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Potsdam Potsdam-Museum soll zahlen
Lokales Potsdam Potsdam-Museum soll zahlen
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17:47 05.06.2015
Panoramablick durch das Gitterfenster auf den Alten Markt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Die Stadt sucht Mäzene für die Demontage des an ein Gefängnisgitter erinnernden Treppengeländers im zentralen Aufgang des Potsdam-Museums. Das gab Kulturdezernentin Iris-Jana Magdowski (CDU) auf Anfrage von Karin Schröter (Linke) vor den Stadtverordneten bekannt. Die Konstruktion war vom Architekten Reiner Becker beim Umbau des Alten Rathauses für das Museum ohne Abstimmung mit den späteren Nutzern und laut Bauverwaltung auch ohne Genehmigung in das Treppenhaus gesetzt worden.

Das Gitter beeinträchtigt den Panoramablick auf das Ensemble des Alten Marktes und verstellt das 1966 von Werner Nerlich geschaffene denkmalgeschützte Wandgemälde „Potsdamer Alltag“ – im Konzept des Museums zentrale Stationen auf dem Weg der Besucher in die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte im zweiten Obergeschoss des Hauses.

Zwar begegnete der Architekt Kritik an seiner Gestaltung mit dem Verweis auf künstlerische Freiheit. Doch ein vom Kulturdezernat hinzugezogener Gutacher wies den Verweis auf Urheberrecht und Kunstfreiheit zurück, weil das Gitter nicht bestellt und nicht mit den Nutzern abgesprochen war. Er empfahl den Rückbau auf Kosten der Verursacher.

Die Stadtverordneten beschlossen im März 2013, dass das Gitter bei geschätzten Kosten von bis zu 50 000 Euro wieder entfernt werden soll. Bestärkt wurden sie von Baudezernent Matthias Klipp (Grüne), der auf die fehlende denkmalrechtliche und somit auch baurechtliche Genehmigung verwies und erklärte, alternativ zu einem Stadtverordnetenbeschluss müsse die Bauaufsicht mit einer „Rückbauanordung” auf den Kommunalen Immobilienservice (Kis) zukommen, der für die Baustelle zuständig war.

Laut Magdowski wird der Kis den beschlossenen Abbau der Gitterkonstruktion „ab 2016 vornehmen“. Die Kosten aber würden den Etat des Museums belasten, weil sie auf dessen Miete umgelegt werden sollten. Die Stadt bemühe sich nun, „mit möglichen Mäzenen zu klären, welche Kosten überhaupt entstehen würden und wer bereit wäre, ehrenamtlich an der Entfernung des Gitters mitzuwirken“. Auf Nachfrage von Schröter sagte die Dezernentin, „wenn keine persönliche Haftung von Mitarbeitern“ vorliege, müsse der Abbau in der geschilderten Form umgesetzt werden.

Von Volker Oelschläger

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