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Potsdam Potsdam-Museum mit Fake-Account
Lokales Potsdam Potsdam-Museum mit Fake-Account
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13:54 03.03.2017
Rainer Fetting: Van Gogh an Mauer, 1979, Leihgabe der Kunstsammlung Jutta und Manfred Heinrich, Maulbronn, in der Ausstellung „Die wilden 80er Jahre“. Quelle: Potsdam-Museum
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Potsdam

Die Sonderausstellung „Die wilden 80er Jahre in der deutsch-deutschen Malerei“ hat dem Potsdam-Museum einen Besucherrekord beschert. Seit der Eröffnung am 3. Dezember 2016 kamen nach Angaben von Sprecherin Elke Böttcher schon mehr als 9400 Gäste in diese Ausstellung. Mehr Zuspruch fand allein die fünfmonatige Sonderausstellung „Friedrich und Potsdam. Die Erfindung (s)einer Stadt“ zum Jubiläum des Preußenkönigs, mit der sich das Potsdam-Museum 2012/13 in seinem neuen Domizil im Alten Rathaus vorstellte.

Es folgen die Ausstellung „Stadt-Bild/Kunst-Raum“ mit Werken von Ost-Berliner und Potsdamer Künstlern, in die 2014/15 über viereinhalb Monate knapp 7600 Besucher kamen, und die Ausstellung „Carl Blechen und Carl Gustav Wegener im Dialog“ im Frühjahr 2014, die mit einer Laufzeit von knapp zehn Wochen 6500 Besucher hatte.

In welchem Umfang das Potsdam-Museum vom Erfolg des benachbarten Kunstmuseums Barberini mit seinen 60 000 Besuchern allein in den ersten vier Wochen seit seiner Eröffnung profitieren konnte, ist offen. Kulturdezernentin Iris-Jana Magdowski (CDU) sagte am Mittwoch vor den Stadtverordneten zunächst: „Wenn man gute Ausstellungen macht, kommen auch mehr Besucher.“ Die hohe Akzeptanz der „Wilden 80er Jahre“ sei allerdings „auch verbunden mit einem erheblichen Mitteleinsatz“. Man werde „sehen müssen“, ob auch in Zukunft „die Mittel für eine solche sehr sehr gute Ausstellung zur Verfügung gestellt werden“.

Der kurze Zeitraum sei jedoch nicht ausreichend um festzustellen, ob die Besucherzahlen im Zusammenhang mit der Magnetwirkung des großen Nachbarn dauerhaft höher sind. „Wir sollten noch ein Jahr abwarten wie die Entwicklung ist“, sagte die Dezernentin, die bekräftigte: „Gute Ausstellungen haben ihren Preis, aber auch eine gute Resonanz.“

Auf Nachfrage von Karin Schröter (Linke) nahm Magdowski auch Stellung zur stadtgeschichtlichen Dauerausstellung des Potsdam-Museums, die mit sinkenden Besucherzahlen und auch konzeptionell in die Kritik geraten ist. Wie berichtet, wurde die Dauerausstellung in der Dezemberausgabe der „Museumsblätter“ des Landesmuseumsverbandes als „eher nüchtern“ und „anspruchsvolle Pflichtübung“ kritisiert. Stadt und Museum wiesen die Kritik zurück, räumten aber Forschungsdefizite speziell zur NS-Zeit ein, an denen gearbeitet werde.

Auf Nachfrage von Schröter bestätigte Magdowski Überlegungen, die Sonderausstellungen für Besucher kostenpflichtig zu lassen, die Dauerausstellung aber eintrittsfrei zu gestalten. Sie sprach von anderen Orte mit öffentlichen Museen in der Nähe großer Privatmuseen, wo darüber nachgedacht werde, ob man auf diese Weise „dauerhaft Publikum bindet. Denn die Einnahmen aus dem Eintrittsgeld sind relativ gering im Verhältnis zu den Gesamtkosten“. Bei Dauerausstellungen sei der Trend europaweit von England bis Spanien, dass man bei einer solchen starken privaten Konkurrenz darüber nachdenke, „die Dauerausstellung kostenfrei zu stellen“.

Ein Antrag der Linken auf Evaluierung und Neukonzeption der Dauerausstellung für die Zeit zwischen 1933 bis 1945 wurde von den Stadtverordneten auf Antrag von Katrin Schröter am späten Mittwochabend in den Kulturausschuss überwiesen.

Potsdam-Museum mit Fake-Account

Das Potsdam-Museum und das Naturkundemuseum bekommen vorerst keinen eigenen Auftritt in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Rathaussprecher Markus Klier sagte auf Anfrage: „Das Aufsetzen eigener Seiten ist derzeit nicht in Planung, da zunächst der Facebook-Auftritt der Stadt evaluiert wird.“

Bei einer vor Monaten geschalteten Facebook-Seite speziell für Potsdam-Museum handelt es sich offenbar um einen Fake. „Facebook generiert automatisch Seiten von Orten, die man über Google Places finden kann und bei denen Facebook-Nutzer ,einchecken’“, sagt Klier. Die Stadt habe „keine Möglichkeiten, dagegen vorzugehen“. Entstanden ist der Auftritt wohl über eine FDP-Tagung, von der viele Bilder auf dieser Seite stehen.

Aktuell sind die Museen in den Auftritt des Rathauses eingetaktet. Die Stadt habe eine „Dienstanweisung“, so Klier, „die im Sinne einer einheitlichen Kommunikation besagt, dass es nur einen zentralen Facebook-Auftritt für die Stadt gibt, in den auch die städtischen Museen integriert werden“.

Inhalte der Museen für die sozialen Netzwerke werden laut Klier über den städtischen Facebook-Account veröffentlicht. Den Museen werde „sehr viel Raum geboten“: „Es wurden eigene Hashtags gebildet und Facebook-Veranstaltungen für die Angebote der Museen angelegt.“ Die Zusammenarbeit mit dem Marketingbereich funktioniere sehr gut, so der Sprecher.

Die Ausstellung „Die wilden 80er Jahre in der deutsch-deutschen Malerei“, die Ähnlichkeiten im Kunstbetrieb diesseits und jenseits der Mauer erkundet, ist noch bis zum 12. März zu sehen. Nächster Höhepunkt im Begleitprogramm ist am Freitag die 2. Junge Museumsnacht, die den Titel der Ausstellung mit Kunst, Musik und Tanz wörtlich nimmt.

In Kooperation unter anderem mit der Kunstschule Potsdam und der Tanzschule Erxleben gibt es um 20 Uhr einen Breakdance-Wettbewerb (zweiter Teil um 22 Uhr) und Aktzeichnen (Wiederholung um 23 Uhr), sowie um 21 Uhr ein Gespräch mit an der Ausstellung beteiligten Künstlern. Im Foyer läuft von 20 bis 24 Uhr eine Party mit Musik der 80er-Jahre und Cocktails. Der Eintritt zur Langen Nacht kostet drei Euro, Gäste im Kostüm der 1980er dürfen umsonst hinein.

Letzte Führungen durch die Sonderausstellung gibt es am Sonntag um 14 Uhr, speziell für Senioren am Mittwoch um 14 Uhr, sowie zur Finissage mit Kuratorin Anna Havemann am 12. März um 14 Uhr. Das Museum ist vom 10. bis zum 12. März jeweils verlängert bis 21 Uhr geöffnet.

Von Volker Oelschläger

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