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Potsdam Potsdam-Museum unter Baustellendruck
Lokales Potsdam Potsdam-Museum unter Baustellendruck
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18:44 09.09.2016
Blick auf den Logistikplatz der Baustelle für den Palast Barberini. Im Hintergrund das Potsdam-Museum. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Das Potsdam-Museum leidet „extrem“ unter den Begleiterscheinungen der Baustellen am Alten Markt. Direktorin Jutta Götzmann sagte am Donnerstagabend im Kulturausschuss, die „Platzsituation sei desolat und seit Mitte 2015 so zugespitzt, dass das Haus nicht mehr zu erreichen“ sei. Das Museum „wird einfach nicht mehr gesehen“. Sie habe bei der Stadtverwaltung „mehrfach Anfragen gestellt, wann wir damit rechnen können, eine Begehbarkeit des Hauses zu haben“.

Dazu zeigte sie eine aktuelle Aufnahme vom Alten Markt mit dem Potsdam-Museum hinter einer Mauer aus aufgestapelten Steinpaletten, die am Neubau des Kunstmuseums im Palast Barberini beginnt: „Der ganze Riegel führt bis zur Nikolaikirche.“ Das Potsdam-Museum leide „extrem stark unter dieser Platzsituation“. Auf der Folie stand zur Erläuterung: „Einbußen bei Besucherzahlen auch durch Baustelle Museum Barberini, bes. seit 2015“. 2014 hatte das Potsdam-Museum 30 600 Besucher, 2015 ging die Zahl auf 28 941 zurück.

Es war das erste Mal, dass die Museumschefin mit Kritik an der Situation auf dem Alten Markt an die Öffentlichkeit ging. Offenkundig wurden die Probleme erstmals Ende Juli mit der Kapitulation des „Café Art“ im Souterrain des Potsdam-Museum, dessen Freiluftbereich direkt an die Baustellenabsperrung grenzte.

Das Café schloss, nachdem nur wenige Meter neben den Tischen Toilettencontainer für die Bauarbeiter aufgestellt worden waren. Das Museum verzichtete damals auf jeden Kommentar. Dafür bekräftigte die Rathauspressestelle auf MAZ-Anfrage das „große Interesse“ des Museums, „dass das Café weiter betrieben und für die Museumsbesucher, Gäste und Passanten geöffnet wird“.

Ungeachtet der schwierigen Außensituation zeigte sich Götzmann zufrieden mit der Besucherzahlen des Potsdam-Museums im neuen Domizil, das seit Eröffnung der Sonderausstellung zum Jubiläum Friedrichs II. im Jahr 2012 etappenweise eröffnet wurde und seit 2014 komplett in Betrieb ist. Insgesamt seien in dieser Zeit „schon mehr als 100 000 Besucher“ gekommen, das sei im Vergleich zu dem früheren Standort Benkertstraße mit seinen rund 8000 Besuchern jährlich eine „massive Steigerung“. Gleichwohl gebe es „Entwicklungspotenzial, abhängig von der Platzsituation am Alten Markt“.

Dringenden Handlungsbedarf meldete die Direktorin bei der Klärung der Depotsituation an. Die aktuellen Standorte in Groß Glienicke und auf Hermannswerder seien „zu klein“ und „zum Teil unzweckmäßig“. Noch immer seien in dem 2005 bezogenen Depot auf Hermannswerder aufgrund der ungünstigen Umstände „viele Bestände verpackt“. Weil der Platz nicht reicht, habe das Museum im Juli zusätzliche Räume auf dem Verlagsgelände der Märkischen Allgemeinen Zeitung an der Friedrich-Engels-Straße angemietet.

Götzmann mahnte, dass spätestens im Zeitraum 2018 bis 2020 ein Umzug in ein neues Depot mit 3000 Quadratmeter Fläche „angestrebt“ werden müsse, weil dann zumindest die Räume in Groß Glienicke nicht mehr zur Verfügung stünden. Ziel der „Neuausrichtung“ solle die Einrichtung einzelner Sammlungsbereiche als Schau-Depot sein, die damit auch für den Publikumsverkehr geöffnet wären. Die Sammlung des Potsdam-Museums umfasst aktuell fast 270 000 Objekte.

Offen ist noch, ob das umstrittene Gitter im Treppenhaus des Museums im kommenden Jahr wie angekündigt durch ein normales Treppengeländer ausgetauscht wird. 80 000 Euro sind dafür in den Wirtschaftsplan des Kommunalen Immobilienservices (Kis) für 2016 eingestellt. Noch aber ist das Geld nicht freigegeben. Rathaussprecher Markus Klier teilte am Freitag auf Anfrage mit, dass die Prüfung der „genehmigungspflichtigen Teile des Wirtschaftsplans“ durch die Kommunalaufsicht noch andauert.

Ausstellungsprojekte des Potsdam-Museums

Am 17. September eröffnet im Potsdam-Museum eine Sonderausstellung „Inmitten meiner Bilder“ zum 100. Geburtstag des aus Potsdam stammenden Schriftstellers Peter Weiss (1916-1882).

Einen Blick in abgesperrte Stadtteile und Kasernen gewährt ab 15. Dezember die Ausstellung „Potsdam unter dem roten Stern. Die Hinterlassenschaften der sowjetischen Besatzungsmacht 1945-1994“.

Begleitend zur Eröffnung des Museums Barberini ist ab Dezember 2016 ein Ausstellungsprojekt zur figurativen Kunst im letzten Jahrzehnt der DDR und der BRD vor der Wiedervereinigung angekündigt.

Weitere Ausstellungen widmen sich Potsdamer Veduten des 17. und 18. Jahrhunderts (ab April 2017), Potsdam als Produktionsstätte für Luxusglas (ab August 2017) und dem Werk des Lichtbildners Max Baur (ab April 2018).

Von Volker Oelschläger

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