagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus – auch der Angeklagte muss den Saal verlassen. Die Verteidigung stellt Sarah A.s Glaubwürdigkeit in Frage und hat ein Privatgutachten des renommierten Psychologieprofessors Burkhard Schade eingeholt. Schade hat Justizgeschichte mitgeschrieben, als er bei den Wormser Missbrauchsprozessen nachwies, dass die Aussagen der Kinder manipuliert waren. Alle Angeklagten wurden freigesprochen. Schades Expertise ist für den 13. Mai angekündigt.

Von Nadine Fabian

» Das war der erste Prozesstag

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