Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Kritik an Umbau des Filmmuseums in Potsdam
Lokales Potsdam Kritik an Umbau des Filmmuseums in Potsdam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 04.06.2014
Der Umbau des Filmmuseums sorgt für heftige Kritik. Quelle: Julian Stähle
Anzeige
Potsdam

Scharf kritisiert haben renommierte Architekturexperten die Sanierung und den Umbau des Filmmuseums Potsdam. "...mir scheint, dass man nun denselben Weg wie zu DDR-Zeiten einschlägt und genau dieses dürftige Zeug einbaut, dass Ihr Nachfolger in 15 Jahren wieder frohgemut herausreißen wird, und dies mit recht, handelt es sich doch um banale Einbauten...", schreibt der Berliner Architektur-Professor Falk Jaeger an Hartmut Dorgerloh, Direktor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG). Jaeger könne sich "denkmalverträglichere" Brandschutzmaßnahmen für den einstigen Marstall vorstellen.

Potsdams ältestes Gebäude - 1685 als kurfürstliche Orangerie errichtet - wird seit Frühjahr 2013 brandschutztechnisch saniert und soll Ende Oktober wiedereröffnen. Seit Monaten streitet sich der Berliner Architekt Georg Kohlmaier mit der Schlösserstiftung. Anfang der 1990er war das Filmmuseum nach Entwürfen Kohlmaiers modernisiert und auf internationalen Museumsstandard gebracht worden. Als "Urheberrechtsverletzung" hatte der Architekt jedoch die "tiefgreifenden" Umbaumaßnahmen bezeichnet. Laut Schlösserstiftung dienen die Bauarbeiten der "brandschutztechnischen Ertüchtigung" des damaligen Entwurfs. Tatsächlich mussten Kohlmaiers Gestaltungselemente wie Glaswände und das charakteristische Decken-Oval des Ausstellungsraumes weichen.

Architekt Georg Kohlmaier im Filmmuseum, das noch bis zum Herbst saniert wird Quelle: Julian Stähle

Schützenhilfe erhält Kohlmaier vom Architekten und Publizisten Bruno Flierl, der seit 2008 den Ehrentitel "Stadtältester von Berlin" trägt. "Mit Bestürzung" habe er erfahren, dass Kohlmaiers architektonische Handschrift "im Auftrag der SPSG teilweise abgerissen, räumlich zerteilt, durch Einbauten entstellt, jedenfalls gravierend zerstört wird", schreibt Flierl in seinem Brandbrief an Dorgerloh. Überdies entstehen wegen des aktuellen Umbaus "unnötige Kosten". Flierl zufolge hätte eine Erweiterung des Brandschutzes "mit der Erhaltung der bestehenden architektonischen Substanz durchaus Hand in Hand gehen können". Der von der Stiftung angewandte Brandschutz sei "eine reine Verschwendung öffentlicher Mittel", hätte sich stattdessen "mit minimalen technischen Eingriffen realisieren und an die erhöhten Anforderungen anpassen lassen". Der Umbau sei eine "Verschwendung auch im Hinblick auf das ästhetische Ergebnis, weil nun das Filmmuseum durch neu hochgezogene Brandwände, Verkleidungen, Einbauten etc. optisch abgewertet wird", analysiert Flierl.

Die Bauarbeiten kosten mehr als 1,8 Millionen Euro. "Geld, dass man besser in die marode Orangerie oder in die ebenso hilfsbedürftigen Römischen Bäder investiert hätte", ärgert sich Kohlmaier. Auf die angekündigte Schadensersatzforderung will der Architekt jedoch verzichten. Kollegen haben ihm "wärmstens empfohlen", von einem teuren Rechtsstreit mit der Schlösserstiftung abzusehen.

Von Ricarda Nowak

Potsdam Stephan-Velten-Ausstellung in Potsdam - Engel, Kriege, nacktes Fleisch

Den Bildrahmen sprengende Heldenköpfe sind das Zentralmotiv der Ausstellung „Kontraste“ zum 60. Geburtstag des Potsdamer Künstlers Stephan Velten. Am Donnerstag wird die Schau in der Kunstraum-Galerie des Waschhauses in Potsdam eröffnet wird. MAZ-Redakteur Volker Oelschläger hat schon vorher reingeschaut.

03.06.2014
Potsdam Kalter-Krieg-Thriller nach wahrer Begebenheit - Tom Hanks dreht auf der Glienicker Brücke

Steven Spielberg übernimmt die Regie, die Coen-Brüder schreiben das Drehbuch, Tom Hanks spielt die Hauptrolle: Laut "The Hollywood-Reporter" soll im Herbst die erste Klappe für einen Thriller über den Kalten Krieg fallen. Ein möglicher Drehort: die Glienicker Brücke in Potsdam, auf der früher Agenten ausgetauscht wurden.

03.06.2014
Potsdam Rätselraten um Röntgenimpulse eines Sterns - Sensationelle Entdeckung im All

Potsdamer Wissenschaftlern ist die Beobachtung eines bislang einzigartigen Phänomens geglückt: Ein verhältnismäßig gewöhnlicher Stern im Sternbild Großer Hund gibt nicht wie die Sonne relativ gleichmäßige Röntgenstrahlung ab, sondern blinkt wie eine warnende Ampel in der Nacht.

03.06.2014
Anzeige