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Kritik an Umbau des Filmmuseums in Potsdam

Archtikten sehen finanzielle und ästhetische Verschwendung Kritik an Umbau des Filmmuseums in Potsdam

Der Streit um den Umbau des Filmuseums in Potsdam nimmt kein Ende und wird in ihrem Ton schärfer. Heftige Kritik gibt es gleich von mehreren Architekten. Es ist von "banalen Einbauten", "reiner Verschwendung von öffentlichen Mitteln" und optischer Abwertung die Rede.

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Der Umbau des Filmmuseums sorgt für heftige Kritik.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Scharf kritisiert haben renommierte Architekturexperten die Sanierung und den Umbau des Filmmuseums Potsdam. "...mir scheint, dass man nun denselben Weg wie zu DDR-Zeiten einschlägt und genau dieses dürftige Zeug einbaut, dass Ihr Nachfolger in 15 Jahren wieder frohgemut herausreißen wird, und dies mit recht, handelt es sich doch um banale Einbauten...", schreibt der Berliner Architektur-Professor Falk Jaeger an Hartmut Dorgerloh, Direktor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG). Jaeger könne sich "denkmalverträglichere" Brandschutzmaßnahmen für den einstigen Marstall vorstellen.

Potsdams ältestes Gebäude - 1685 als kurfürstliche Orangerie errichtet - wird seit Frühjahr 2013 brandschutztechnisch saniert und soll Ende Oktober wiedereröffnen. Seit Monaten streitet sich der Berliner Architekt Georg Kohlmaier mit der Schlösserstiftung. Anfang der 1990er war das Filmmuseum nach Entwürfen Kohlmaiers modernisiert und auf internationalen Museumsstandard gebracht worden. Als "Urheberrechtsverletzung" hatte der Architekt jedoch die "tiefgreifenden" Umbaumaßnahmen bezeichnet. Laut Schlösserstiftung dienen die Bauarbeiten der "brandschutztechnischen Ertüchtigung" des damaligen Entwurfs. Tatsächlich mussten Kohlmaiers Gestaltungselemente wie Glaswände und das charakteristische Decken-Oval des Ausstellungsraumes weichen.

Architekt Georg Kohlmaier im Filmmuseum, das noch bis zum Herbst saniert wird

Quelle: Julian Stähle

Schützenhilfe erhält Kohlmaier vom Architekten und Publizisten Bruno Flierl, der seit 2008 den Ehrentitel "Stadtältester von Berlin" trägt. "Mit Bestürzung" habe er erfahren, dass Kohlmaiers architektonische Handschrift "im Auftrag der SPSG teilweise abgerissen, räumlich zerteilt, durch Einbauten entstellt, jedenfalls gravierend zerstört wird", schreibt Flierl in seinem Brandbrief an Dorgerloh. Überdies entstehen wegen des aktuellen Umbaus "unnötige Kosten". Flierl zufolge hätte eine Erweiterung des Brandschutzes "mit der Erhaltung der bestehenden architektonischen Substanz durchaus Hand in Hand gehen können". Der von der Stiftung angewandte Brandschutz sei "eine reine Verschwendung öffentlicher Mittel", hätte sich stattdessen "mit minimalen technischen Eingriffen realisieren und an die erhöhten Anforderungen anpassen lassen". Der Umbau sei eine "Verschwendung auch im Hinblick auf das ästhetische Ergebnis, weil nun das Filmmuseum durch neu hochgezogene Brandwände, Verkleidungen, Einbauten etc. optisch abgewertet wird", analysiert Flierl.

Die Bauarbeiten kosten mehr als 1,8 Millionen Euro. "Geld, dass man besser in die marode Orangerie oder in die ebenso hilfsbedürftigen Römischen Bäder investiert hätte", ärgert sich Kohlmaier. Auf die angekündigte Schadensersatzforderung will der Architekt jedoch verzichten. Kollegen haben ihm "wärmstens empfohlen", von einem teuren Rechtsstreit mit der Schlösserstiftung abzusehen.

Von Ricarda Nowak

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