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Ein Zeichen für die neuen Nachbarn

Menschenkette für Menschenrechte in Potsdam Ein Zeichen für die neuen Nachbarn

Mittwochabend wurde in Potsdam ein Zeichen für Menschenrechte gesetzt. Hunderte Potsdamer bildeten eine Menschenkette, um ein Willkommenssignal für Flüchtlinge zu setzen. An der Aktion beteiligten sich auch Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs und Bundesjustizminister Heiko Maas.

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Menschenkette in Potsdam.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Hand in Hand gegen Fremdenfeindlichkeit: Rund tausend Potsdamer säumten Mittwochabend die Zeppelinstraße – eine Menschenkette im Zeichen der Mitmenschlichkeit. Viele trugen Kerzen oder Knicklichter in der Hand, Luftballons stiegen in den Himmel. Am internationalen „Tag der Menschenrechte“ setzte die Stadt damit ein Willkommenszeichen für Flüchtlinge und Asylbewerber in Potsdam-West, wo derzeit am Bahnhof Pirschheide ein Wohnheim errichtet wird. Ab Anfang 2015 werden hier bis zu hundert Menschen übergangsweise leben.

Bundesjustizminister Heiko Maas und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Das selbstgesetzte Ziel, eine durchgehende, vier Kilometer lange Menschenkette zwischen der Moschee und dem Bahnhof Pirschheide zu bilden, erreichten die Organisatoren vom Stadtteilnetzwerk Potsdam-West am Mittwoch allerdings nicht. Auf der Strecke entlang der Zeppelinstraße zum künftigen Wohnheim-Standort in der Pirschheide gab es Lücken.

Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2014: Mit einer Menschenkette wurde in Potsdam ein Zeichen für Menschenrechte gesetzt. Rund 1000 Potsdamer haben sich beteiligt, darunter auch Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs und Bundesjustizminister Heiko Maas (beide SPD).

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Auch prominente Gesichter waren zu entdecken: Der in Potsdam lebende Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) betonte die Bedeutung der Aktion – gerade im Angesicht der vermehrten deutschlandweiten Kundgebungen der rechtspopulistischen „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida): „Wenn sich in Deutschland Ausländerfeindlichkeit auf dem Rücken von Flüchtlingen breit macht, dann dürfen wir dazu nicht schweigen“, erklärte Maas. In Potsdam werde ein positives Zeichen gesetzt: „Ja sagen zu Flüchtlingen und zu sagen: Ihr habt Schlimmes erlebt und alles verloren.“ Die Mehrheit der Deutschen sei hilfsbereit, so Maas.

Asyl in Potsdam

Die Stadt Potsdam ist per Gesetz zur Aufnahme von Flüchtlingen verpflichtet. Bis Jahresende werden noch 204 Männer, Frauen und Kinder in Potsdam erwartet.
Neue Unterkünfte entstehen in diesen Tagen unter anderem in der Dortustraße 45a, an der Feuerwache in der Werner-Seelenbinder-Straße und in der Pirschheide.
Wer helfen oder spenden möchte , kann sich ab sofort per E-Mail an fluechtlinge@rathaus.potsdam.de wenden.

Zudem entsteht in den nächsten Wochen ein Begegnungsort für Asylsuchende, Anwohner und andere interessierte Potsdamer in den Ladenräumen Am Kanal 57. nf

Brandenburgs Justizminister Helmuth Markov (Linke) stand am Bahnhof Charlottenhof. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), die Beigeordneten und zahlreiche Stadtverordnete versammelten sich an der Moschee: „Das Projekt ist ein Signal aus der Potsdamer Gesellschaft an alle, die aus einem anderen Land kommen. Wir gehören alle zusammen“, sagte Jakobs. Für die Organisatoren rund um Daniel Zeller vom Stadtteilnetzwerk Potsdam-West war die Veranstaltung trotz der verpassten Vier-Kilometer-Kette ein voller Erfolg, nicht zuletzt dank des Zusammenwirkens sehr vieler Akteure bei der Organisation.  Dass so wenig Menschen zur Kette im zentrumsfernen Teil der Zeppelinstra ße kamen, weise auch   auf  die künftige Problematik des Flüchtlingswohnheims in der Pirschheide hin: dessen Randlage. „Wir müssen als Stadtgesellschaft das Augenmerk auch auf diesen entlegenen Standort richten“, forderte Zeller.

Von Ildiko Röd und Lisa Rogge

Eine Adventskette mit Botschaft

Die Hoffnung auf ein Zeichen der Toleranz von bundesweiter Bedeutung war es, die den Bundesjustizminister am Mittwoch nach Potsdam kommen ließ. Denn der Druck von rechts auf die Politik steigt – von Pegida (10.000 Demonstranten in Dresden) zur AfD („Keine Flüchtlinge in Villenvierteln!“). Hat die Veranstaltung die Erwartung erfüllt? Ja. Eine Menschenkette mit 1000 Mitwirkenden ist bei dem Grippe-Wetter respektabel, auch wenn der eine oder andere mehr erhofft hatte.

Vor allem: Die Gesamtheit der Handlungen Potsdamer Bürger ergibt ein klares Bild. Mitten im Stadtzentrum, wenige Meter von der Garnisonkirchenbaustelle entfernt, entsteht ein Flüchtlingswohnheim. Mehr noch: Ein Dutzend Asyle werden an vielen Orten in der Sadt eingerichtet. Und Potsdam bildet Willkommens- Komitees! Das ist großartig. Die Tradition der Offenheit gegenüber Verfolgten, begründet mit dem Toleranzedikt 1685, lebt fort. Damals schnitt man Hugenotten in Frankreich die Kehlen durch. Heute wüten Barbaren in Syrien und im Irak. Die Alternative zu Flucht ist der Tod. Potsdam tut Deutschland gut in diesen Tagen.

Von Ulrich Wangemann

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